Berlin

Antisemitischer Angriff in Treptow

Foto: dpa

Im Berliner Stadtteil Alt-Treptow hat es am Dienstagabend einen antisemitischen Angriff gegeben. Wie eine Polizeisprecherin der Jüdischen Allgemeinen mitteilte, habe ein 21-Jähriger ausgesagt, »von drei arabisch aussehenden Männern auf seine Kippa angesprochen und antisemitisch beleidigt worden« zu sein, als er gegen 21.30 Uhr in einer Grünanlage in der Puschkinallee unterwegs war. Anschließend sei er von einem der Männer geschlagen und getreten worden, danach flüchteten diese.

ermittlungen Der Mann zog sich dabei leichte Verletzungen zu, die nicht medizinisch versorgt werden mussten. Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen übernommen.

Nach unbestätigten Informationen, die auf einem Tweet beruhen, soll sich der Vorfall am Rande der Fête de la Musique ereignet haben. Demnach sei der 21-Jährige »ohne Vorwarnung inmitten der Menschen von einem Araber getreten« und mit den Worten »Scheiß Israel, Scheiß Juden« beleidigt worden.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller äußerte sich am Donnerstag zu dem Vorfall. Er verurteilte den Vorfall »auf das Schärfste«. Berlin sei »insbesondere vor dem historischen Hintergrund des Holocaust dankbar, dass jüdisches Leben in unserer Stadt wieder sichtbar ist und einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt unserer liberalen, offenen und toleranten Metropole« leiste, teilte Müller am Donnerstag mit.

schutz »Wir stehen als Staat und als Gesellschaft in besonderer Verantwortung, die jüdische Gemeinschaft, ihre Institutionen und die einzelnen Menschen zu schützen«, betonte Müller. Er machte klar, dass »wir uns klar positionieren und Antisemitismus, Rassismus und Hass aktiv entgegenstellen. Die Freiheit lebe von Frieden und Sicherheit, sagte er. Sicherheit für alle sei deshalb «ein zentrales Element einer toleranten und solidarischen Stadt».

Er sei sicher, so Müller, dass Polizei und Ermittlungsbehörden «alles Notwendige unternehmen, um die Täter zu fassen und der Strafverfolgung zuzuführen.» ksh

Studien

Trauma, Resilienz und Lebenswille: Warum manche Schoa-Überlebende so alt werden

Die Forschung ist einem bemerkenswerten Phänomen auf der Spur: Viele Überlebende des Holocausts werden auffallend alt

 23.01.2026

Justiz

Ehemaliger Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Berlin verurteilt

Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte den Angeklagten wegen eines sexuellen Übergriffs und sexueller Nötigung zu 10 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung

 23.01.2026

TV-Tipp

Doku über Margot Friedländer am Holocaust-Gedenktag - Gegen das Vergessen

Nicht nur für sechs Millionen Juden, sondern für alle unschuldig Ermordeten des Nazi-Regimes wollte Margot Friedländer immer als Überlebende des Holocaust sprechen - zum Beispiel in diesem bewegenden Dokumentarfilm

von Jan Lehr  22.01.2026

Deutschland

»Sie ist ein Teil von mir«

Dritte Generation: Wie gehen Enkelkinder mit den Überlebensgeschichten ihrer Großeltern während der Schoa um?

von Christine Schmitt  22.01.2026

Literatur

Positives Chaos

Die Schriftstellerin Mirna Funk stellte in München ihren neuen Roman »Balagan« über eine Familiengeschichte zwischen Berlin und Tel Aviv vor

von Helen Richter  22.01.2026

Berlin

Die Lehren der »Zöglinge«

Im Begegnungsort Jüdisches Waisenhaus treffen Jugendliche auf die Geschichte von Leslie Baruch Brent

von Sören Kittel  22.01.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 22. Januar bis zum 29. Januar

 21.01.2026

Auszeichnung

Großer Kunstpreis Berlin geht 2026 an Meredith Monk

Die sechs Sektionen der Akademie der Künste wechseln sich bei der Vergabe des Großen Kunstpreises Berlin ab. In diesem Jahr ist die Sparte Musik dran. Sie ehrt eine US-amerikanische Sängerin und Komponistin

 21.01.2026

Entscheidung

Noam Bettan startet beim ESC für Israel

Mehrere Länder boykottieren wegen Israels Teilnahme den Eurovision Song Contest 2026. Jetzt wurde entschieden, wer für das Land in diesem Jahr bei dem Musikwettbewerb an den Start geht

von Cindy Riechau  21.01.2026