Halacha

Wehen am Schabbat

Gerade während der Geburt gilt: Gesundheit ist wichtiger als Schabbatverbote. Foto: Getty Images

»Eine gebärende Frau wird halachisch als eine gefährlich kranke Person betrachtet, und es ist nicht nur erlaubt, sondern eine Mizwa, den Schabbat für sie zu brechen. Sobald eine Frau in den Wehen liegt, muss sie, ihr Mann oder jeder andere, der dazu in der Lage ist, alles dafür tun, um die Sicherheit von Mutter und Baby zu gewährleisten. Dennoch sollte alles, was vor dem Schabbat getan werden kann, um die Entweihung des Schabbats zu verringern, im Voraus getan werden«, sagt die Mischna Berura (330,1), ein wichtiges halachisches Werk.

Im Sefer Chasidim 793 steht, ein Mann solle dafür beten, dass seine Frau nicht am Schabbat entbindet. Natürlich muss das manchmal ein frommer Wunsch bleiben. Dennoch sollte eine Frau, die vor Schabbatbeginn in die frühen Stadien der Wehen eintritt, obwohl sie es normalerweise so lange wie möglich hinauszögern würde, ins Krankenhaus fahren, bevor der Schabbat beginnt, damit sie nicht am Schabbat fahren muss (Schmirat Schabbat K’hilchata 36,7).

TIPPS Einige konkrete Tipps, was vor Schabbatbeginn getan werden sollte: Die Telefonnummer des Arztes und eines nichtjüdischen Nachbarn, Krankenwagens oder Taxidienstes sollte an einem leicht zugänglichen Ort notiert werden. Wenn möglich, sollte die Bezahlung im Voraus arrangiert werden. Alle Lichter im Haus oder in der Garage, die benötigt werden, um die Fahrt ins Krankenhaus mitten in der Nacht zu erleichtern, sollten vor Schabbat eingeschaltet werden (Kaf ha-Chaim 330,1).

Persönliche Gegenstände, die die Frau im Krankenhaus benötigt, sollten vor dem Schabbat in eine Tasche gepackt werden. Vorkehrungen für einen Babysitter, der bei anderen Kindern bleibt, sollten vor Schabbat getroffen werden. Sobald eine Frau gleichmäßige Wehen verspürt, obwohl sie sich ziemlich sicher ist, dass sie weit von der Geburt entfernt ist, kann sie (oder eine andere Person) den Arzt oder einen Fahrer anrufen, der sie ins Krankenhaus bringt. Sie sollte nicht auf das letzte Stadium der Wehen warten, bevor sie ins Krankenhaus fährt (Mischna Berura 330,9).

HÖRER Wenn sie am Schabbat mit einem Arzt oder einem nichtjüdischen Fahrer telefoniert, sollte der Hörer auf ungewöhnliche Weise aus der Halterung gehoben werden. Das Gespräch sollte sich auf ein Minimum beschränken, obwohl es erlaubt ist, »Hallo« und »Danke« und Ähnliches zu sagen (Schmirat Schabbat K’hilchata 32,111). Nach Beendigung des Gesprächs darf der Hörer nicht in die Halterung zurückgelegt werden, es sei denn, die Telefonleitung wird für den Patienten benötigt oder das Nichtauflegen würde die Leitung des Arztes blockieren.

Wenn es der Wunsch der werdenden Mutter ist und es zu ihrer Beruhigung beitragen würde, darf ihr Ehemann oder eine andere Person sie ins Krankenhaus begleiten, auch wenn ihre Hilfe medizinisch nicht gerechtfertigt ist (Igrot Mosche O.C. 1,132). Die Person, die mitgeht, darf auch Grundnahrungsmittel, die am Schabbat benötigt werden, mitbringen (Minchat Yitzchak 8,30–1).

In Ermangelung einer anderen Alternative oder wenn keine Vorkehrungen im Voraus getroffen wurden, ist es erlaubt, dass ein Jude (der Ehemann oder eine andere Person) die Frau selbst ins Krankenhaus fährt. Ein Ehepaar, das sich vor dem Schabbat bewusst ist, dass der Fahrer ein Jude sein könnte, sollte sich vor dem Schabbat auf diese Eventualität vorbereiten. Der kürzestmögliche Weg zum Krankenhaus muss geprüft werden.

AUTO Das Auto, das gefahren werden soll, darf nicht durch andere Autos oder Hindernisse blockiert werden. Die Klimaanlage und das Radio sollten auf Position »Aus« sein. Führerschein, Fahrzeugschein und andere Papiere, die zum Fahren oder im Krankenhaus benötigt werden, sollten vor Schabbat in das Auto gelegt werden. Jemand, der es versäumt hat, sich selbst oder das Auto wie oben beschrieben vorzubereiten, muss trotzdem auf die sicherste und schnellste Art und Weise, die ihm möglich ist, zum Krankenhaus fahren.

Wie man sieht, ist es sehr wichtig, alles im Voraus zu planen, doch man darf niemals vergessen, dass die Gesundheit der Mutter und des Kindes wichtiger ist als alle Schabbatverbote.

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