Berlin

House of One bekommt prominent besetztes Kuratorium

Musterfassade vom House of One am Petriplatz in Berlin Foto: dpa

Namhafte Persönlichkeiten beraten ab sofort als Kuratorium das Berliner Bauprojekt eines gemeinsamen Bet- und Lehrhauses von Juden, Christen und Muslimen. In der konstituierenden Sitzung des 20 Mitglieder umfassenden Gremiums des House of One hob der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, die Bedeutung von interreligiösen Verständigungsprojekten wie dem House of One hervor.

»Ein friedliches, kreatives Miteinander von Judentum, Christentum und Islam mitten in Berlin, inmitten dieser auch politisch alles andere als ruhigen Zeit: Das Konzept hat mich persönlich überzeugt«, sagte Schuster.

»Das Konzept hat mich persönlich überzeugt.«

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte: »Mit dem House of One schafft Berlin etwas Neues, Einzigartiges. Drei bedeutende Religionsgemeinschaften bauen stellvertretend für alle ein gemeinsames Haus. Das ist eine große Chance für unsere Stadt und soll breit ausstrahlen.« Es solle ein klares Signal setzen für Verständigung und Kooperation.

Berlins katholischer Erzbischof Heiner Koch wies darauf hin, dass es innerhalb der Religionsgemeinschaften auch kritische Anfragen an das Projekt des »House of One« gebe: »Hier sollte ein Dialogprozess ermöglicht werden, der das intellektuell Kritische nicht ausschließt.«

Das Projekt sollte auch nichtreligiöse Menschen einbeziehen, meint Berlins katholischer Erzbischof Heiner Koch.

Überdies sollte das Projekt auch nichtreligiöse Menschen einbeziehen. Nicht zuletzt sei sein Eindruck, dass das Projekt noch bekannter gemacht werden müsse.

LEKTÜRE Altbundespräsident Christian Wulff empfahl allen am Projekt Beteiligten die jüngste Enzyklika »Fratelli tutti« von Papst Franziskus zur Lektüre: »Ich halte sie sehr hilfreich für das Konzept des House of One - insbesondere der Hinweis des Papstes, dass Gott alle Menschen liebe, ungeachtet ihrer Religionszugehörigkeit.«

Der Sakralbau wird eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee unter einem Dach umfassen.

Weitere Kuratoriums-Mitglieder neben Müller, Schuster, Koch und Wulff sind der evangelische Berliner Bischof Christian Stäblein, Rabbiner Walter Homolka, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, die Direktorin des Jüdischen Museums Berlin, Hetty Berg, der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide und der Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfrage, Markus Grübel (CDU).

SAKRALBAU Träger des Projekts sind die evangelische Kirchengemeinde Sankt Petri-Sankt Marien, die Jüdische Gemeinde zu Berlin, das Abraham Geiger Kolleg und der muslimische Verein Forum Dialog.

Ihr Sakralbau wird eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee unter einem Dach sowie einen zentralen Raum der Begegnung mit anderen religiösen und nichtreligiösen Menschen umfassen. Die Kosten des Projekts belaufen sich nach Angaben der Träger auf 47,2 Millionen Euro. kna/ja

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