Meinung

Zur Sache, Herr Papst!

Am Sonntag besucht Papst Benedikt XVI. die Synagoge von Rom. Die Medien werden sich auf das Ereignis stürzen und Bilder des Friedens um die Welt schicken, die den Betrachter glauben lassen, das messianische Zeitalter sei angebrochen. Man wird einen lächelnden alten Mann sehen, der von anderen lächelnden Männern empfangen wird. Bestimmt wird der alte Mann für die Einladung danken, und die anderen werden ihm sagen, wie sie sich freuen. Dann werden sie ein wenig essen, ein bisschen plaudern und vor allem stolz darauf sein, einen historischen Moment zu erleben – schließlich gehen Päpste nicht jeden Sonntag in die Synagoge. Doch Halt! Eben weil katholisch-jüdische Begegnungen auf dieser Ebene so selten sind, muss man sie nutzen, um Tachles zu reden: Wie steht es um das Verhältnis des Vatikans zu den Pius-Brüdern, bleibt die Karfreitagsfürbitte, was ist mit der geplanten Seligsprechung von Pius XII. und der Öffnung der Geheimarchive? Fragen über Fragen, die die Gastgeber ihrem Besucher stellen müssen. Dabei dürfen sie sich nicht blenden lassen. Weder von Benedikts Heiligenschein, noch von seinen roten Schuhen und schon gar nicht von seinem sanftmütigen Lächeln.

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  26.10.2026

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Rechtsextremismus

Urteil gegen AfD-Politiker wegen Wahlplakats rechtskräftig

Hat der AfD-Abgeordnete Wilko Möller mit einem »Hitlergruß« auf Plakaten Wahlkampf gemacht? Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte ihn zu einer Geldstrafe verurteilt. Dagegen legte der Politiker Revision ein – vergeblich

 26.10.2026

Leerer Klassenraum (Symbolbild)

Hessen

Strafverfahren gegen Lehrer wegen israelfeindlicher Posts eingestellt

Wegen Instagram-Beiträgen, die als »antisemitisch und israelfeindlich« eingestuft wurden, ist ein Gymnasiallehrer seit einem Jahr vom Dienst suspendiert. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung wurde nun eingestellt

 26.10.2026

Krieg

Selenskyj: Warten fast einen Monat auf Hegseth-Unterschrift

Der Ukraine mangelt es nach eigenen Angaben an Raketen zur Abwehr russischer Angriffe. Nun äußert Präsident Selenskyj Kritik am US-Verteidigungsminister Hegseth

 26.10.2026

Deutschland

Zentralrat der Juden warnt vor möglicher antisemitischer Gewalt bei Protesten am 31. Oktober

In einem Schreiben wird für das Wochenende zu Vorsicht und verschärften Sicherheitsmaßnahmen geraten

 26.10.2026

Regierungsbildung

Berliner SPD plant Mitgliederbefragung über Koalition

Die Basis soll über eine Koalition mit Linken und Grünen mitentscheiden

 26.10.2026

Debatte

Zentralrat der Juden warnt vor AfD in Sachsen-Anhalt und nimmt Linke in Berlin Abkehr von Antisemitismus nicht ab

Präsident Josef Schuster blickt sorgenvoll auf zwei deutsche Bundesländer

 26.10.2026

Berlin

Linke-Kandidat für Neukölln: Recherchen dokumentieren Nähe zu PFLP-Sympathisanten

Ein Dossier der Monitoringgruppe Amit, über das die »Welt« berichtet, dokumentiert mehrere Berührungspunkte des 45-jährigen Rechtsanwalts mit Personen und Veranstaltungen, bei denen Sympathien für die Organisation erkennbar waren.

 26.10.2026

Berlin

Schuster: Nehme der Linken Abkehr von Antisemitismus nicht ab

Der Kampf gegen Judenhass erschwert die Gespräche über Rot-Grün-Rot in Berlin. Eine Erklärung der Linken reicht dem Präsidenten des Zentralrats der Juden nicht

 26.10.2026