Antisemitismus

Zentralrat: Juden machen sich aus Sorge oft unsichtbar

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Foto: Marco Limberg / Zentralrat der Juden in Deutschland

Aus Sorge vor Angriffen und Anfeindungen bemühen sich jüdische Menschen in Deutschland seit einigen Monaten, in der Öffentlichkeit weniger aufzufallen. Das berichtete der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, am Donnerstag in Berlin. »Auch der Gottesdienstbesuch hat seit dem 7. Oktober abgenommen«, fügte er hinzu.

Die islamistische Hamas und andere Gruppierungen hatten bei einem terroristischen Angriff in Israel am 7. Oktober 2023 rund 1200 Menschen getötet und Hunderte Geiseln genommen.

Der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, Felix Klein, teilt Schusters Befund. Er sagte, Jüdinnen und Juden vermieden es vielfach, in der Öffentlichkeit Hebräisch zu sprechen. »Israelbezogener Antisemitismus reicht weit in die Mitte der Gesellschaft hinein«, warnte er. Das Bundeskriminalamt habe zwischen dem 7. Oktober vergangenen Jahres und dem 22. Januar insgesamt 2249 antisemitische Straftaten erfasst, sagte Klein. Dies sei eine »ungeheuerliche Zahl«.

Klein forderte zudem: »Wir dürfen judenfeindliche Narrative im Kunst- und Kulturbereich nicht mit öffentlichen Mitteln fördern.« Es brauche »klare Regeln, damit unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit nicht antisemitischer Hass und Antisemitismus praktiziert wird«.

Schuster betonte, die Zusammenarbeit mit den Behörden sei gut, was Sicherheitsmaßnahmen für jüdische Einrichtungen betreffe. Sorgen bereite ihm die Bedrohung durch islamistisch motivierten Antisemitismus. Er sagte: »Der Krieg in Gaza, der auf den barbarischen Terroranschlag der Hamas folgte, bietet islamistischen Antisemiten eine Gelegenheitsstruktur zur organisierten Mobilisierung von Social-Media-Kampagnen und Veranstaltungen.« dpa

New York

Mann schlägt 63-jährige Synagogenbesucherin

Ein 46-jähriger drang am Freitag während des Schabbat-Gottesdienstes in eine Manhattaner Synagoge ein und randalierte dort

 17.08.2026

Nahost

US-Rahmenabkommen mit Iran läuft aus: Was hat es gebracht?

Die Vereinbarung mit dem Iran sollte den Krieg zu einem Ende bringen. Das Mitte Juni auf 60 Tage angelegte Abkommen hielt jedoch nicht lange. Hat US-Präsident Trump damit überhaupt etwas erreicht?

von Jürgen Bätz  17.08.2026

Extremismus

Wagenknecht an Höcke: »Warum reden wir nicht mal?«

Seit Tagen liefern sich die BSW-Gründerin und der thüringische AfD-Chef ein Fernduell mit Vorschlägen und Provokationen. Jetzt legt Sahra Wagenknecht nach

 17.08.2026

Terror

Iran bereitet sich auf Ausweitung des Krieges vor

Das Mullah-Regime soll während der 60-tägigen Frist eines mit Washington vereinbarten Memorandums für den Fall eines erneuten militärischen Konflikts vorgesorgt haben

 17.08.2026

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität. Ein Kommentar von JA-Schweiz-Korrespondentin Nicole Dreyfus

von Nicole Dreyfus  16.08.2026

Kairo

Jared Kushner führt Gespräche über Gaza in Ägypten

Der Schwiegersohn von US-Präsident Trump will in Ägypten Fortschritte im seit langem festgefahrenen Friedensplan für den Gazastreifen erzielen

 16.08.2026

Sanaa

Regierungstruppen im Jemen melden 181 Angriffe in 24 Stunden

Mit Drohnen und Raketen attackieren Regierungskräfte Militärstützpunkte und Waffendepots der Huthi-Terrormiliz. Wie weit eskaliert die Lage noch?

 16.08.2026

Teheran

Iran richtet Mann wegen angeblicher Israel-Spionage hin

Die iranische Justiz hat ein weiteres Todesurteil vollstreckt. Menschenrechtler werfen den Behörden vor, die Todesstrafe zur Unterdrückung von Kritik einzusetzen

 16.08.2026

Berlin

Prien: Differenzierte Haltung zu Israel kann ein Wagnis sein

Der Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat Gräben in der Gesellschaft verdeutlicht - und teils auch vertieft. Wer dagegen differenziert argumentiere, habe es oft nicht leicht, sagt Ministerin Prien

 16.08.2026