KZ-Gedenkstätten

Zentralrat fordert Besuchspflicht für Schüler

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: ZR

Der Zentralrat der Juden in Deutschland spricht sich für Pflichtbesuche von Schülern höherer Klassen in KZ-Gedenkstätten aus. »In der Gedenkstätte wird sichtbar, wohin die Diskriminierung und Verfolgung einer Minderheit im Extremfall führen kann«, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster dem MDR-Magazin Exakt. Auch für Schüler mit Migrationshintergrund, »deren Vorfahren nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun hatten«, halte er die Besuche für sinnvoll, fügte Schuster hinzu.

Der Ehrenvorsitzende der Leipziger Jüdischen Gemeinde, Rolf Isaacsohn, plädierte ebenfalls für Pflichtbesuche. Zu DDR-Zeiten sei der Besuch der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar verpflichtend gewesen, sagte der 84-jährige Holocaust-Überlebende dem MDR. Es sei wichtig, dies heute weiterzuführen. »Freiwillig haben ja manche Scheu davor, das zu sehen oder zu erleben«, sagte Isaacsohn.

lehrplan Heute seien Gedenkstättenbesuche an Schulen bundesweit kaum noch vorgesehen, teilte der MDR unter Berufung auf eine Umfrage bei den Kultusministerien aller 16 Bundesländer weiter mit. Nur in Bayern steht demnach noch »für nahezu alle Schüler« eine Exkursion in eine KZ-Gedenkstätte im Lehrplan.

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hält Zwangsbesuche dem Bericht zufolge für pädagogisch falsch. »Ich halte den Weg der Freiwilligkeit für den richtigen«, sagte er dem MDR. Auch die Gedenkstätte Buchenwald reagierte ablehnend. »Unsere jahrzehntelangen Erfahrungen zeigen, dass bei freiwilligen Gedenkstättenbesuchen die Eigenmotivation der Besucher deutlich höher ist, sich intensiv und nachhaltig mit Buchenwald und seiner Geschichte auseinanderzusetzen«, teilte ein Sprecher dem MDR-Magazin mit. epd

Interview

»Sonntagsreden reichen nicht«

Hessens Justizminister Christian Heinz will, dass Aufrufe zur Vernichtung Israels künftig unter Strafe stehen. Wie lässt sich ein solcher Eingriff in die Meinungsfreiheit begründen? Ein Gespräch über Staatsräson, den Schutz jüdischen Lebens und Mehrheiten im Bundesrat

von Joshua Schultheis  17.05.2026

Nahost

Stille Wende im Krieg: Emirate und Saudi-Arabien griffen Iran an

Nach Irans Angriffen wiederholten die Golfstaaten das Mantra vom Recht auf Selbstverteidigung. Jetzt wird bekannt, dass zwei von ihnen auch zurückschlugen - und eine wichtige Schwelle überschritten

von Johannes Sadek, Weedah Hamzah  17.05.2026

Wien

14 Aktivisten bei Anti-Israel-Demo festgenommen

Vor Beginn des ESC-Finales gab es mehrere Demonstrationen gegen Israels Teilnahme

 17.05.2026

Brandenburg

Brandanschlag: Jüdische Gemeinden stellen sich hinter Büttner

Im Fall des Brandanschlags auf das Anwesen des brandenburgischen Antisemitismusbeauftragten gibt es viele offene Fragen. Die örtliche jüdische Gemeinde solidarisiert Sicherheit mit Andreas Büttner

 15.05.2026

Belgien

Uni-Rektorin: »Haben bereits viele Partnerschaften verloren«

Die Besetzer verlangen einen vollständigen Boykott Israels und wollen weitermachen - obwohl die Uni-Leitung ihnen nun erneut entgegenkam

von Michael Thaidigsmann  15.05.2026

USA

Gericht setzt Sanktionen gegen Francesca Albanese aus

Ein Richter in Washington hat Sanktionen der Trump-Regierung gegen die UN-Berichterstatterin vorerst gestoppt. Die USA werfen ihr Voreingenommenheit und Antisemitismus vor

 15.05.2026

London

König Charles besucht Opfer der Messerattacken in Golders Green

Der Monarch spricht auch mit dem 76-jährigen Norman Shine, der im April bei einer antisemitisch motivierten Mersserattacke an einer Bushaltestelle am Hals verletzt worden war

 15.05.2026

Würzburg

Schuster sieht Gleichgültigkeit bei Judenhass - Zivilcourage gefragt

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, warnt vor einem Wegsehen bei Antisemitismus in Deutschland. Und gibt konkrete Tipps, wie man auf judenfeindliche Sprüche reagieren sollte

 15.05.2026

Peking

Trump erhöht Druck auf Iran

»Ich werde nicht mehr besonders lange geduldig sein«, sagt der amerikanische Präsident

 15.05.2026