Parteien

Zentralrat der Juden warnt vor AfD

Foto: dpa

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, warnt trotz schlechter Umfragewerte für die AfD vor dem Wirken der Partei. »Die Gesellschaft darf sich nicht mit einer Partei in den Parlamenten abfinden, die enge Verbindungen zur rechtsextremen Szene hat, deren Ansichten salonfähig macht«, schreibt Schuster in einem Gastbeitrag der »Bild«-Zeitung (Freitag). Prognosen zeigten zwar eine Halbierung der AfD-Ergebnisse, aber dies sei mitnichten ein Grund zur Beruhigung oder Erleichterung.

Besonders verheerend sei das Wirken der AfD im Bundestag. »Anstatt tatsächlich, wie es ihr Name suggeriert, politische Alternativen anzubieten, hat sie nur ein Ziel: den Politikbetrieb verächtlich zu machen«, so der Zentralratspräsident. Seit Beginn der Corona-Pandemie kämen von der Partei weder konstruktive Vorschläge noch sachliche Kritik. »Im Gegenteil. Ihre Politiker ziehen hanebüchene Vergleiche zwischen der Regierungspolitik und dem Ermächtigungsgesetz der Nazis und sorgten dafür, dass Corona-Leugner in den Bundestag eindringen konnten«, beklagt Schuster.

Die AfD sei eine Partei der Verantwortungslosigkeit. »Ginge es nach ihr, hätten wir vermutlich überhaupt keine Impfungen gegen Corona, aber wegen immens hoher Infektionszahlen einen totalen Kollaps unserer Krankenhäuser«, so Schuster. Es liege in der Hand der Wähler, der AfD Einhalt zu gebieten, bevor sie es schaffe, doch noch von der Krise zu profitieren. »Sie hat in unseren Parlamenten nichts verloren«, schreibt Schuster. kna

Kommentar

Die Hinrichtungen gehen weiter

Nach der brutalen Niederschlagung der Protestbewegung im Januar setzt das Regime seine Exekutionskampagne vor den Augen der Welt fort

von Nila Mozafari  30.07.2026

Hannover

Mehrere AfD-Bewerber von Kommunalwahl ausgeschlossen

Bis Mittwoch mussten Niedersachsens Wahlausschüsse über alle Kandidaturen für die Kommunalwahl entscheiden. Mehrere Politiker der rechtsextremistischen Partei dürfen wegen Zweifeln an ihrer Verfassungstreue nicht antreten

 30.07.2026

Berlin

Mitarbeiter und Gäste des Kulturschiffs MS Goldberg antisemitisch beschimpft

Der Mann fuhr mit seinem Boot neben dem Kulturschiff und pöbelte dabei. Später soll er noch Beleidigungen per Email und via Facebook verschickt haben

 30.07.2026

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert

Berlin

Tödliche Ignoranz

Der Attentäter vom Christopher Street Day war Islamist. Doch manchen fällt es schwer, die Hintergründe der Mordtat konkret zu benennen. Sie kennen nur Reflexe

von Ralf Balke  30.07.2026

Berlin

Breites Bündnis fordert Klartext beim Thema Islamismus

Die meisten Muslime in Deutschland lehnten islamistische Ideologien ab. Gerade deshalb müssten sie ihnen »innerhalb der eigenen Gemeinschaft entschlossen entgegenzutreten«, heißt es in einem von 23 Organisationen unterzeichneten Aufruf

 30.07.2026

Interlochen (Michigan)

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Jeffrey Epstein im Umfeld einer US-Kunstschule

Zwei ehemalige Schülerinnen schilderten grenzüberschreitendes sexuelles Verhalten des Finanzinvestors

 30.07.2026

Berlin

Nach CSD-Anschlag: Technoparade »Zug der Liebe« abgesagt

Nach dem Anschlag am Rande des Christopher Street Days wird die Technoparade »Zug der Liebe« abgesagt. Die Ereignisse hätten die Lage »drastisch verändert«, so die Veranstalter

 30.07.2026

Berlin

Früherer Verfassungsrichter gegen AfD-Verbotsverfahren

Die AfD könnte bei der Wahl in Sachsen-Anhalt womöglich eine absolute Mehrheit erreichen. Hans-Jürgen Papier ist aber gegen ein Verbotsverfahren

 30.07.2026