Der Fall »Ye«

Zentralrat verurteilt Aussage von Adidas-Chef über Kanye West

Judenhasser durch und durch: Kanye West Foto: picture alliance / Evan Agostini/Invision/AP

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die jüngste Aussage des Vorstandsvorsitzenden des Sportartikelherstellers Adidas, Bjørn Gulden, scharf kritisiert. Dies ist die Reaktion auf Guldens Aussage zum antisemitischen Künstler Ye (ehemals Kanye West), der ein wichtiger Werbepartner von Adidas war - bis das Unternehmen die Kooperation aufgrund der wiederholten antisemitischen Aussagen des Musikers beenden musste.

»Kanye West ist ein irrlichtender Fanatiker«, schrieb der Zentralrat auf X - der Internet-Plattform, von der Ye aufgrund seines offen demonstrierten Judenhasses bereits zweimal verbannt wurde. »Wenn die Rechtfertigung von Antisemitismus nun Geschäftspolitik von Adidas ist, müssen sich Unternehmen und Verbände die Frage stellen, ob der Weltkonzern aus Deutschland ein geeigneter Partner sein kann«, so die jüdische Dachorganisation.

»Kreativster Mensch« Gulden hatte Ye zuletzt verteidigt. »Ich halte Kanye West für einen der kreativsten Menschen der Welt«, hatte er in dem Podcast »In Good Company« erklärt. Er glaube nicht, dass Ye ein schlechter Mensch sei. »Es kam nur so rüber«, sagte Gulden.

Der Adidas-CEO schien damit seinem eigenen Unternehmen zu widersprechen. Denn nach den Ausfällen von Ye hatte der Konzern erklärt, Antisemitismus und jede andere Art der Hassrede werde nicht geduldet und die Zusammenarbeit mit Ye beendet. Die ehemals von ihm beworbenen »Yeezy«-Turnschuhe sollten daraufhin günstig verkauft werden, was jedoch nur begrenzt funktionierte. Adidas sitzt daher auf einem großen Vorrat.

Ye war von Twitter - vor der Umbenennung in X - zweimal gesperrt worden, da er ein Hakenkreuz und judenfeindliche Sprüche veröffentlicht hatte. Unter anderem hatte er angedeutet, er befinde sich mit den Juden im Krieg.

Seine Ausfälle hatten viel Kritik nach sich gezogen - auch von jüdischen Organisationen. Zugleich wurde aufgrund Yes antisemitischer Propaganda eine generelle Zunahme entsprechender Posts festgestellt. X-Chef Elon Musk wurde vorgeworfen, diese Entwicklung mit seiner Unternehmenspolitik zugelassen zu haben. im

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  01.10.2026

Aufruf

Rapper Danger Dan: Man darf sich von Angst nicht lähmen lassen

Das ZDF untersagte im Sommer den Auftritt von Danger Dan und Igor Levit mit ihrem Song »Keine Angst« in der Satire-Sendung »Die Anstalt«. Doch das Lied motivierte andere, aktiv zu werden gegen Neonazi-Umtriebe

von Barbara Just  01.10.2026

UN-Kongress

Experten diskutieren strafrechtliche Verfolgung sexueller Gewalt in Konflikten

Bei einer Veranstaltung im Rahmen des UN-Kongresses zur Verbrechensverhütung in Abu Dhabi diskutierten jüdische Organisationen über Strafverfolgung, digitale Beweismittel und den Schutz von Betroffenen

 01.10.2026

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 01.10.2026

Terrorismus

Sicherheitsbehörden verhindern Mordanschläge auf jüdische Ziele in Deutschland

Die Hintergründe

 01.10.2026

Washington D.C.

Keith Sonderling als US-Arbeitsminister bestätigt

In den Vereinigten Sraaten ist der in New York geborene Anwalt bereits der vierte Jude, der dieses Amt ausübt

 01.10.2026

Der RAF-Stützpunkt Fairford, im Hintergrund ein B1-Bomber

London

Vorfall bei US-Militärbasis: »Hinweise« auf Beteiligung eines Drittstaates

Nach dem Vorfall an einem US-Luftwaffenstützpunkt in Großbritannien kommen immer mehr Details ans Licht. Andy Burnham bestätigt nun eine mögliche Verbindung zu einem ausländischen Akteur.

 01.10.2026

Berlin

Linken-Politiker Ferat Koçak gibt Sitz im Innenausschuss ab

Der Wahlsieg der Linken lässt die Linken jubeln. Doch Fotos werfen Fragen zu Mitfeiernden auf. Der Neuköllner Bundestagsabgeordnete steht besonders in der Kritik und zieht nun Konsequenzen

 01.10.2026

Berlin

Linke, Grüne und SPD reden über Antisemitismus

Die drei potenziellen Koalitionspartner diskutieren nach der Wahl gemeinsam über Judenhass und organisierte Kriminalität. Warum das offiziell noch keine Sondierungen sind

 01.10.2026