Halle-Prozess

»Wir wollen, dass jeder Überlebende gehört wird«

Marina Chernivsky Foto: Rolf Walter

Zur heutigen Urteilsverkündung im Prozess zum rechtsextrem und antisemitisch motivierten Attentat in Halle (Saale) am 9. Oktober 2019 haben der Verband der Opferberatungsstellen, der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Bundesverband RIAS) e.V., OFEK e.V. – Beratungsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung sowie die prozessbegleitenden Dokumentations- und Rechercheplattformen NSU Watch, Zentrum für demokratischer Widerstand e.V. – democ.de und Belltower News eine gemeinsame Presseerklärung veröffentlicht. Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) unterstützt die Erklärung.

SCHLUSSWORTE Die Unterzeichner betonten die Forderungen der Überlebenden des Attentats durch die gemeinsame Veröffentlichung ihrer Schlussworte und erinnern an die zentrale Bitte der Überlebenden, in der medialen Berichterstattung auf die Namensnennung des Täters zu verzichten.

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»Wir wollen, dass jede und jeder einzelne Überlebende gehört wird. Denn eine effektive Strafverfolgung nach und Prävention von weiteren rechtsterroristisch, antisemitisch und rassistisch motivierten Attentaten und Angriffen ist nur möglich, wenn die Perspektiven der Überlebenden und Betroffenen im Mittelpunkt stehen: für die Ermittlungsbehörden, die Justiz, die mediale Berichterstattung und die Gesellschaft «, sagt Antje Arndt vom Vorstand des VBRG und der Projektleitung der Mobilen Opferberatung in Sachsen-Anhalt.

AUFARBEITUNG »Die Überwindung der extremtraumatischen Wirkung eines solchen Attentats hängt eng damit zusammen, wie das Umfeld, die Ermittlungsbehörden, die Gesellschaft, Politik und Medien darauf reagieren und wie die Tat aufgearbeitet wird«, sagt Marina Chernivsky, Vorstandsmitglied und Geschäftsführung von OFEK.

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Dies könne nur gelingen, wenn die vielen einzelnen Entscheidungsträger und die hiesige Gesellschaft die Bereitschaft entwickelten, Antisemitismus und Rassismus sowie die Bedrohung durch die rechten Strukturen nicht nur einzusehen, sondern auch zu durchdringen und entsprechend zu handeln, so Chernivsky.

»Alle, die sich gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus einsetzen, sollten den Nebenkläger*innen für ihren Mut und ihr gesellschaftliches Engagement dankbar sein«, betont Benjamin Steinitz, Geschäftsführer des Bundesverbands RIAS. 

Die Schlussworte der Nebenkläger im Halle-Prozess sind unter anderem auf der Webseite von Zentrum für demokratischer Widerstand e.V. – democ.de zu finden. Die gesamte Presseerklärung ist hier nachzulesen. ja

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