Einspruch

Wir müssen gegen den Iran wehrhaft sein

Josef Schuster ist der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Einspruch

Wir müssen gegen den Iran wehrhaft sein

Die deutsche Politik braucht eine entschlossene Haltung gegen die terroristische Bedrohung aus Teheran. Die jüdischen Gemeinden machen es vor: Sie investieren in Sicherheit und mentale Standhaftigkeit

von Josef Schuster  02.07.2025 11:18 Uhr

Ein antisemitischer Terroranschlag in Deutschland wurde abgewendet. Wir müssen diesen Satz aussprechen, sonst verstehen wir ihn nicht. Der Drahtzieher: das Mullah-Regime im Iran. Die Erleichterung über die geglückte Abwehr durch den dänischen Nachrichtendienst und unseren Verfassungsschutz ist nur ein kurzer Tagtraum. Bei allem Dank, zu dem wir den Behörden verpflichtet sind, wissen wir, dass uns das nicht beruhigen kann.

Herbst 2022: ein antisemitischer Anschlag in Bochum – die Spur führt in den Iran. Nach jahrelanger Propaganda wird im November 2023 die »Blaue Moschee« in Hamburg dichtgemacht – der Arm der Mullahs war hier besonders spürbar. Es ist die Zeit unmittelbar nach dem 7. Oktober 2023. Terrorunterstützer fachen den antisemitischen Furor auf deutschen Straßen an. Hier mischen auch die Netzwerke mit, die jährlich Al-Quds-Märsche organisieren – eine weitere iranische Machenschaft, um den Hass auf Israel und Juden in westlichen Gesellschaften zu verankern.

Die jüdischen Gemeinden müssen die Speerspitze der ideellen Aufrüstung unserer Gesellschaft sein.

Die Uhr tickt. Sie tickt in Teheran, wo sie die Auslöschung des jüdischen Staates ankündigen soll, und sie tickt in Deutschland und Europa. Was muss noch passieren, bis die Revolutionsgarden von der EU endlich als Terrororganisation gelistet werden? Die jahrzehntelangen Versuche eines geregelten Umgangs mit dem Mullah-Regime müssen ein Ende haben. Auch zum Wohle des iranischen Volkes.

Lesen Sie auch

Nach diesem mutmaßlich geplanten Terrorangriff muss die Haltung der Bundesregierung klar sein – und das muss sich in aktiver Politik gegen das Regime zeigen, im Inneren wie nach außen. Die jüdischen Gemeinden in Deutschland sind wehrhaft. Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht. Wir haben investiert – in die Sicherheit und in unsere mentale Standhaftigkeit. Es ist jetzt nicht die Zeit für Vorwürfe. Wir müssen die Speerspitze der ideellen Aufrüstung unserer Gesellschaft sein. Nur so kann Irans Hass besiegt werden.

Der Autor ist Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Gefahr

Israel: Iran kann kein Uran mehr anreichern

Seit 20 Tagen attackieren Israel und die USA den Iran mit schweren Luftangriffen. Dem israelischen Ministerpräsidenten zufolge hat die gemeinsame militärische Operation bereits Ergebnisse gebracht

 19.03.2026

Suchmaschine

USA ermöglichen Recherche zu Nazis in der eigenen Familie

War der eigene Opa ein Nazi? Diese Frage kann nun über das US-Nationalarchiv beantwortet werden. Erstmals wurden die überlieferten Mitgliedskarteien der NSDAP vollständig ins Netz gestellt

von Sabina Crisan, Marc Fleischmann  19.03.2026

Krieg

Araghtschi droht mit Vergeltung für Angriffe auf Infrastruktur

Irans Außenminister droht mit massiver Vergeltung, sollte Israel erneut Öl- und Gasanlagen angreifen. Araghtschi stellt auch eine weitere Bedingung für ein Kriegsende

 19.03.2026

Krieg gegen Iran

Deutschland und Verbündete verurteilen Blockade am Golf

Die großen europäischen Staaten und Japan fordern ein sofortiges Ende der Angriffe auf Handelsschiffe und zivile Infrastruktur. Die USA und Israel werden nicht erwähnt

 19.03.2026

Fernsehen

Linken-Chefin Schwerdtner übt sich bei Markus Lanz in Antizionismus-Akrobatik

Die Linken-Chefin wurde in der Talkshow zum israelfeindlichen Beschluss ihrer niedersächsischen Genossen befragt, der den Zionismus ablehnt

von Chris Schinke  19.03.2026

Krieg gegen Iran

US-Finanzminister könnte Sanktionen gegen iranisches Öl lockern

Öl und Gas haben sich in den vergangenen Wochen dramatisch verteuert, nachdem die USA und Israel den Iran angegriffen haben. Nun will US-Finanzminister Bessent dagegen vorgehen

 19.03.2026

Washington D.C.

Berichte: Trump wusste vorab von Israels Angriff auf Gasfeld

Neue Berichte stellen Trumps Darstellung zum israelischen Angriff auf »South Pars« infrage. Hat der US-Präsident den Schlag gebilligt, um den Druck auf den Iran zu erhöhen?

 19.03.2026

Teheran

Expertin: Irans Führung kämpft im Krieg ums Überleben

Das Mullah-Regime betrachtet den Konflikt mit Israel und den USA als Überlebenskampf. Warum eine Expertin dennoch keinen Zusammenbruch des Systems erwartet

 19.03.2026

München

CSU: »Linke zeigt ihr antisemitisches Gesicht«

Niedersachsens Linke hat sich gegen den »real existierenden Zionismus« gewandt. Die CSU ist fassungslos und fordert nicht nur eine Reaktion der Parteispitze. Eine Person wird besonders attackiert

 19.03.2026