Meinung

Welt weit weg

Zum ersten Mal in der Geschichte lässt sich ein Papst interviewen. Benedikt XVI. ist offenbar in Erklärungsnot, er fühlt sich von der Welt nicht mehr verstanden. Gemeinsam mit seinem Lieblingsjournalisten Peter Seewald startet er eine PR-Offensive, die seine Politik ins rechte Licht rücken soll: ins Licht der Welt, so der Titel des Interview-Bandes, der diese Woche erschienen ist. Vieles im Vatikan ist schief gelaufen in letzter Zeit. Um ultrakonservative Kreise einzubinden, war Benedikt zu manchem Zugeständnis bereit. Man denke nur daran, wie er im Januar 2009 den Holocaustleugner Richard Williamson zurück in den Schoß der Kirche holte. »Leider hat niemand bei uns im Internet nachgeschaut und wahrgenommen, um wen es sich hier handelt«, erklärt der Papst im Interview. Wie bitte? Mit einer so unbedarften Ausrede könnte vielleicht der Kaplan einer kleinen Landpfarrei seine Ehre retten, aber nicht das Oberhaupt einer Institution mit mehr als einer Milliarde Anhängern. Und schon bahnt sich der nächste Skandal an: die Seligsprechung des um- strittenen »Holocaust-Papstes« Pius XII. Wetten, dass wir, sobald der Vorgang abgeschlossen ist, denselben Satz noch einmal hören? »Leider hat niemand bei uns im Internet nachgeschaut und wahrgenommen, um wen es sich hier handelt.«

Washington D.C./Jerusalem

Trump soll Netanjahu von neuem Großangriff auf Iran abgehalten haben

Die geplante Offensive sollte umfangreicher ausfallen als der gemeinsame israelisch-amerikanische Militäreinsatz im Februar

 21.10.2026

Berlin

Demonstranten kleben sich vor Rüstungsunternehmen fest

Die Aktivisten wollen damit gegen Waffenlieferungen nach Israel protestieren

 21.10.2026

Berlin/Augsburg

Volker Beck: Agieren von Grünen und SPD »unverständlich«

»Bei der Berliner Linken hat keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Judenhass und Antizionismus in den eigenen Reihen stattgefunden«, sagt der DIG-Präsident

 21.10.2026

Jerusalem

Schicksalswahl in Israel: Es geht um mehr als Netanjahu

Kann der heutige Ministerpräsident trotz des Versagens vom 7. Oktober und dreier harter Kriegsjahre seine Macht behaupten? Oder gelingt es der liberaleren Opposition, ihn nach Jahren an der Regierungsspitze abzulösen?

von Sara Lemel  21.10.2026

Diether Dehm

Nach Auftritt mit Höcke

Strafbefehl gegen Diether Dehm wegen SA-Parole

Björn Höcke wurde wegen der Verwendung der Parole »Alles für Deutschland« bereits rechtskräftig verurteilt. In einem Interview mit dem AfD-Mann wiederholte der frühere Linken-Politiker Diether Dehm diese Worte und soll dafür nun 9000 Euro zahlen

 20.10.2026

Reaktionen

Ein Hausmeister für die Mullahs

Die Bundesregierung habe zu lasch auf die iranischen Mordkomplotte in Deutschland reagiert, finden jüdische und pro-israelische Organisationen. Sie fordern tiefgreifende Konsequenzen

von Stefan Laurin  20.10.2026

Würzburg

Zentralratspräsident Josef Schuster kandidiert erneut

Der Würzburger Internist will auf der Ratsversammlung des Zentralrats der Juden am 29. November für weitere vier Jahre antreten

 21.10.2026 Aktualisiert

Vereinte Nationen

Wer finanziert die Arbeit der UN-Berichterstatter?

Die Genfer NGO UN Watch hat einen Bericht vorgelegt, der die Zuwendungen an rund 140 unabhängige Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen unter die Lupe nimmt. Auf Platz 3 der Liste: Francesca Albanese

von Michael Thaidigsmann  20.10.2026

Israel

»So wollte ich nicht sterben«

Der indische Kapitän des »Fly Dubai«-Fluges schildert erstmals ausführlich, was sich an Bord abspielte

 20.10.2026