Meinung

Welt weit weg

Zum ersten Mal in der Geschichte lässt sich ein Papst interviewen. Benedikt XVI. ist offenbar in Erklärungsnot, er fühlt sich von der Welt nicht mehr verstanden. Gemeinsam mit seinem Lieblingsjournalisten Peter Seewald startet er eine PR-Offensive, die seine Politik ins rechte Licht rücken soll: ins Licht der Welt, so der Titel des Interview-Bandes, der diese Woche erschienen ist. Vieles im Vatikan ist schief gelaufen in letzter Zeit. Um ultrakonservative Kreise einzubinden, war Benedikt zu manchem Zugeständnis bereit. Man denke nur daran, wie er im Januar 2009 den Holocaustleugner Richard Williamson zurück in den Schoß der Kirche holte. »Leider hat niemand bei uns im Internet nachgeschaut und wahrgenommen, um wen es sich hier handelt«, erklärt der Papst im Interview. Wie bitte? Mit einer so unbedarften Ausrede könnte vielleicht der Kaplan einer kleinen Landpfarrei seine Ehre retten, aber nicht das Oberhaupt einer Institution mit mehr als einer Milliarde Anhängern. Und schon bahnt sich der nächste Skandal an: die Seligsprechung des um- strittenen »Holocaust-Papstes« Pius XII. Wetten, dass wir, sobald der Vorgang abgeschlossen ist, denselben Satz noch einmal hören? »Leider hat niemand bei uns im Internet nachgeschaut und wahrgenommen, um wen es sich hier handelt.«

SPIEGEL-Affäre

Eralp zu Angst-Eingeständnis: Nehme Rat von Behörden ernst

Mit schriftlichen Anmerkungen zu einem Interview sorgt die Berliner Linken-Frontfrau für Aufsehen. Nun bezieht sie selbst Stellung - und führt ihr Handeln auf den Rat der Sicherheitsbehörden zurück

 30.10.2026

Berlin

Thorsten Frei fordert Abbruch der Koalitionsverhandlungen mit Linken

»Wer in den eigenen Reihen die Zusammenarbeit mit Hamas-Sympathisanten duldet, kann nicht glaubwürdig Verantwortung für die Sicherheit von Millionen Berlinern übernehmen«, so der Fraktionschef der Bundestagsunion

 30.10.2026

Debatte

Nach Eralp-Veröffentlichung: Jetzt meldet sich der »Spiegel« zu Wort

 30.10.2026

Rheinland-Pfalz

CDU, SPD und Grüne fordern Schulterschluss gegen Antisemitismus

Nachdem in einem Brief an die Jüdische Gemeinde Speyer gedroht wurde, die Synagoge in die Luft zu sprengen, wollten die Fraktionen ein Zeichen setzen

 30.10.2026

Verbannung

Stolperstein-Aus in Heidenau bleibt - Stadtrat weist Petitionen ab

Das Aus für neue Stolpersteine im sächsischen Heidenau sorgte zuletzt für bundesweiten Aufruhr. Fünf Petitionen wollten das Verbot nun kippen

von Daniel Zander  30.10.2026

Berlin

Karin Prien bietet jungen Leuten Dialog über Probleme an

Vor dem Protesttag am Samstag gibt es Warnungen vor Krawallen. Nun kommen verstärkt Mahnungen hinzu, die Anliegen der »Gen Z« ernst zu nehmen. Die Jugendministerin ergreift die Initiative

 30.10.2026

Los Angeles

Bürgermeisterkandidatin für Los Angeles gerät wegen Haltung zu Israel unter Druck

Nach dem Geschmack der Democratic Socialists of America (DSA) ist die Bürgermeister-Kandidatin nicht israelfeindlich genug

 30.10.2026

Düsseldorf

Friedman und Neubaur mahnen zum Schutz jüdischen Lebens

Die Grünen-Politikerin Mona Neubaur ist neue Trägerin der Josef-Neuberger-Medaille, die den Einsatz für die jüdische Gemeinschaft ehrt. Bei ihrer Auszeichnung dringt die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin darauf, jüdisches Leben zu schützen

 30.10.2026

Washington D.C.

Militärchef berät Trump persönlich über Optionen im Iran-Krieg

Seit Tagen wird über mögliche neue Angriffe der USA und Israels im Iran sowie über Bemühungen um eine diplomatische Lösung berichtet. Nun liegen US-Medien Informationen zu einem seltenen Treffen vor

 30.10.2026