Meinung

Welt weit weg

Zum ersten Mal in der Geschichte lässt sich ein Papst interviewen. Benedikt XVI. ist offenbar in Erklärungsnot, er fühlt sich von der Welt nicht mehr verstanden. Gemeinsam mit seinem Lieblingsjournalisten Peter Seewald startet er eine PR-Offensive, die seine Politik ins rechte Licht rücken soll: ins Licht der Welt, so der Titel des Interview-Bandes, der diese Woche erschienen ist. Vieles im Vatikan ist schief gelaufen in letzter Zeit. Um ultrakonservative Kreise einzubinden, war Benedikt zu manchem Zugeständnis bereit. Man denke nur daran, wie er im Januar 2009 den Holocaustleugner Richard Williamson zurück in den Schoß der Kirche holte. »Leider hat niemand bei uns im Internet nachgeschaut und wahrgenommen, um wen es sich hier handelt«, erklärt der Papst im Interview. Wie bitte? Mit einer so unbedarften Ausrede könnte vielleicht der Kaplan einer kleinen Landpfarrei seine Ehre retten, aber nicht das Oberhaupt einer Institution mit mehr als einer Milliarde Anhängern. Und schon bahnt sich der nächste Skandal an: die Seligsprechung des um- strittenen »Holocaust-Papstes« Pius XII. Wetten, dass wir, sobald der Vorgang abgeschlossen ist, denselben Satz noch einmal hören? »Leider hat niemand bei uns im Internet nachgeschaut und wahrgenommen, um wen es sich hier handelt.«

Meinung

Merz muss sich für die Iraner einsetzen

Bisher äußerte sich der Bundeskanzler schmallippig zu den Protesten gegen die Mullahs. Es wird Zeit, dass er aus Europa Druck auf die Mullahs macht

von Saba Farzan  11.01.2026

Kommentar

Ärzte mit Grenzen

Die Waffen schweigen weitgehend in Gaza, der Informationskrieg tobt weiter. Ein besonders niederträchtiges Beispiel liefert »Ärzte ohne Grenzen«

von Wolf J. Reuter  10.01.2026 Aktualisiert

Kommentar

Die Proteste im Iran und die blamable Berichterstattung von ARD und ZDF

Die Mullahs sollen weg, der Schah soll kommen: Dafür hat die Linke gerade keine Erklärung parat - und mit ihr auch nicht die links geprägten Redaktionen des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks

von Christoph Lemmer  10.01.2026

Berlin

»Das Mullah-Regime muss jetzt fallen«

Zentralrat der Juden: Es braucht ein Ende der Zurückhaltung gegenüber Teheran - und ein klares politisches Signal aus Deutschland

 09.01.2026

Fernsehen

Jüdische Journalisten kritisieren Verpixelung von »Bring them Home!«-Kette

Der Verband JJJ fordert: Die »unpolitische, rein humanitäre Forderung« auf der Plakette eines Kochs muss sichtbar sein

 09.01.2026

Potsdam

Beauftragter gegen Judenhass: »Ich sehe nicht ein, mich verschrecken zu lassen«

Noch in der Tatnacht habe seine Familie ihn darin bestärkt, seine Arbeit fortzusetzen, so Andreas Büttner. »Sie haben mir gesagt, ich müsse weitermachen. Eigentlich sogar noch lauter werden«

 09.01.2026

Jerusalem

US-Botschafter: Israel entscheidet selbst über weiteres Vorgehen gegen Iran

»Lassen Sie uns hoffen, dass dies das Jahr ist, in dem das iranische Volk sagt: ›Es reicht‹«, sagt Mike Huckabee

 09.01.2026

Kommentar

Ich gebe die Hoffnung für Brandenburg nicht auf

Nach dem Koalitionsbruch muss die Politik die Menschen wieder in den Mittelpunkt stellen

von Alex Stolze  09.01.2026

Berlin/Kloster Seeon

Zentralrat der Juden fordert schärferes Strafrecht gegen Hass

Seit dem jüngsten Krieg im Nahen Osten ist Antisemitismus vielerorts explodiert. Zentralratspräsident Schuster sieht den deutschen Rechtsstaat dagegen schlecht aufgestellt

 09.01.2026