Meinung

Welt weit weg

Zum ersten Mal in der Geschichte lässt sich ein Papst interviewen. Benedikt XVI. ist offenbar in Erklärungsnot, er fühlt sich von der Welt nicht mehr verstanden. Gemeinsam mit seinem Lieblingsjournalisten Peter Seewald startet er eine PR-Offensive, die seine Politik ins rechte Licht rücken soll: ins Licht der Welt, so der Titel des Interview-Bandes, der diese Woche erschienen ist. Vieles im Vatikan ist schief gelaufen in letzter Zeit. Um ultrakonservative Kreise einzubinden, war Benedikt zu manchem Zugeständnis bereit. Man denke nur daran, wie er im Januar 2009 den Holocaustleugner Richard Williamson zurück in den Schoß der Kirche holte. »Leider hat niemand bei uns im Internet nachgeschaut und wahrgenommen, um wen es sich hier handelt«, erklärt der Papst im Interview. Wie bitte? Mit einer so unbedarften Ausrede könnte vielleicht der Kaplan einer kleinen Landpfarrei seine Ehre retten, aber nicht das Oberhaupt einer Institution mit mehr als einer Milliarde Anhängern. Und schon bahnt sich der nächste Skandal an: die Seligsprechung des um- strittenen »Holocaust-Papstes« Pius XII. Wetten, dass wir, sobald der Vorgang abgeschlossen ist, denselben Satz noch einmal hören? »Leider hat niemand bei uns im Internet nachgeschaut und wahrgenommen, um wen es sich hier handelt.«

Nahost

Arabische Liga verurteilt »illegale« Angriffe Irans

Seit Tagen greift der Iran in Nahost militärische Ziele an, aber auch Flughäfen, Wohngebiete und Energie-Infrastruktur. Bei ihrer Notfallsitzung spricht die Arabische Liga von »feigen« Attacken

 08.03.2026

Mannheim

Mannheimer SPD-Politikerin tritt nach antisemitischen Facebook-Kommentaren zurück

Melek Hirvali Cizer schrieb, Israel züchte »babyfressende, weltweit Kinder entführende Agenten«

 08.03.2026

Washington

Bericht: USA prüfen Spezialoperation zur Sicherung iranischen Uranbestands

Eine mögliche Mission dieser Art könnte darauf abzielen, 450 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von etwa 60 Prozent zu sichern

 08.03.2026

Berlin

Constantin Schreiber reist aus Israel ab

Aus Sicherheitsgründen verlässt der für Springer SE tätige Reporter den Nahen Osten

 08.03.2026

Berlin

DIG fordert deutsche Unterstützung für Israel und USA im Krieg gegen den Iran

Das »kriegerische antiisraelische Vernichtungsprogramm der Mullahs« sei »theologisch begründet und daher einem politischen Prozess nicht zugänglich«, sagt DIG-Präsident Volker Beck. Der Verhandlungsweg sei schon vor Jahren gescheitert

 08.03.2026

Teheran

Iran hat neuen Obersten Führer: Israel droht Chamenei-Nachfolger

Mojtaba Chamenei (56), Sohn des getöteten Ali Chamenei, gilt als möglicher neuer Revolutionsführer. Bekanntgabe verzögert sich offenbar auch aus Sicherheitsgründen

 08.03.2026 Aktualisiert

Washington/Teheran

US-Geheimdienstbericht: Militärschlag dürfte Irans Führung kaum stürzen

Bereits vor dem Krieg wurden verschiedene Szenarien untersucht – von gezielten Angriffen auf einzelne Führungsfiguren bis hin zu einem umfassenden militärischen Vorgehen gegen die staatlichen Institutionen

 08.03.2026

Berlin

Bundesregierung zieht Personal der Botschaft in Teheran ab

Das Auswärtige Amt zieht aus der Bedrohungslage Konsequenzen

 08.03.2026

Washington

USA intervenieren gegen mögliche Russland-Hilfe für den Iran

Sondergesandter Steve Witkoff kritisiert Moskau dafür, dass es Teheran im Krieg zu unterstützen scheint

 08.03.2026