Einspruch

Weckruf an uns alle

Rabbiner Joshua Spinner Foto: Marco Limberg

Nur noch vier Wochen bis Rosch Haschana: Der Monat Elul, der gerade begonnen hat, ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, schon jetzt über den Beginn des neuen Jahres nachzudenken. Was planen wir für Rosch Haschana? Nehmen wir uns genug Zeit, um mit Kindern, Eltern und Freunden zusammenzusein? Und wie können wir die Hohen Feiertage und den Anbruch des Jahres 5774 nutzen, um unserem Leben mehr Bedeutung, Inhalt und Selbstbestimmung zu geben, anstatt uns von Ängsten, Sorgen und Zwängen des Alltags leiten zu lassen?

»Ani Le-Dodi ve-Dodi-Li« – ich gehöre meinem Liebsten, und umgekehrt. Die ersten vier Buchstaben dieser vier Worte im Hohelied ergeben das Wort Elul. In diesem Monat sind wir Gott und einander näher – oder wir können es sein, wenn wir uns dafür entscheiden. Für mich als Kind war der Monat der Reue, wie er auch genannt wird, keineswegs eine Zeit, die mit Zerknirschung und Selbstvorwürfen verbunden gewesen wäre. Im Gegenteil, der Ruf des Schofars, das im Elul jeden Tag in der Synagoge geblasen wird, wirkte auf mich geradezu elektrisierend und verstärkte meine Vorfreude auf die Hohen Feiertage.

zeit Nur wenige von uns haben morgens vor der Arbeit die Gelegenheit, eine Synagoge zu besuchen. Doch auf die Feiertage vorbereiten kann sich jeder: Sei es, dass wir uns mit dem Gebetbuch für Rosch Haschana vertraut machen oder uns Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, ob wir mit uns und den Mitmenschen so umgehen, wie wir es alle verdienen. »Wacht auf, ihr Schläfer, aus eurem Schlaf!«, sagte Maimonides über den beabsichtigten Effekt des Schofars und den Sinn der Zeit vor Rosch Haschana.

Wir alle haben den Vorsatz, unserem Leben mehr Tiefe zu geben. Doch ohne gründliche Vorbereitung können wir keine Änderung erreichen, und unsere guten Vorsätze verpuffen wie Silvesterraketen. Der Monat Elul gibt uns Gelegenheit zur Inventur. Nur wenn wir uns bemühen, wird das neue Jahr auch wirklich besser werden als das alte.

Der Autor ist CEO der Ronald S. Lauder Foundation.

Standpunkt

Wenn Recht Unrecht schützt

Das Völkerrecht ist als Konsequenz aus der Schoa entstanden. Es sollte die Würde jedes Menschen schützen. Doch mittlerweile schützt es allzu oft bloß die Diktatoren dieser Welt

von Michael Wolffsohn  25.01.2026

Berlin

Mutmaßlicher Hamas-Waffenschmuggler festgenommen

Bei seiner Ankunft aus Beirut ist ein Mann am Flughafen BER verhaftet worden. Er soll der Hamas angehören und Munition für Anschläge beschafft haben

 24.01.2026

Leipzig

Extremismusverdacht gegen sächsische Beamtin und BSW-Mitarbeiterin

Die Landesdirektion will die Vorwürfe im Fall ihrer hochrangigen Mitarbeiterin prüfen. »Gegebenenfalls werden weitere Schritte eingeleitet«, sagt ein Sprecher

 23.01.2026

Stuttgart

Holocaust-Überlebende kritisiert ARD-Spitze

Eva Umlauf bezeichnet den Umgang mit dem Film »Führer und Verführer« als »Skandal und Schande«. Programmdirektorin Christine Strobl reagiert

 23.01.2026 Aktualisiert

Saarland

Religiöses Bündnis will Gottesbezug in Saar-Verfassung

Beteiligt ist auch die Synagogengemeinde Saar

 23.01.2026

Teheran

Aktivisten verifizieren 5000 Tote bei Irans Massenprotesten

Aktivisten arbeiten weiter daran, die zahlreichen Angaben zu Todesopfern der Proteste zu überprüfen. Derweil dementiert das Regime Statements von US-Präsdident Trump, wonach Irans Justiz Hinrichtungen von Demonstranten stoppte

 23.01.2026

Justiz

Ehemaliger Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Berlin verurteilt

Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte den Angeklagten wegen eines sexuellen Übergriffs und sexueller Nötigung zu 10 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung

 23.01.2026

Medien

Sophie von der Tann für Grimme-Preis nominiert

Die ebenso umstrittene wie vielfach kritisierte ARD-Journalistin Sophie von der Tann führt die Liste der Nominierungen für den Grimme-Preis an

von Jana Ballweber  23.01.2026 Aktualisiert

Vetschau/Spreewald

Sellner-Vortrag in Brandenburg trotz Ärger in AfD

Ein Autohaus an der Autobahn mit Medienauflauf: Der österreichische Rechtsextremist hält einen Vortrag über Remigration. Nach Knatsch in der AfD ist die Landtagsabgeordnete Kotré nur Gast statt Gastgeberin

von Marc-Oliver von Riegen  23.01.2026