Gesellschaft

Was für eine Gaudi

Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle will gesunde Hartz-IV-Empfänger unter Androhung von finanziellen Sanktionen zum Arbeiten verpflichten. Von derartigen Forderungen in der Hartz-IV-Debatte mag man halten, was man will: In der Nähe des Nationalsozialismus stehen sie nicht. Umso erstaunlicher, dass der Kabarettist Michael Lerchenberg vergangene Woche in seiner Münchner Nockherberg-Predigt, in der traditionell Politiker auf die Schippe genommen werden, Westerwelle unterstellte, in Ostdeutschland ein Lager bauen zu wollen, am Eingang ein eisernes Schild mit der Aufschrift »Leistung muss sich wieder lohnen«. Es ist richtig: Satire darf überspitzen. Doch auch sie hat Grenzen. Zwar ist Lerchenbergs Satz nicht justiziabel, doch gibt es gute Gründe, nicht alles auszusprechen, was erlaubt ist: moralische. Sich daran zu halten, hätte Lerchenberg nichts von seiner politischen Schärfe genommen. Er hätte die Politprominenz am Nockherberg auf etwas anderes aufmerksam machen können: Zum Beispiel darauf, dass die Summe der von Deutschen in der Schweiz hinterzogenen Steuern ungleich höher ist als die Kosten, die Hartz-IV-Empfänger dem Staat verursachen. Stattdessen, wieder einmal, ein unsäglicher Holocaust-Vergleich.

Der Autor ist derzeit Praktikant bei der Jüdischen Allgemeinen.

Extremismus

Wagenknecht an Höcke: »Warum reden wir nicht mal?«

Seit Tagen liefern sich die BSW-Gründerin und der thüringische AfD-Chef ein Fernduell mit Vorschlägen und Provokationen. Jetzt legt Sahra Wagenknecht nach

 17.08.2026

Israel

Kushner wirbt bei Netanjahu für Gaza-Friedensplan

Trumps Schwiegersohn auf schwieriger Mission: Jared Kushner will einen Kompromiss ausloten, obwohl zwischen Israel und der Hamas bei den Verhandlungen über Gazas Zukunft noch eine tiefe Kluft liegt

 17.08.2026

Studie

AfD nutzt Anfragen zur Stimmungsmache

Kleine Anfragen sind ein Mittel, mit dem besonders Oppositionsparteien Regierungshandeln hinterfragen können. Eine Untersuchung zeigt, dass die AfD dabei eher auf Skandalisierung setzt

 17.08.2026

New York

UN ehrte offenbar getöteten Hamas-Kommandeur

Die Monitoringorganisation »UN Watch« übt heftige Kritik am UN-Generalsekretär António Guterres und an der Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock

 17.08.2026

New York

Mann schlägt 63-jährige Synagogenbesucherin

Ein 46-jähriger drang am Freitag während des Schabbat-Gottesdienstes in eine Manhattaner Synagoge ein und randalierte dort

 17.08.2026

Nahost

US-Rahmenabkommen mit Iran läuft aus: Was hat es gebracht?

Die Vereinbarung mit dem Iran sollte den Krieg zu einem Ende bringen. Das Mitte Juni auf 60 Tage angelegte Abkommen hielt jedoch nicht lange. Hat US-Präsident Trump damit überhaupt etwas erreicht?

von Jürgen Bätz  17.08.2026

Terror

Iran bereitet sich auf Ausweitung des Krieges vor

Das Mullah-Regime soll während der 60-tägigen Frist eines mit Washington vereinbarten Memorandums für den Fall eines erneuten militärischen Konflikts vorgesorgt haben

 17.08.2026

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität. Ein Kommentar von JA-Schweiz-Korrespondentin Nicole Dreyfus

von Nicole Dreyfus  16.08.2026

Kairo

Jared Kushner führt Gespräche über Gaza in Ägypten

Der Schwiegersohn von US-Präsident Trump will in Ägypten Fortschritte im seit langem festgefahrenen Friedensplan für den Gazastreifen erzielen

 16.08.2026