Berlin

Was die Bundesregierung gegen Antisemitismus tun will

Antisemitische Verschwörungstheorien mit Grammatikfehlern wurden im Berliner Körnerpark an Mauern gesprüht. Foto: Imanuel Marcus

Was hat die Bundesregierung in Sachen Antisemitismus-Bekämpfung erreicht? Der am Mittwoch vom Kabinett in Berlin beschlossene Bericht sieht Handlungsbedarf bei einer besseren Koordinierung und Evaluierung laufender Programme. Notwendig sei zudem, Antisemitismus als eigenständiges gesellschaftliches Phänomen zu betrachten. Weiter empfiehlt der Bericht den Ausbau der Antisemitismusforschung.

Insgesamt sei in den vergangenen vier Jahren eine Vielzahl an Maßnahmen und Strukturen geschaffen worden, sowohl für eine präventive als auch repressive Bekämpfung von Judenhass. Im Berichtszeitraum hätten etwa nahezu alle Länder, die Generalstaatsanwaltschaften und manche Polizeibehörden der Länder Antisemitismusbeauftragte berufen. Das unterstreiche, dass die Sensibilität für Antisemitismusbekämpfung in der Gesellschaft wachse.

Lesen Sie auch

Bedrohung für die Demokratie

Ungeachtet dessen habe sich der Antisemitismus wieder verstärkt etablieren können, insbesondere nach den Hamas-Terrorangriffen des 7. Oktobers 2023 auf Israel. Es hat sich laut Bericht gezeigt, dass Antisemitismus als Brückenideologie ein spezifisches Bedrohungspotenzial für die Demokratie darstellt und daher weiterhin als eigenständiges Phänomen betrachtet werden sollte.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) erklärte: »Unsere Sicherheitsbehörden gehen gegen antisemitische Straftaten massiv vor. Neben der Konsequenz der Sicherheitsbehörden brauchen wir aber auch die Kraft unserer gesamten Gesellschaft, um uns gemeinsam Hass und Gewalt entgegenzustellen.« Es dürfe keine Gleichgültigkeit und kein Wegsehen geben. Zivilgesellschaftliche Initiativen und Engagement gegen Antisemitismus seien von unschätzbarer Bedeutung.

Der Bericht der Bundesregierung zum Stand der Bekämpfung des Antisemitismus, der alle vier Jahre vorgelegt werden muss, geht zurück auf einen Beschluss des Bundestags von 2018. Erstellt wird er unter Federführung des Innenministeriums, unter Mitwirkung des Beauftragten für jüdisches Leben. kna

Antibes

Frankreich und Italien streben neue Libanon-Mission an

Wie könnte die internationale Unterstützung für den Libanon nach dem Abzug der UN-Blauhelme aussehen? Frankreich und Italien wollen eine neue Koalition anführen

 26.06.2026

Pädagogik

Neues Onlinespiel soll gegen Antisemitismus im Netz helfen

In sozialen Medien wird Judenhass verbreitet und auch der Holocaust falsch dargestellt. Damit junge Menschen solche Inhalte besser erkennen, können Lehrkräfte ein neues Onlinespiel nutzen

von Alexander Riedel  26.06.2026

Hamburg

Spionageprozess: Juden für Iran ausgespäht?

Laut Anklage soll der Mann hochrangige Vertreter jüdischer Organisationen in Deutschland für mögliche Anschläge ausgekundschaftet haben

 26.06.2026

Magdeburg

Höchststrafe für Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt

Bei dem Anschlag 2024 kamen sechs Personen ums Leben; Hunderte wurden verletzt. Jetzt steht das Urteil fest

 26.06.2026 Aktualisiert

Berlin

Thüringens Innenminister fordert AfD-Verbotsverfahren

In einem Gutachten begründen Juristen ihre Einschätzung besonders mit Verstößen gegen das Demokratieprinzip und die Menschenwürdegarantie

 26.06.2026

Meinung

Wie Israel zum Juden unter den Staaten gemacht wird

Antisemitismus zeichnet sich dadurch aus, dass er keine empirischen Grundlagen braucht, um zu existieren - weder in der UN noch anderswo

von Jacques Abramowicz  25.06.2026

Hamburg

Wie ein iranischer Jude auf Israel und den Iran blickt

Armin Levy ist Jude, Perser und Hamburger. Bei den aktuellen Gesprächen zwischen den USA und dem Iran glaubt er nicht an echten Frieden. Warum er jedes Abkommen mit dem Mullah-Regime ablehnt

von Christiane Tauer  25.06.2026

Berlin-Neukölln

Martin Hikel rügt Bildungsstadträtin

Janine Wolter hatte auf Instagram die Story eines israelfeindlichen Aktivisten gepostet

 25.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  25.06.2026