Holocaust-Mahnmal

Video zeigt Silvester-Exzesse

In der israelischen Presse ist am Montag ein Video veröffentlicht worden, das Silvester-Exzesse am Berliner Holocaust-Mahnmal zeigt: Feiernde klettern auf die Stelen, trinken dort Bier, urinieren und schießen von der Gedenkstätte aus Böller ab. Jenifer Stolz, Sprecherin der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, zeigte sich auf Anfrage der Jüdischen Allgemeinen entsetzt. »Ich bin sprachlos, das ist das erste Mal, dass ich so etwas auf einem Video sehe«, so Stolz nach Ansicht des Kurzfilms. Auch Thomas Neuendorf, Sprecher der Berliner Polizei, zeigte sich bestürzt: »Wenn meine Kollegen das beobachtet hätten, wären wir eingeschritten.«

YouTube Das YouTube-Video wurde am Montag zunächst auf der Website des israelischen Senders »Arutz Schewa« und später auch in der Online-Ausgabe der israelischen Zeitung »Haaretz« veröffentlicht. Die Sprecherin der Stiftung Mahnmal für die ermordeten Juden Europas sagte, ihre Einrichtung wolle in den kommenden Monaten Gespräche mit der Berliner Polizei suchen, um derartige Exzesse zum Jahreswechsel 2014/2015 nach Möglichkeit zu verhindern.

Auch der Polizeisprecher sieht Handlungsbedarf: Das Video sei für die Berliner Polizei ein Anlass, neu zu bewerten, wie das Holocaust-Mahnmal zum kommenden Jahreswechsel besser geschützt werden könne, so Neuendorf am Montag. Allerdings warnte der Polizeisprecher vor zu hohen Erwartungen: »Ich sage gleich, es wird nicht einfach.« Allein durch Bewachung könne ein nicht eingezäuntes, großes Gelände in einer Silvesternacht nicht vollständig vor Feiernden gesichert werden.

Zaun Eventuell könne ein Zaun das Gelände zumindest an der Seite, die dem Brandenburger Tor zugewandt ist, gegen den Ansturm der Feiernden abschirmen, schlug die Sprecherin der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas vor. Nach Kenntnisnahme des Videos habe sie mit der hauseigenen Sicherheitsfirma gesprochen, so Jenifer Stolz. Laut den Aussagen der Sicherheitsleute sei es nicht das erste Mal, dass am Holocaust-Mahnmal während der Silvesternacht exzessiv gefeiert wurde.

Trotz personeller Verstärkung zum Jahreswechsel sei es dem Wachpersonal nicht möglich gewesen, gegen Hunderte von alkoholisierten Menschen anzukommen, die sich von der Silvesterfeier am Brandenburger Tor auf dem Weg zum Potsdamer Platz gemacht hätten und dabei auch das Holocaust-Mahnmal nicht verschonten.

Link zum Video: http://bit.ly/1eC6ACs

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