Berlin

Vertrag unterzeichnet

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sowie Zentralratsvizepräsident Mark Dainow haben am Dienstagabend in Berlin einen Änderungsvertrag zum bestehenden Staatsvertrag unterzeichnet. Die jährliche Staatsleistung soll demnach von 13 auf 22 Millionen erhöht werden.

Nach der Unterzeichnung sagte Faeser, dass es nach dem von Deutschen begangenen Menschheitsverbrechen des Völkermordes an den europäischen Juden ein Wunder und ein großes Glück sei, dass es heute so vielfältiges jüdisches Leben wieder in Deutschland gebe. Antisemitismus müsse bekämpft, das jüdische Leben geschützt und unterstützt werden. »Das ist ein ganz wichtiger Teil unserer Verantwortung«, so Faeser.

SICHERHEIT Deshalb würden die jährlichen Leistungen an den Zentralrat erhöht, so könne die Bildungs- und Erinnerungsarbeit, aber auch die Sicherheit jüdischer Gemeinden weiter gestärkt werden. Seit Jahrzehnten arbeite die Bundesregierung eng und vertrauensvoll mit dem Zentralrat zusammen. »In dieser Zeit haben wir gemeinsam viel bewegen können, um das jüdische Leben in unserem Land in seiner Vielfalt zu stärken und zu schützen.« Diese hervorragende Zusammenarbeit werde mit der Unterzeichnung der Vereinbarung weiter ausgebaut.

Zentralratspräsident Schuster betonte, dass mit der Erhöhung der Mittel des Staatsvertrages sich neue, verbesserte Möglichkeiten sowohl innerhalb der jüdischen Gemeinden als auch in der Gesamtgesellschaft ergeben.

AKADEMIE Der größte Teil der erhöhten Leistungen werde dem Betrieb der Jüdischen Akademie in Frankfurt zugutekommen, deren Eröffnung für 2024 geplant ist. Der Auftrag der Akademie sei es, eine jüdische Perspektive auf Debatten der Mehrheitsgesellschaft zu formulieren und Themen in aller Selbstbestimmtheit zu setzen. »Sie wird damit einen wichtigen Beitrag zur Verankerung jüdischen Denkens und jüdischer Werte in unserer Gesellschaft leisten«, so Schuster.

Für Felix Klein, den Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, ist die Vereinbarung »ein ganz klares Signal der Bundesregierung für die Zukunft des jüdischen Lebens in Deutschland«. Neben der Akademie könnten damit neue und etablierte Projekte ausgebaut werden.

Erstmals war im Jahr 2003 ein Staatsvertrag ausgehandelt worden, der die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und dem Zentralrat regelt. Die Bundesregierung verpflichtet sich darin zur »Erhaltung und Pflege des deutsch-jüdischen Kulturerbes«. Zuletzt war 2018 eine Mittelerhöhung beschlossen worden. ja

Berlin

Mahnmal für ermordete Zeugen Jehovas eingeweiht

Eine bronzene Stele am Goldfischteich im Tiergarten soll an die 15.000 Frauen und Männer erinnern, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden

von Linn Manegold  24.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  24.06.2026

Kontrolle

IAEA-Chef: Inspektionen im Iran werden kommen

Der Chef der UN-Atomwächter stellt klar: Die Überwachung von Atomanlagen ist Teil des US-iranischen Rahmenabkommens. Doch wann und wie IAEA-Fachleute im Iran tätig werden, bleibt vorerst unklar

 24.06.2026

Meinung

Wie Israel zum Juden unter den Staaten gemacht wird

Antisemitismus zeichnet sich dadurch aus, dass er keine empirischen Grundlagen braucht, um zu existieren - weder in der UN noch anderswo

von Jacques Abramowicz  24.06.2026

Dresden

Sachsen erwägt Verbindungsbüro in Israel

Das sächsische Kabinett stehe seiner Anregung dazu positiv gegenüber, sagt der Beauftragte für jüdisches Leben, Thomas Feist

 24.06.2026

Abu Dhabi

Zugang für IAEA-Inspekteure: Marco Rubio widerspricht Teheraner Regime

Der US-Außenminister spricht auch die Situation in der Straße von Hormus an: »Kein Land darf Gebühren oder Maut für eine internationale Wasserstraße verlangen.«

 24.06.2026

Washington D.C.

US-Senat fordert Ende des Iran-Krieges und stellt sich gegen Trump

Die Resolution wird mit 50 zu 48 Stimmen angenommen. Vier republikanische Senatoren schließen sich fast allen Demokraten an

 24.06.2026

Nahost

Mehr als Tausend Schiffe sitzen im Persischen Golf fest

Die USA und der Iran haben sich nach dreieinhalb Monaten Krieg auf ein Rahmenabkommen geeinigt - doch für viele der im Persischen Golf festsitzenden Schiffe hat der quälende Stillstand kein Ende

 24.06.2026

Dresden

Jüdisches Leben: Gefühl von Unsicherheit im Alltag

In Sachsen gestalten Jüdinnen und Juden das kulturelle und gesellschaftliche Leben entscheidend mit. Dennoch bleibt Antisemitismus ein präsentes Problem

 23.06.2026