Nordhausen

Versuchte Verbrennung von Israel-Flagge an Thüringer Rathaus

Foto: imago

Nach der versuchten Verbrennung einer Israel-Flagge am Rathaus Nordhausen in Thüringen ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft. »Wir gehen von einem politischen Motiv aus«, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Der Staatsschutz sei eingebunden. Konkrete Hinweise auf mögliche Täter gebe es allerdings noch nicht.

Drei Unbekannte hatten in der Nacht zum Freitag versucht, die Flagge in dem rund 100 Kilometer nördlich von Erfurt gelegenem Ort in Brand zu setzen. Sie blieb heil, beschädigt wurde aber die Fassade des Rathauses.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) zeigte sich erschüttert über den Vorfall und sprach von einem Brandanschlag. »Judenhass auf deutschen Straßen und vor Synagogen ist keine Israel-Kritik, sondern blanker Antisemitismus«, sagte er. »Das ist durch nichts zu rechtfertigen.«

Ramelow betonte, Thüringen werde Antisemitismus nicht dulden. »Brennende israelische Fahnen sind die Vorboten von brennenden Synagogen«, warnte er. Der Freistaat hatte angesichts des israelisch-palästinensischen Konflikts den Schutz jüdischer Einrichtungen verstärkt.

In der Nacht zum Mittwoch waren bereits vor Synagogen in Münster und Bonn israelische Flaggen angezündet worden. In Solingen verbrannten Unbekannte in der Nacht zum Donnerstag eine vor dem Rathaus gehisste israelische Flagge. Die Polizei in Gelsenkirchen hatte am Mittwochabend einen antisemitischen Demonstrationszug an der Synagoge gestoppt. dpa/ja

Offener Brief

Lieber Heinz Rudolf Kunze, ...

Malca Goldstein-Wolf schreibt dem Sänger Heinz Rudolf Kunze einen Offenen Brief, denn was sie von ihm im Fernsehen hörte, machte sie fassungslos

 12.08.2026

Die iranische Atomanlage Fordo vor den amerikanischen Angriffen

Iranisches Atomprogramm

Fordo: Der Mossad war da

Yossi Cohen leitete den israelischen Auslandsgeheimdienst von 2015 bis 2021. Unter seiner Ära hätten israelische Spione die iranische Atomanlage Fordo mehrmals in Augenschein genommen

 12.08.2026

Meinung

Warum die Begründung des OLG Zweibrücken nicht überzeugt

Der Beschluss des Pfälzischen Oberlandesgerichts zur Gleichsetzung von Davidstern und Hakenkreuz zeigt, wie die bestehende Dogmatik angesichts des Anstiegs des Antisemitismus in der Gesellschaft an Grenzen stößt

 12.08.2026

Kommentar

UNRWA: Fakten statt Tabus

Warum Kritik am Palästinenserhilfswerk auf Schweigen und Ablehnung stößt

von Duki Dror  12.08.2026

Nordhessen

Vier Meter großes Hakenkreuz in Asphalt gebrannt

Die Polizei sucht nun nach den Täter, der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen

 12.08.2026

Judenhass

Tourist mit Kippa in Rom zweimal attackiert

Antisemitische Vorfälle in Italien nehmen seit Jahren zu. Nun wurde ein junger Tourist in der Hauptstadt gleich zweimal angegriffen. Er trug eine Kippa

von Severina Bartonitschek  12.08.2026

Vorfall

»Hitler« und »Freies Palästina«: Jüdisches Gebetbuch antisemitisch beschmiert

Ein Mitarbeiter des deutsch-jüdischen Vereins »WerteInitiative« bestellte einen Machsor für die anstehenden Feiertage – doch als er ihn zu Hause öffnete, fand er darin eindeutige Schmierereien

von Mascha Malburg  12.08.2026

Tel Aviv/Gaza/Brüssel

Israel verlängert zwei EU-Missionen in Palästinensergebieten

Die EU hilft bei der Ausbildung palästinensischer Polizisten und der Überwachung des Rafah-Grenzübergangs. Beide EU-Missionen können nun aus Sicht Israels bis 2027 weitergehen

von Cindy Riechau  12.08.2026

Nahost

Abbas zu Gesprächen mit Erdoğan in Ankara

Der Palästinenserpräsident will sich zwei Tage in der Türkei aufhalten. Israels Finanzminister Smotrich fordert Netanjahu auf, Abbas die Rückkehr zu verweigern

 12.08.2026