Washington D.C.

US-Präsident Biden dankt Bundeskanzler Scholz für Rolle im Gefangenenaustausch

Joe Biden hielt seine Ansprache in Anwesenheit der Angehörigen der Freigelassenen Foto: picture alliance / Sipa USA

US-Präsident Joe Biden hat Kanzler Olaf Scholz für seinen Beitrag zu dem großangelegten Gefangenenaustausch mit Russland gedankt. »Ich bin vor allem dem Bundeskanzler zu großem Dank verpflichtet«, sagte Biden bei einer Ansprache im Weißen Haus in Washington, bei dem Angehörige der aus russischer Haft freigelassenen Amerikaner dabei waren. Angesichts der Forderungen aus Russland habe er »erhebliche Zugeständnisse« von Deutschland erbitten müssen. Ursprünglich habe Deutschland diese »wegen der fraglichen Person« nicht erfüllen können. Doch am Ende habe Deutschland seinen Beitrag geleistet, ebenso wie mehrere andere Länder, die an den Verhandlungen beteiligt gewesen seien. 

»Dieser Deal wäre nicht möglich gewesen ohne unsere Verbündeten, Deutschland, Polen, Slowenien, Norwegen und die Türkei, die sich alle an unsere Seite gestellt haben«, sagte Biden. Mehrere Partner hätten »mutige« Entscheidungen getroffen, indem sie Gefangene freigelassen hätten, die in ihren Ländern zu Recht festgehalten worden seien - um am Ende Amerikaner nach Hause zu bringen.

Russland und mehrere westliche Länder hatten bei einem großangelegten Gefangenenaustausch rund zwei Dutzend Inhaftierte freigelassen. Unter anderem kamen die US-Bürger Evan Gershkovich und Paul Whelan aus russischer Haft frei. Russland wiederum hatte besonderes Interesse an dem in Deutschland inhaftierten »Tiergartenmörder«, dem Russen Wadim Krassikow, der ebenfalls freigelassen wurde. Auf diese Entscheidung bezog sich Biden wohl.

Krassikow hatte 2019 in der Berliner Parkanlage Kleiner Tiergarten einen Georgier ermordet. Das Berliner Kammergericht verurteilte ihn 2021 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Sein Opfer stand laut Urteil seit langem im Visier der Russischen Föderation, weil es während des zweiten Tschetschenien-Krieges mehrere Jahre lang eine Miliz im Kampf gegen Russland angeführt hat. Russische Behörden hatten den Mann als tschetschenischen Terroristen eingestuft. Auf die Frage, was Deutschland als Gegenleistung für die eigene Kooperation verlangt habe, sagte Biden: »Nichts.«

Er habe im Beisein der Angehörigen kurz zuvor mit den freigelassenen Amerikanern telefoniert, so Biden weiter. »Sie sind raus aus Russland.« Am Donnerstagmorgen seien sie in die Türkei geflogen worden, »und bald werden sie sich auf den Heimweg zu ihren Familien machen«. Der türkische Geheimdienst hatte nach eigenen Angaben bei dem Deal vermittelt - daher wurde der Austausch der Gefangenen über Ankara abgewickelt. dpa/ja

Teheran

Irans Außenminister behauptet, Israel wolle USA in Krieg ziehen

Irans Außenminister wirft Israel vor, die USA in einen Krieg zu locken. Was steckt hinter seinen Worten?

 14.01.2026

Kairo

Hamas-Gespräche über zweite Phase im Friedensplan für Gaza

Die Terrororganisation schickt eine Delegation nach Ägypten, um über die Umsetzung des Waffenstillstandsabkommens mit Israel zu verhandeln

 14.01.2026

Brüssel

Umgang mit Irans Revolutionsgarden spaltet EU

Die Bundesregierung wirbt in der EU für eine Terror-Listung der iranischen Revolutionsgarden. Eine Sitzung in Brüssel sorgt aber eher für Ernüchterung

 14.01.2026

Hessen

Brandanschlag auf Gießener Synagoge: Was bislang bekannt ist

Ein 32-jähriger Mann hat am Dienstag vor der Beith-Jaakov-Synagoge einen Papiercontainer in Brand gesetzt und den Hitlergruß gezeigt. Die Jüdische Gemeinde zu Gießen vermutet einen antisemitischen Hintergrund

von Michael Thaidigsmann  14.01.2026

Thüringen

Juden fordern klare Haltung zu Iran-Protesten

Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde in Thüringen, Reinhard Schramm, zeigt sich solidarisch mit den Demonstranten im Iran und wirbt für deren Unterstützung

 14.01.2026

Teheran

Irans Führung mobilisiert Anhänger für Trauerzüge

Im Iran kehrt nach den Massenprotesten wieder mehr Ruhe ein. Die politische Führung mobilisiert Anhänger für Trauerzeremonien für getötete Sicherheitskräfte

 14.01.2026

Frankreich

Macron empört über Schulbuch-Formulierung zum 7. Oktober

Eine Publikation des renommierten Verlags Hachette sorgt in Frankreich für Wirbel. Jetzt hat sich auch der französische Staatspräsident in die Debatte eingeschaltet

 14.01.2026

Berlin

Demonstranten entfernen Flagge der iranischen Botschaft

Seit Ende Dezember gibt es anhaltende Proteste im Iran. Menschenrechtsorganisationen berichten von Tausenden Toten. In Berlin drangen Personen auf das Gebiet der Botschaft ein

 14.01.2026

Berlin

Grüne Woche: Welche Rolle spielte die Messe im Nationalsozialismus?

Die Landwirtschaftsmesse hat sich in den 100 Jahren ihres Bestehens verändert. Wie sie zu ihrem Namen kam und welche Rolle sie in Nazi-Deutschland spielte

von Matthias Arnold  14.01.2026