Meinung

UNESCO: Abraham als Palästinenser

Die UNESCO hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Kulturerbe der Menschheit zu erhalten. Über 1000 Stätten in mehr als 160 Ländern sind gelistet. Eine gute Sache. Doch zuletzt machte die UNESCO mehrfach negative Schlagzeilen, gerade und insbesondere in Bezug auf Israel. In diesen Tagen soll die UNESCO auf einen palästinensischen Antrag und mit Unterstützung der arabisch-muslimischen Mehrheit das Grab der Patriarchen als gefährdetes Weltkulturerbe im »Staat Palästina« bestimmen – wobei die Gefährdung von Israel ausgehe.

Neu sind solche Tiraden nicht: Im Oktober 2016 verabschiedete die Organisation eine Resolution, in der der Tempelberg in Jerusalem ausschließlich unter seiner arabischen Bezeichnung benannt wurde. Darin sehen viele den Versuch, dem jüdischen Volk seine historisch-religiöse Bindung zum Tempelberg und zu Jerusalem abzusprechen.

talmud Nun also Hebron. Es ist die zweitheiligste Stadt des Judentums und wird dutzendfach im Talmud erwähnt. Hier verstarb Abrahams Ehefrau Sara, hier sind Sara, Abraham, Isaak, Rebekka, Jakob und Lea begraben. Seit 1967 können wieder Angehörige aller Religionen am Grab beten.

Die bei der UNESCO zuständige Expertenkommission lehnt mutig und zu Recht die beantragte Anerkennung Hebrons ab: Denn in ihrer Begründung erwähnen die Palästinenser die Geschichte der Stadt erst ab dem 13. Jahrhundert mit der Herrschaft der Mamluken. Es steht dennoch zu befürchten, dass die arabisch-muslimische Mehrheit Hebron als gefährdetes Weltkulturerbe eines »Staates Palästina« anerkennen wird.

Ein weiteres Mal würde sich die UN ihres Anspruchs, friedensstiftend zu wirken, berauben. Die Palästinenser beweisen erneut, dass ihnen die Schädigung Israels wichtiger ist als ihre eigene Staatlichkeit. Wer von Israel Zeichen guten Willens wie einen Siedlungsstopp fordert, muss bei den Palästinensern das Ende ihrer diplomatischen Kriegführung gegen Israel anmahnen: Einen Staat Palästina wird es nur mit Israel geben, nicht gegen Israel.

Der Autor ist Rechtsanwalt in Berlin.

Frankfurt

Vorsitzender der jüdischen Gemeinden in Hessen legt Amt bei HR nieder

Der Streit über die Höhe der Entschädigung für enteignete jüdische Grundstücke in Frankfurt am Main zieht Kreise: Daniel Neumann legt sein Aufsichtsratsmandat bei einer HR-Tochter nieder

 22.09.2026

New York

Trump: Mamdani hat Potenzial zu großartigem Bürgermeister

Politisch liegen Welten zwischen New Yorks Bürgermeister und dem US-Präsident. Doch auch nach ihrem dritten Treffen äußern sich beide erstaunlich versöhnlich

 22.09.2026

Berlin

Sergey Lagodinsky: Linke muss Antisemiten ausschließen

Die Debatte um Judenhass in der Linkspartei ebbt nicht ab. Der Grünen-Europaabgeordnete fordert nun konkrete Konsequenzen von der Parteiführung

 22.09.2026

Berlin

Merz: Jüdisches Leben in Deutschland nicht mehr sicher

Vor allem seit dem Überfall der Hamas auf Israel und dem Beginn des Gaza-Krieges kommt es in Berlin immer wieder zu Attacken auf Juden. Der Bundeskanzler erteilt jeglichem Antisemitismus eine klare Absage

 22.09.2026

Berlin

Igor Levit kritisiert Merz: Weiter-so in hübscher Verpackung

Merz’ Art der Kommunikation des CDU-Politikers wirke »losgelöst«, so der Pianist

 22.09.2026

Kanada

Schüsse vor Synagoge: Polizist und mutmaßlicher Angreifer schwer verletzt

Der Vorfall ereignete sich am Sonntagabend, während sich rund 25 Menschen in der Sons of Jacob Synagogue zum Jom Kippur versammelt hatten

 22.09.2026

Berlin

Auschwitz Komitee: Linke soll zu »Fehlentwicklungen« stehen

Nach dem Wahlsieg der Linken: Die Präsidentin des Auschwitz-Komitees kritisiert die Haltung der Partei zum Antisemitismus. Sie müsse sich »von allen Antisemiten in ihren Reihen« trennen

 22.09.2026

Abgeordnetenhauswahl

Außenminister: Berlins Regierung muss Juden zur Seite stehen

Nach dem Erfolg der Linken bei der Berlin-Wahl ruft Außenminister Johann Wadephul dazu auf, jüdisches Leben in der Hauptstadt und in Deutschland entschieden zu schützen

 22.09.2026

Sicherheit

Innenminister besorgt nach Linken-Wahlsieg in Berlin

Brandenburgs Innenminister Redmann: »Dass in Berlin Clanchefs und Islamisten den Wahlsieg der Linken feiern, macht, glaube ich, nicht nur mir große Sorgen«

 22.09.2026