Israel und Sudan

UN-Chef: Normalisierung bringt Hoffnung

US-Präsident Donald Trump und Außenminister Mike Pompeo sprechen in einer Konferenzschaltung mit Politikern aus Israel und Sudan über die Aufnahme von Beziehungen zwischen beiden Ländern (23. Oktober) Foto: imago images/ZUMA Wire

UN-Generalsekretär António Guterres erhofft sich von der Ankündigung Israels und des Sudans, ihre Beziehungen normalisieren zu wollen, neue Chancen auf Frieden und wirtschaftlichen Fortschritt in den Regionen.

»Der Generalsekretär hofft, dass die Vereinbarung Kooperation, Wirtschafts- und Handelsbeziehungen verbessern und neue Chancen dafür mit sich bringen wird, den Frieden und den wirtschaftlichen Fortschritt in den Regionen des Horns von Afrika und dem Nahen Osten voranzutreiben«, sagte sein Sprecher am Samstag in New York.

AUSWÄRTIGES AMT Auch das Auswärtige Amt in Berlin begrüßte die Entwicklung. Dies sei »ein weiterer wichtiger Schritt zu mehr Stabilität und zu einem friedlicheren Verhältnis zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn«, teilte ein Sprecher am Samstag mit. »Die USA haben bei der Vermittlung dieser Übereinkommen eine entscheidende Rolle gespielt, wofür ihnen Dank und Anerkennung gebührt«, heißt es in der Mitteilung weiter.

Nach den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain hat nun auch der Sudan unter US-Vermittlung eine Normalisierung der Beziehungen mit Israel beschlossen. Das hatten die USA, Israel und der Sudan am Freitag verkündet. Israel und der Sudan hätten vereinbart, »Frieden zu schließen«, sagte Trump. In einer »historischen Einigung« hätten sich die drei Staaten darauf verständigt, Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zu beginnen, hieß es.

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte: »Die Normalisierungsabkommen der letzten Wochen haben ein einzigartiges Momentum geschaffen, das jetzt weiter genutzt werden sollte, um nachhaltigen Frieden im Nahen Osten zu erreichen – auch und gerade mit Blick auf eine Lösung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern.«

Die Palästinenserführung hat die angekündigte Normalisierung zwischen Israel und dem Sudan allerdings bereits scharf verurteilt. Auch aus dem Iran kam harsche Kritik.

NETANJAHU Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Einigung mit dem Sudan auf eine Normalisierung der Beziehungen dagegen als »gewaltigen Umbruch« bezeichnet. »Wir verkünden heute noch einen dramatischen Durchbruch in Richtung Frieden, mit noch einem arabischen Land, das sich dem Kreis des Friedens anschließt - diesmal mit dem Sudan«, sagte Netanjahu am Freitagabend in einer Videobotschaft.

Netanjahu erinnerte an das dreifache Nein der Arabischen Liga bei einer Konferenz in Sudans Hauptstadt Khartum nach dem Sechstagekrieg 1967: »Nein zu einem Frieden mit Israel, Nein zu einer Anerkennung Israels, Nein zu Verhandlungen mit Israel.« Heute sage Khartum dagegen »Ja zu einem Frieden mit Israel, Ja zu einer Anerkennung Israels und Ja zu einer Normalisierung mit Israel«, sagte der Regierungschef. 

Netanjahu sprach von einer neuen Ära des Friedens. In Kürze würden sich Delegationen beider Länder treffen, um über Zusammenarbeit in vielen Bereichen zu sprechen, darunter Landwirtschaft und Handel. »Der Himmel über dem Sudan ist heute offen für Israel«, sagte Netanjahu. Dies werde auch Flüge von Israel nach Afrika verkürzen. dpa

Brandenburg

Potsdam soll jüdische Kita bekommen

Zum jüdischen Leben gehören auch jüdische Schulen und Kitas. Eine Kindertagesstätte wird derzeit in Potsdam geplant

 09.01.2026

Jerusalem

US-Botschafter: Israel entscheidet selbst über weiteres Vorgehen gegen Iran

»Lassen Sie uns hoffen, dass dies das Jahr ist, in dem das iranische Volk sagt: ›Es reicht‹«, sagt Mike Huckabee

 09.01.2026

New York

Proteste gegen israelische Immobilienmesse an Jeschiwa

Israelfeindliche Demonstranten fordern eine »Intifada-Revolution« und rufen: »Siedler, geht nach Hause, Palästina gehört uns allein«

 09.01.2026

Alex Stolze

Ich gebe die Hoffnung für Brandenburg nicht auf

Nach dem Koalitionsbruch muss die Politik die Menschen wieder in den Mittelpunkt stellen

von Alex Stolze  09.01.2026

Berlin/Kloster Seeon

Zentralrat der Juden fordert schärferes Strafrecht gegen Hass

Seit dem jüngsten Krieg im Nahen Osten ist Antisemitismus vielerorts explodiert. Zentralratspräsident Schuster sieht den deutschen Rechtsstaat dagegen schlecht aufgestellt

 09.01.2026

Teheran

Iran kappt Internet während landesweiter Proteste gegen das Regime

In zahlreichen Städten, darunter auch in der Hauptstadt, gingen erneut große Menschenmengen auf die Straße

 09.01.2026

Leipzig

Kinder greifen koscheres Café an

Sie bewarfen offenbar Mitarbeiter mit Plastikflaschen, beschimpften sie und versuchten, in den Schankraum einzudringen: Die Polizei ermittelt gegen mehrere Kinder und Jugendliche in Leipzig

 08.01.2026

Apia

Samoa plant Botschaftseröffnung in Jerusalem

Premierminister La’auli Leuatea Schmidt folgt dem Nachbarland Fidschi, das im vergangenen Jahr seine Botschaft in der israelischen Hauptstadt eröffnet hatte

 08.01.2026

Debatte

Schulen legen Namen von Antisemiten und Eugenikerinnen ab

Hedwig Dohm oder Dag Hammarskjöld sind Namen, die Schulen heute gerne tragen. Andere Schulen sind nach Menschen benannt, deren Wirken heute kritischer gesehen wird als in der Vergangenheit

von Pat Christ  08.01.2026