Trotz erheblicher politischer Differenzen hat US-Präsident Donald Trump dem New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani öffentlich Lob ausgesprochen. Mamdani habe das Potenzial, »ein großartiger Bürgermeister« zu werden, sagte Trump bei dem Treffen mit dem Demokraten in Manhattan - seinem ersten Empfang am Amtssitz des Bürgermeisters der liberalen Ostküstenmetropole. Der Republikaner stellte seinem Kritiker Mamdani zudem Unterstützung bei einem großen Wohnungsbauprojekt in Aussicht.
»Ich würde mich mit jedem treffen und mit jedem zusammenarbeiten, der etwas für die New Yorker erreichen kann«, sagte Mamdani nach der Begegnung, die auf seine Einladung hin an seinem Amtssitz Gracie Mansion auf der Upper East Side stattfand. Trumps Behauptungen, dass er acht Kriege beendet habe und die USA die »besten Wirtschaftszahlen in der Geschichte unseres Landes« hätten, ernteten keinen deutlichen Widerspruch Mamdanis in der Pressekonferenz vor Journalisten.
Die ersten beiden Treffen zwischen den Politikern hatten im Weißen Haus in Washington stattgefunden. Politisch trennen die beiden Welten - hier der liberale Demokrat, der zum linken Flügel seiner Partei gehört, dort der US-Präsident, der vor allem den rechten Rand seiner Partei und Wählerschaft hinter sich weiß. Trump bezeichnete Mamdani mehrfach als »Kommunisten« und drohte zwischenzeitlich damit, Bundesmittel für die Stadt New York einzubehalten, auf die die Metropole angewiesen ist. Umgekehrt warf Mamdani dem Präsidenten im New Yorker Wahlkampf Angriffe auf die Demokratie vor.
Einer der Hauptkonfliktpunkte zwischen ihnen ist die Nahost-Politik der US-Regierung. Mamdani hatte gedroht, Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bei dessen Besuch in New York auf der Grundlage eines Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs festnehmen zu lassen - auch wenn er später einräumte, dazu gar nicht befugt zu sein. Trump stellte sich in dem Zusammenhang entschieden hinter Netanjahu, der am Mittwoch nach New York zur UN-Generaldebatte anreisen will.
In einem Interview mit CNN nach dem Treffen mit Trump bezeichnete Mamdani Netanjahu erneut als »Kriegsverbrecher« und »Architekt eines schrecklichen Genozids am palästinensischen Volk«. An geplanten Protesten gegen den israelischen Ministerpräsidenten, zu denen er selbst aufgerufen hatte, will Mamdani nach eigenen Angaben nicht teilnehmen. Am Donnerstag soll Netanjahu vor der UNO-Generalversammlung sprechen.
Vom palästinensischen Terror, der den aktuellen Krieg am 7. Oktober 2023 mit den Massakern der Hamas in Israel begann, sprach Mamdani nicht. Während Israel in Gaza militärisch gegen die Hamas vorging, sorgte es für die Einfuhr von zwei Millionen Tonnen an Hilfsgütern für die dortige Bevölkerung. Die Streitkräfte (IDF) setzten zudem zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der Zivilisten in Gaza um. Auch daher wird die Klage gegen Netanjahu in Israel als absurd angesehen. dpa/ja