Einspruch

Todesgrüße aus Moskau

Berlin, U-Bahnhof Zoologischer Garten, kurz vor acht Uhr morgens. Tausende drängeln sich im Zug der Linie 9. Rush Hour. Plötzlich ein ohrenbetäubender Knall. Scherben fliegen durch die Luft. Dunkler Qualm, Schreie, überall Blut, Körperteile und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte Leichen liegen auf dem Boden. Panisch rennen die Überlebenden in Richtung Ausgang. Bahnhof Alexanderplatz, 40 Minuten später: Eine weitere Bombe zerreißt den einfahrenden Zug der Linie 2. Wieder Schreie, wieder Tote, wieder Panik. Die Hauptstadt steht unter Schock. Der Bundesnachrichtendienst lässt umgehend verlauten: Mutmaßlich islamistische Selbstmordattentäter aus Afghanistan haben die mit TNT gefüllen Sprengkörper gezündet. Kanzlerin Merkel erklärt den Terroristen den Krieg.

Drohung Ein schrecklicher Albtraum, von dem Deutschland bislang verschont blieb. Für Russland gilt das nicht. In Moskau haben am Montagmorgen vermutlich zwei Frauen mindestens 38 Menschen mit in den Tod gerissen. Es spricht einiges dafür, dass die »Schwarzen Witwen« im Auftrag militanter Islamisten gehandelt haben. Mitte Februar hatte der Anführer des »Islamischen Emirats Kaukasus« angekündigt: »Der Krieg wird in ihre Städte kommen.« Die vielen Opfer in Russlands Millionen-Metropole machen auf grausame Weise deutlich, wie ernst diese Drohung gemeint war.

Doch glaube keiner, hier ginge es allein um Rache für den Krieg in Tschetschenien. Keine Frage, die Russen haben dort gewütet und Menschenrechte mit Stiefeln getreten. Aber die Islamisten wollen mehr als Vergeltung. Die Dschihadisten bomben gegen westliche Werte wie Demokratie und für ein weltumspannendes Kalifat. Ein Reich, in dem die Scharia gilt und Unfreiheit herrscht. Ihren Hass auf all das, was uns das Leben lebenswert erscheinen lässt, tragen fanatisch-militante Muslime mit Gewalt in die Welt.

New York, Bagdad, Kabul, Madrid, London, Bombay und jetzt Moskau – die Terroristen, da sollten wir uns keiner fatalen Illusion hingeben, können trotz aller noch so ausgeklügelter Sicherheitsmaßnahmen jederzeit an jedem Ort zuschlagen. Dass Deutschland bis heute kein Blutbad erleben musste, ist allein einem banalen Umstand geschuldet: Glück.

Ilse Aigner lacht und applaudiert in einer Menschenmenge

Bundespräsidentenwahl

Aigner wird zur Kandidatinnen-Kür in Berlin erwartet

Nach ihrer offiziellen Vorstellung in Berlin reist Ilse Aigner am Montag mit Merz und Söder nach München – zum Festakt für 20 Jahre Hauptsynagoge Ohel Jakob

 08.11.2026

Berlin

Mann ersetzt Deutschlandflagge vor dem Reichstag durch Palästina-Flagge

Ein 22-Jähriger kletterte den fast 30 Meter hohen Mast auf dem Platz der Republik hinauf. Der Staatsschutz ermittelt

 08.11.2026

Ideologie

Wer darf jüdische Geschichte deuten?

Wie das progressive Milieu jüdische Identität neu definiert und Juden zu Privilegierten und Unterdrückern erklärt

von Gunda Trepp  08.11.2026

Kirsten Fehrs

Regierungsbildung in Berlin

EKD-Ratsvorsitzende fordert klare Abgrenzung von Antisemiten

Der Umgang der Linken mit ihrer Abgeordneten Vanessa Emde sorgt seit Wochen für Diskussionen. Welche Maßstäbe legt die EKD bei Antisemitismus an Parteien an?

 08.11.2026

Antisemitismus

»WerteInitiative« startet Kampagne gegen Judenhass

Antisemitismus als Chamäleon: Der Verein WerteInitiative will mit einer neuen Medienkampagne auf blinde Flecken beim Kampf gegen Judenhass aufmerksam machen

 08.11.2026

Josef Schuster

EKD-Synode

Zentralratspräsident: 9. November mahnt zu Widerspruch

Antisemitische Witze, rassistische Sprüche – auch im Bekanntenkreis sollte das aus Sicht von Zentralratspräsident Schuster nicht unwidersprochen bleiben. Der Würzburger Bischof Jung sieht Kirchen in der Verantwortung

 08.11.2026

München

20 Jahre jüdisches Leben im Herzen Münchens: Synagoge Ohel Jakob

Das Judentum ist seit 20 Jahren wieder mitten in der bayerischen Hauptstadt verankert

von Christiane Ried  08.11.2026

Bankenviertel in Riad

Konflikt mit Saudi-Arabien

Huthi greifen Wolkenkratzer im Zentrum von Riad an

Die fast täglichen Angriffe der Huthi hinterlassen große Kratzer am Image Saudi-Arabiens als sicherer Ort für Geschäfte und Tourismus. Jetzt wird der Geschäftsbezirk von Riad getroffen

 08.11.2026

Vanessa Emde

Regierungsbildung in Berlin

Linke Emde weist Rückzugsforderung des Vorstands zurück

Die Berliner Linke-Abgeordnete Vanessa Emde soll ihr Mandat im Berliner Abgeordnetenhaus zurückgeben, so fordert es der Landesvorstand. Jetzt äußert sich Emde dazu – mit einer klaren Antwort

 08.11.2026