Einspruch

Terror auf die Liste!

Die Hisbollah ist keine Terrororganisation. So jedenfalls muss man die Tatsache verstehen, dass die »Partei Gottes« nicht auf jener Liste steht, mit der die Europäische Union Terrororganisationen brandmarkt. Das klingt grotesk – und ist es. Denn jeder weiß, dass die Hisbollah Anschläge verübt, Mörder ausbildet, finanziert, aussendet und den Staat Israel attackiert. Die Hisbollah ist eine iranisch-syrische Organisation, die Krieg und Terror schürt, nicht zuletzt im eigenen Land, dem Libanon.

Die Hisbollah steht entgegen der Empfehlung des EU-Parlaments von 2005 nur deshalb nicht auf der Liste, weil führende Regierungen wie die deutsche sich erhoffen, die im Parlament von Beirut vertretene Mörderbande ließe sich irgendwie erreichen und beeinflussen, wenn man sie nicht allzu sehr vor den Kopf stößt.

spenden Denn die Liste ist mehr als etwas Symbolisches. Die darauf verzeichneten Gruppen verlieren ihr Vermögen in der EU ebenso wie die Möglichkeiten, legal Geld und Unterstützer zu sammeln. Die Hisbollah finanziert sich auch durch Spenden, die sie beispielsweise in deutschen Moscheevereinen akquiriert. Jeder Tag, an dem die Islamisten für die EU-Spitze nicht offiziell als Terrorgruppe gelten, vergrößert daher deren Potenzial für den nächsten Anschlag.

Die EU fürchtet, dieser könnte nicht Libanesen, Amerikanern oder Israelis gelten, sondern Europäern. Deshalb scheuen sie sich, die Hisbollah offiziell so einzuschätzen, wie sie sie einschätzen. Der bulgarische Untersuchungsbericht zum Anschlag auf eine israelische Reisegruppe in Burgas macht diese Haltung nun noch widersinniger, als sie ohnehin war. Denn allem Anschein nach hat die Hisbollah im vergangenen Sommer einen Terrorakt auf dem Boden der EU verübt. Trotz europäischer Rücksichtnahme. Offenbar will die Hisbollah partout auf diese Liste. Es wird Zeit, ihr diesen Wunsch zu erfüllen – oder die Terrorliste zu zerreißen, auf der Terroristen bewusst nicht auftauchen.

Der Autor ist Chef vom Dienst beim »Kölner Stadt-Anzeiger«.

Meinung

Ein belasteter Ort verlangt Bewusstsein

Belastete Orte wie etwa Hitlers Geburtshaus in Braunau gibt es in Deutschland und Österreich viele. Erinnerung daran bedeutet, ihr in der Gegenwart die richtige Antwort zu geben

von Vladimir Vertlib  29.07.2026

Meinung

Wir müssen darüber sprechen, was der Terror mit dem Islam zu tun hat

Die islamistische Ideologie muss endlich klar und deutlich als solche benannt werden

von Ali Ertan Toprak  29.07.2026

Thüringen

Entschuldigung nach Hass-Kommentar eines Leinefelder Gastwirts abgelehnt

Das Auschwitz-Komitee wirft dem Gastronomen vor, Menschen mit dem Tod bedroht und die Verbrechen des Nationalsozialismus verherrlicht zu haben.

 29.07.2026

Toronto

Solidarität nach Angriffen: Lange Schlangen vor jüdischen Bagel-Läden

Nach Angriffen auf zwei Filialen der jüdischen Bäckereikette Kiva’s Bagel Bar kaufen Bewohner dort ein. Zeitgleich feuerte ein Unbekannter Schüsse auf das US-Konsulat ab

 29.07.2026

Nahost

Iran greift US-Stützpunkt in Jordanien an – Washington reagiert mit Luftschlägen im Irak

Es ist der erste Raketenangriff des Iran auf einen US-Stützpunkt, seit Präsident Donald Trump die amerikanischen Angriffe auf iranische Ziele vor wenigen Tagen ausgesetzt hatte

 29.07.2026

Berlin

Klein: Sympathie-Bekundung für Terrororganisationen strafbar machen

Nach dem Anschlag durch einen IS-Anhänger fordert der scheidende Antisemitismusbeauftragte Gesetzesänderungen

 29.07.2026

Berlin

CSD-Anschlag: Innensenatorin und Polizei beantworten Fragen

Nach dem Angriff gibt es noch viele Unklarheiten. Der Innenausschuss des Abgeordnetenhauses kommt daher zusammen. Außerdem rückt das Thema Prävention in den Fokus

 29.07.2026 Aktualisiert

Berlin

Prien stellt mehr Geld gegen Radikalisierung in Aussicht

Nach dem CSD-Anschlag sagt die Familienministerin, queere Menschen seien in Teilen des Landes besonders unter Druck und könnte Solidarität erwarten

 29.07.2026

Judenhass

Antisemitismus weltweit auf Höchststand seit mehr als drei Jahrzehnten

Die Untersuchung erfasst die sieben Länder mit den größten jüdischen Bevölkerungen außerhalb Israels, darunter Deutschland

 29.07.2026