Meinung

Teheraner Rollenspiele

Oh, der Iran lenkt im Atomstreit ein! So berichteten Anfang der Woche die Medien weltweit. Teheran sei bereit, schwach angereichertes Uran in die Türkei zu bringen; im Gegenzug erhalte es aus einem Drittland Brennstäbe für Atomreaktoren. Wer’s glaubt, wird – sich wohl bald die Augen reiben. Denn das Quartals-Einlenken von Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist sicherlich auch diesmal nichts weiter als ein Quartals-Ablenken. Und ein Schmierentheater: Während das Mullahregime hinter den Kulissen weiter an der Bombe bastelt, zeigt der Regisseur von Teheran auf der Weltbühne, jeweils im Wechsel, mal seine Kraft und mal den guten Willen. Sein jüngstes Stück, das mit dem guten Willen, feiert gerade einen Theatererfolg. Auch die Zuschauer im Westen sollen jetzt bitte klatschen und »Bravo!« rufen. Diesmal hatte der Regisseur, der so gern selbst als Hauptdarsteller auftritt, einen besonderen dramaturgischen Einfall: Er schuf zwei Nebenrollen neu und besetzte sie prominent: Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sowie der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan traten als Handlanger auf. War wirklich gut gemacht, die Inszenierung. Doch hoffentlich haben sich die beiden Herren nicht reinlegen lassen und mussten ohne Gage nach Hause fahren.

7. Oktober

Rotes Rathaus zeigt Ausstellung zum Hamas-Überfall auf Israel

Der Überfall der Terrororganisation Hamas hat überall in Israel Spuren hinterlassen. Eine neue Berliner Ausstellung beleuchtet die Erfahrungen von Sportlern und Fans rund um den 7. Oktober 2023

 05.10.2026

Recht

Gute Absicht, falsche Umsetzung

Daniel Botmann, Geschäftsführer des Zentralrats der Juden, kritisiert den hessischen Vorschlag für eine Strafbarmachung der Leugnung des Existenzrechts Israels. Er hat aber einen Alternativvorschlag

 05.10.2026

Studie

»Neue antisemitische Normalität«: 7. Oktober für Juden in Deutschland biografische Zäsur

Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigt, wie der Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 das Leben von Jüdinnen und Juden in Deutschland verändert hat. Die Befragten berichten von einer »neuen antisemitischen Normalität«, wachsendem Misstrauen und Ausgrenzung

 05.10.2026

Der Verfassungsrechtler Steffen Augsberg, Hessens Justizminister Christian Heinz (CDU), der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker und Zentralratspräsident Josef Schuster (v.l.)

Initiative

Hessen dringt auf Strafen für Leugnung des Existenzrechts Israels

Die hessische Landesregierung dringt darauf, dass ihr Vorschlag zur Strafbarkeit israelfeindlicher Äußerungen umgesetzt wird. Die Bundesregierung bleibt aber skeptisch. Auch der Zentralrat der Juden ist nicht restlos überzeugt

 05.10.2026

Magdeburg

BSW: Wählen den AfD-Kandidaten zum Landtagspräsidenten

Am Dienstag kommt der neu gewählte Landtag von Sachsen-Anhalt erstmals zusammen. Die AfD hat die Zusage des BSW für die nötigen Stimmen

 05.10.2026

Berlin

Parteien in der Hauptstadt bereiten sich auf drittes Vorgespräch vor

Nach der Abgeordnetenhauswahl setzen Linke, Grüne und SPD auf ein drittes Vorgespräch. Details bleiben geheim – und keiner weiß, wo das Ganze hinführt

 05.10.2026

Berlin

Israelis selbst schuld an Empathielosigkeit? SPD-Politiker in der Kritik

Der Sozialdemokrat Lars Castellucci machte am Samstag mit einem X-Post zum versuchten Anschlag auf ein Flugzeug mit israelischen Passagieren von sich reden. Viele sehen darin eine Täter-Opfer-Umkehrung

 05.10.2026

Kommentar

Die Linke sollte nicht den Berliner Bürgermeister stellen

Die Partei sollte sich erst einmal in der Opposition regenerieren und gegen Rassismus einsetzen

von Herbert Rubinstein  05.10.2026

Shelly Meyer

Kommentar

Wer tatsächlich vom »Judenfetisch« profitiert

150 Juden in Berlin haben mit einem Offenen Brief die Linkspartei unterstützt - das sind etwa 0,4 Prozent der Berliner jüdischen Stimmen. Doch sie könnten für die breite Öffentlichkeit kaum wertvoller sein

von Shelly Meyer  04.10.2026