Meinung

Teheraner Rollenspiele

Oh, der Iran lenkt im Atomstreit ein! So berichteten Anfang der Woche die Medien weltweit. Teheran sei bereit, schwach angereichertes Uran in die Türkei zu bringen; im Gegenzug erhalte es aus einem Drittland Brennstäbe für Atomreaktoren. Wer’s glaubt, wird – sich wohl bald die Augen reiben. Denn das Quartals-Einlenken von Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist sicherlich auch diesmal nichts weiter als ein Quartals-Ablenken. Und ein Schmierentheater: Während das Mullahregime hinter den Kulissen weiter an der Bombe bastelt, zeigt der Regisseur von Teheran auf der Weltbühne, jeweils im Wechsel, mal seine Kraft und mal den guten Willen. Sein jüngstes Stück, das mit dem guten Willen, feiert gerade einen Theatererfolg. Auch die Zuschauer im Westen sollen jetzt bitte klatschen und »Bravo!« rufen. Diesmal hatte der Regisseur, der so gern selbst als Hauptdarsteller auftritt, einen besonderen dramaturgischen Einfall: Er schuf zwei Nebenrollen neu und besetzte sie prominent: Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sowie der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan traten als Handlanger auf. War wirklich gut gemacht, die Inszenierung. Doch hoffentlich haben sich die beiden Herren nicht reinlegen lassen und mussten ohne Gage nach Hause fahren.

Angriffe

Schmierereien und Drohungen: Antisemitismus an NS-Gedenkstätten nimmt zu

Lehrer hätten bereits Führungen abgesagt, aus Angst, dass Schüler das Programm boykottieren

von Leticia Witte  18.03.2026

Debatte

»Linkspartei bietet Judenhass ein Zuhause«: Zentralrat der Juden übt scharfe Kritik

Der jüngst gefasste Beschluss gegen »den heute real existierenden Zionismus« vertreibe »jene Stimmen aus der Partei, die noch einen moralischen Kompass besitzen«, betont Josef Schuster

 18.03.2026

Krieg gegen Iran

Estland für Einsatz in Straße von Hormus offen

US-Präsident Trump fordert Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormus. Einige Verbündete lehnen dies ab. Estland zeigt sich zumindest offen, eine mögliche Beteiligung zu diskutieren

 17.03.2026

Rechtsextremismus

Razzien bei »Letzter Verteidigungswelle«

Die Polizei rückt zu Durchsuchungen gegen mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen »Letzten Verteidigungswelle« aus. Auch diesmal haben die Ermittler erschreckend junge Beschuldigte im Blick

von Jacqueline Melcher  17.03.2026

Fördergeld-Affäre

Staatanwaltschaft prüft Anfangsverdacht gegen Wedl-Wilson

Die Ermittler wollen prüfen, ob die Kultursenatorin sich der Untreue schuldig gemacht haben könnte

 17.03.2026

Die Linke

Genossen werfen Gregor Gysi »rassistische Narrative« vor

Der Ex-Fraktionschef hatte sich in einem Interview zu der Frage geäußert, warum der Antisemitismus in der Partei zunehme

von Verena Schmitt-Roschmann  17.03.2026

Antisemitismus

»Es bleibt eine Sekte«: So reagieren Linke auf Büttners Austritt

Andreas Büttner verlässt die Partei, weil ein Landesverband den Zionismus ablehnt. Das sorgt innerhalb der Linken für Diskussionen

 17.03.2026

Kommentar

Jetzt offenbart die Linke ihr wahres Gesicht

Wer den Zionismus ablehnt, lehnt die Existenz eines jüdischen Staates ab - und damit genau jenen Schutzraum, der für Juden weltweit nach Jahrhunderten der Verfolgung existenziell geworden ist

von Daniel Neumann  17.03.2026

Krieg gegen Iran

Israel fliegt neue Angriffe in Teheran und Beirut

Die USA und Israel haben im Iran bereits Tausende Ziele aus der Luft angegriffen. Und der Krieg geht weiter – genauso wie Teherans Gegenangriffe. Israel verstärkt zudem seinen Einsatz im Libanon

 17.03.2026