Meinung

Teheraner Rollenspiele

Oh, der Iran lenkt im Atomstreit ein! So berichteten Anfang der Woche die Medien weltweit. Teheran sei bereit, schwach angereichertes Uran in die Türkei zu bringen; im Gegenzug erhalte es aus einem Drittland Brennstäbe für Atomreaktoren. Wer’s glaubt, wird – sich wohl bald die Augen reiben. Denn das Quartals-Einlenken von Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist sicherlich auch diesmal nichts weiter als ein Quartals-Ablenken. Und ein Schmierentheater: Während das Mullahregime hinter den Kulissen weiter an der Bombe bastelt, zeigt der Regisseur von Teheran auf der Weltbühne, jeweils im Wechsel, mal seine Kraft und mal den guten Willen. Sein jüngstes Stück, das mit dem guten Willen, feiert gerade einen Theatererfolg. Auch die Zuschauer im Westen sollen jetzt bitte klatschen und »Bravo!« rufen. Diesmal hatte der Regisseur, der so gern selbst als Hauptdarsteller auftritt, einen besonderen dramaturgischen Einfall: Er schuf zwei Nebenrollen neu und besetzte sie prominent: Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sowie der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan traten als Handlanger auf. War wirklich gut gemacht, die Inszenierung. Doch hoffentlich haben sich die beiden Herren nicht reinlegen lassen und mussten ohne Gage nach Hause fahren.

Krieg gegen Iran

Medienbericht: Trump will Mullahs nur wenige Tage Zeit geben

Als der US-Präsident am Dienstag einseitig eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, nannte er keine neue Frist. Unbegrenzt verlängern, will er sie US-Medien zufolge aber nicht

 22.04.2026

Nahost

Voller Vorurteile

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  22.04.2026

Michael Thaidigsmann

Haltlose Rüge aus Straßburg

Der Menschenrechtskommissar des Europarats wirft Deutschland »unangemessene Beschränkungen« propalästinensischer Proteste vor. Überzeugende Belege legt er jedoch nicht vor

von Michael Thaidigsmann  22.04.2026

Nahost

Trump verlängert Waffenruhe: Wie es jetzt weitergehen könnte

Welche Szenarien sind jetzt denkbar?

von Cindy Riechau, Arne Bänsch  22.04.2026

Nahost

Behörde: Iran beschießt Frachter in Straße von Hormus

Immer wieder kommt es in der Straße von Hormus zu Angriffen auf Schiffe. Die britische Behörde UKMTO meldet nun gleich zwei Vorfälle

 22.04.2026

New York

Wegen Haltung der Demokraten zu Israel: Alan Dershowitz wird Republikaner

Seine bisherige Partei sei zur »antiisraelischsten Partei in der amerikanischen Geschichte« geworden, schreibt der jüdische Jurist

 22.04.2026

New York/London

IAEA-Chef: Iran-Abkommen ohne Kontrolle wertlos

Rafael Grossi warnt vor der »Illusion eines Abkommens« oder um ein Versprechen, dessen Einhaltung niemand sicher feststellen könne

 22.04.2026

London

Beratungen über Wiederöffnung der Straße von Hormus beginnen

Diskutiert werden sollen auch Einsatzkräfte, Führungsstrukturen sowie die Verlegung von Einheiten in die Region

 22.04.2026

Europäische Union

Keine Mehrheit für Strafmaßnahmen gegen Israel

Vor allem Spanien und Irland hatten vor der Sitzung der Außenminister in Luxemburg Druck gemacht und die Aussetzung des Assoziierungsabkommens der EU mit Israel verlangt. Sie scheiterten erneut

von Michael Thaidigsmann  22.04.2026