New York

Susan Sarandon bei Demo gegen Israel festgenommen

Susan Sarandon wird am Donnerstag von der New Yorker Polizei festgenommen. Foto: picture alliance / AP Photo/Madison Swart

Die Schauspielerinnen Susan Sarandon und Hannah Einbinder sind am Donnerstag in New York bei einem Protest gegen Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu festgenommen worden. Auch andere Prominente beteiligten sich an der Demonstration nahe dem Hauptquartier der Vereinten Nationen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur »Reuters« nahm die Polizei zunächst mindestens 30 Menschen fest. Die »Times of Israel« und die »New York Post« berichteten später von insgesamt 104 Festnahmen.

Die Kundgebung fand zeitgleich mit Netanjahus Auftritt vor der UN-Vollversammlung statt. Demonstranten blockierten die First Avenue südlich des UN-Gebäudes und weigerten sich nach Polizeiangaben, die Fahrbahn zu räumen. Daraufhin gingen Beamte gegen die Sitzblockade vor und führten zahlreiche Teilnehmer mit gefesselten Händen zu Polizeibussen.

Susan Sarandon, die für ihren israelfeindlichen Aktivismus seit Jahren bekannt ist, wurde abgeführt. Bilder zeigen die Oscar-Preisträgerin inmitten der Demonstranten und später bei der Festnahme durch die New Yorker Polizei. Auch Einbinder, bekannt aus der HBO-Serie »Hacks«, wurde festgenommen. Nach Angaben von »Reuters« war zunächst unklar, ob gegen die festgenommenen Prominenten Anklage erhoben werden sollte.

Die Schauspielerin Susan Sarandon war Teil einer Demonstration gegen Benjamin Netanjahu in New YorkFoto: picture alliance / Anadolu
Page und Nixon

Zu den weiteren Teilnehmern gehörten die Schauspieler Elliot Page und Cynthia Nixon. Außerdem waren mehrere amerikanische Politiker vor Ort. Festgenommen wurden unter anderem Darializa Avila Chevalier, eine Kandidatin der Demokraten für das US-Repräsentantenhaus, sowie der New Yorker Stadtrat Chi Ossé. Auch weitere Mitglieder des Stadtrats und die linke Abgeordnete Emily Gallagher wurden nach Angaben des »New York Post« vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Die Demonstration war von der Gruppe Jewish Voice for Peace und den Democratic Socialists of America organisiert worden. Zunächst versammelten sich etwa 200 Menschen in weißen T-Shirts mit Aufschriften wie »Fund people not bombs«, »No war« und »Free Palestine«. Die Teilnehmer skandierten unter anderem »Hört auf, Israel zu bewaffnen« und forderten ein Ende der israelischen Militäroperationen im Gazastreifen.

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Die Demonstranten forderten eine Festnahme des israelischen Ministerpräsidenten. Laut »New York Post« riefen Teilnehmer: »Netanjahu, du kannst dich nicht verstecken! Wir klagen dich des Völkermords an!«

Aufrufe zu Mord an Netanjahu

Die »Times of Israel« berichtete unterdessen von einer weiteren, deutlich aggressiveren Protestveranstaltung unmittelbar am UN-Gelände. Dort wurde eine überlebensgroße Figur Netanjahus in einer Gefängniskleidung gezeigt, mit einer Schlinge um den Hals. Auf dem Namensschild der Figur stand »Satan«. Teilnehmer riefen unter anderem »Netanjahu im Bunker, wir bringen dich zwei Meter unter die Erde« und teilweise sogar »Tötet ihn«.

Bei der Kundgebung wurden außerdem Slogans wie »Globalize the intifada« und »From the river to the sea, Palestine will be free« gerufen. Ein Demonstrant bezeichnete »Zionisten« als »Nazis«. Zudem wurde eine Plastik-Schweinekopfattrappe mit der Aufschrift »Bibi« sowie eine Figur mit blutverschmiertem Gesicht gezeigt.

Später zog eine wesentlich größere Menschenmenge durch Manhattan. Organisiert wurde dieser Marsch von der Palestine Youth Movement. Nach Angaben der New Yorker Polizei beteiligten sich mehr als 2000 Menschen an der Demonstration, die vom Bryant Park in Richtung UN-Gelände führte. Rund um den Bahnhof Grand Central kam es dabei zu erheblichen Behinderungen des Verkehrs.

Gleich zwei israelfeindliche Demos fanden während Netanjahus UNO-Rede statt.Foto: picture alliance / Sipa USA
»Zionism will fall«

Auch bei dieser Demonstration wurde die israelische Regierung scharf angegriffen. Teilnehmer riefen unter anderem »Brick by brick, wall by wall, Zionism will fall« und »Israel no more«. Ein Redner erklärte: »Zionismus wird in all seinen Formen in New York City niemals willkommen sein.«

In seiner Ansprache vor der Vollversammlung ging Netanjahu auch auf den New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani ein, der ihn zuvor scharf kritisiert hatte. Mamdani selbst nahm nicht an der Demonstration teil. Stattdessen veröffentlichte er kurz vor Beginn der Rede ein Video, das ihn bei einem Treffen mit palästinensischen Familien in der offiziellen Residenz des New Yorker Bürgermeisters zeigt. im

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