München

Sicherheitskonferenz: »Israel wurde sehr breit eingeladen«

Christoph Heusgen, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz Foto: picture alliance/dpa

UN-Generalsekretär António Guterres soll in diesem Jahr die Münchner Sicherheitskonferenz eröffnen. Konferenzleiter Christoph Heusgen begründete die Entscheidung in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur mit dem globalen Anspruch des wichtigsten Politiker- und Expertentreffens weltweit.

Zwar würden die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten eine große Rolle bei der Konferenz von 16. bis 18. Februar spielen. »Wir haben aber auch den Anspruch, uns um die Weltordnung insgesamt zu kümmern. Deswegen soll die Konferenz von UN-Generalsekretär Guterres eröffnet werden.«

Es gehe ihm bei der Konferenz um die Frage: »Wie schaffen wir es, dass die Welt bei diesen ganzen Krisen nicht weiter auseinanderfällt, sondern dass wir dem Multilateralismus auf der Basis der Charta der Vereinten Nationen, der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte weiter eine Chance geben?«, sagte Heusgen.

Fehlender Silberstreif

Er war viele Jahre außenpolitischer Berater von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und später Ständiger Vertreter Deutschlands bei den Vereinten Nationen. »Bei all den Krisen fragen wir: Wo ist der Silberstreif am Horizont?«, so Heusgen.

Guterres hatte die Sicherheitskonferenz bereits 2022 eröffnet. In den vergangenen Monaten hatte er die israelische Militäroperation gegen die Terrororganisation Hamas im Gazastreifen wegen der aus seiner Sicht inakzeptabel hohen Zahl getöteter Zivilisten und der humanitären Folgen scharf kritisiert und sich vehement für einen Waffenstillstand eingesetzt.

Die Kritik aus Israel an seiner Amtsführung ist aber nicht weniger scharf. Im Dezember nannte der damalige israelische Außenminister Eli Cohen die Amtszeit Guterres‘ eine »Gefahr für den Weltfrieden«, da er Israel weitaus mehr kritisierte als die Hamas, die den Krieg mit ihren Massakern am 7. Oktober begann und somit die letzte Waffenruhe brach.

50 Staats- und Regierungschefs

Wer aus Israel nach München kommt, verriet Heusgen noch nicht. »Israel wurde sehr breit eingeladen, und wir können erfreulicherweise eine ganze Reihe an hochrangigen Zusagen verbuchen«, sagte er der dpa.

»Bemerkenswert ist auch, dass beinahe alle anderen Länder der Region prominent vertreten sind.« Er erwarte die Regierungschefs aus dem Libanon, Katar, dem Irak und Kuwait sowie die Außenminister Ägyptens, Saudi-Arabiens und des Oman bei der Konferenz, sagte Heusgen. Auch die Regierung des Jemen werde prominent vertreten sein. Insgesamt werden 50 Staats- und Regierungschefs sowie rund 100 Minister bei der Konferenz im Hotel Bayerischer Hof erwartet. dpa/ja

Ehrung

Rabbiner Andreas Nachama erhält Berliner Moses-Mendelssohn-Preis         

Er gilt als eine zentrale Figur des jüdischen Lebens in Deutschland: der Rabbiner und Publizist Andreas Nachama. Nun erhält er eine besondere Auszeichnung

von Daniel Zander  31.08.2026

Berlin-Wahl

Neue Umfrage: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen drei Parteien

Am 20. September ist Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Welche Parteien verlieren? Welche haben die besten Chancen auf das Rote Rathaus?

 31.08.2026

Magdeburg

Wie gefährlich wird die Wahl für die Bundesregierung?

Die Wahl in Sachsen-Anhalt hat das Potenzial, auch die Regierungsparteien in Berlin in Turbulenzen zu bringen. Für deren Vorsitzende könnte es ungemütlich werden

von Michael Fischer, Theresa Münch  31.08.2026

Religion

Islam-Forscher Khorchide: Muslime müssen jüdisches Leben schützen

Der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide fordert Muslime auf, jüdisches Leben aktiv zu schützen. Eine projüdische Haltung gehöre fundamental zum islamischen Glauben, weil die Wurzeln des Islam im Judentum lägen

 31.08.2026

Debatte

Börsenverein des Deutschen Buchhandels hält an Jurorin El Hissy fest

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels weist Vorwürfe gegen die Jurorin Maha El Hissy zurück. Hintergrund ist eine Essayserie der Autorin, wegen der ihr die Verbreitung israelfeindlicher Stereotype vorgeworfen wurde

 31.08.2026

Vakanz

Felix Klein: Nachbesetzung von Antisemitismusbeauftragtem eilt

Der langjährige Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, wechselt zum September nach Paris. Bislang ist seine Nachfolge immer noch nicht geklärt. Jetzt ruft er die Regierung zur Eile auf

von Anna Mertens  31.08.2026

USA

Verlängerung von Iran-Einsatz untragbar? Pentagon dementiert

Laut einem Medienbericht haben sich hochrangige Militärs besorgt über eine mögliche Verlängerung von Angriffen gegen den Iran geäußert

 31.08.2026

Berlin

»Death to the IDF«: Linke Spitzenkandidatin zeigt sich »entsetzt«, nicht alle nehmen ihr dies ab

Offener Judenhass und Terroraufruf bei Wahlkampfveranstaltung: Bei der Partei »Die Linke« führt der jüngste Skandal zu einer Diskussion über Judenhass und Reaktionen darauf

 31.08.2026

Berlin

Kultursenator warnt vor »falscher Toleranz« gegenüber Antisemitismus

»Wer jüdisches Leben bedroht, greift unsere Stadt an«, sagt der CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers

 31.08.2026