Berlin

Shimon Stein: Deutschland muss sich klar positionieren

Shimon Stein, war von 2001 bis 2007 israelischer Botschafter in Deutschland. Foto: picture alliance/dpa

Der ehemalige Botschafter Israels in Deutschland, Shimon Stein, erwartet von Deutschland eine kritische Haltung gegenüber Israel. »Wenn es zu einem kritischen Dialog kommt, hat Deutschland gewisse Vorstellungen, wie sich die Sache entwickeln soll«, sagte er am Montag im ZDF-Morgenmagazin. Deutschland müsse sich dazu »klar und unmissverständlich« positionieren.

Das Vorgehen des deutschen Außenministers Johann Wadepuhl (CDU) bei dessen jüngstem Besuch in Israel lobte Stein. »Er hat auf die Positionen, wo sich Deutschland und Israel momentan nicht einig sind, hingewiesen«. Er gehe davon, dass Wadepuhl in den Gesprächen mit Israels Premier Benjamin Netanjahu und Außenminister Gideon Sa’ar noch deutlicher geworden sei, als vor den Kameras während einer Pressekonferenz.

Wadephul war am Wochenende nach Israel gereist und hatte bei seinem Antrittsbesuch betont, dass Israels Sicherheit deutsche Staatsräson bleibe. Zugleich forderte er in deutlichen Worten eine politische Lösung des Gaza-Konflikts.

Lesen Sie auch

Stein erklärte, dass sich die deutsch-israelischen Beziehungen seit deren Aufnahme im Jahr 1965 weiterentwickelt hätten. Sie müssten auch den Zeitgeist anerkennen, erklärte Stein. »Sowohl die israelische als auch die deutsche Regierung müssen Rücksicht auf gesellschaftliche Veränderungen in beiden Ländern nehmen, genauso wie auf die politische Lage, mit der wir heute konfrontiert sind«, so der frühere Botschafter.

Gleichzeitig äußerte er seine Sorge, dass die Kluft zwischen offizieller Meinung und der Meinung der deutschen Bevölkerung größer werde. Denn dann müsse die Legitimation der »offiziellen Meinung« gegenüber Israel auch Rücksicht auf die Meinung der Bevölkerung nehmen. »Das wird für meine Begriffe ganz schwierig sein«, sagte Stein. kna

Replik

Ein starkes Kurdistan kann Israels Partner werden

In der aktuellen Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen äußert sich die Expertin Ofra Bengio skeptisch zur Chance eines kurdisch-israelischen Bündnisses in Nahost. Eine Replik des Bundesvorsitzenden der Kurdischen Gemeinde Deutschland

von Ali Ertan Toprak  07.02.2026

Libanon

Kreise: Hochrangiger Hisbollah-Funktionär tritt zurück

Die Hisbollah im Libanon steht unter Druck: Sie soll sich entmilitarisieren. Nun tritt ein prominenter Funktionär zurück

 07.02.2026

Nahost

Trump: Anfang nächster Woche wieder Gespräche mit Iran

Nach den wiederaufgenommenen Verhandlungen mit dem Iran erhöht der US-Präsident mit einer Zoll-Drohung den Druck auf Teheran. Kurz darauf erzählt er, wie die Gespräche aus seiner Sicht liefen

 07.02.2026

Protest

Tausende demonstrieren in Berlin für Freiheit im Iran

Sie wollen den Menschen im Iran eine Stimme verleihen. Zahlreiche Organisationen und politische Persönlichkeiten versammeln sich am Brandenburger Tor. Etliche bangen um Angehörige in der Heimat

 07.02.2026 Aktualisiert

Extremismus

AfD: Björn Höcke zitiert abermals Nazi-Parole

Der AfD-Politiker Höcke ist wegen einer verbotenen Nazi-Parole bereits verurteilt worden. Jetzt prüft die Polizei einen neuen Vorfall. Doch Abgeordnete stehen unter besonderem Schutz

 06.02.2026

München

Jüdische Gemeinde erhält Drohbrief mit Patrone

Der Staatsschutz der bayerischen Polizei ermittelt

von Imanuel Marcus  06.02.2026

Berlin/Gießen

Nach Rede im Hitler-Stil: AfD will Mitglied rauswerfen

Mit seiner Rede, die an Adolf Hitler erinnerte, sorgte Alexander Eichwald beim AfD-Jugendkongress für Aufregung. Jetzt droht ihm der Parteiausschluss

 06.02.2026

Berlin

Julia Klöckner reist nach Israel

Die Bundestagspräsidentin will sich mit Regierungs- und Oppositionsvertretern austauschen, nach Yad Vashem und zum Nova-Festival-Memorial fahren

 06.02.2026

Kommentar

Strafanzeige als PR-Gag?

Laut und verwegen ist der Genozid-Vorwurf einer Schweizer Gruppierung gegen den Schweizer Bundesrat Ignazio Cassis. Mit einer Rechtsdebatte hat es aber nichts zu tun

von Nicole Dreyfus  06.02.2026