Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, hofft, künftig wieder Brücken zu muslimischen Verbänden zu bauen. Seit dem Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 hätten sich die Beziehungen zwischen der jüdischen Gemeinde und muslimischen Verbänden dramatisch verändert, sagte der 72-Jährige in einem am Interview von web.de.
Von muslimischer Seite habe man nach dem terroristischen Angriff sehr wenig Bedauern gehört und stattdessen viele relativierende Äußerungen. »Das hat zu einer deutlichen Abkühlung des Verhältnisses geführt«, so Schuster. Auf offizieller Ebene gebe es derzeit kaum Kontakte zwischen jüdischen und muslimischen Organisationen.
Schuster sagte weiter: »Dabei spielt sicher eine Rolle, dass unter den muslimischen Verbänden die türkischen Verbände dominieren, hinter denen die türkische Religionsbehörde steht.« Von dort würde vieles unternommen, um ein besseres Verhältnis zu unterbinden.
Auf privater Ebene sei das jedoch anders, betonte der Zentralratspräsident. »Ich habe muslimische Freunde und zwischenmenschlich hat sich eigentlich nichts verändert.« kna