Meinung

Russen müssen leider draußen bleiben

Wer keinen deutschen Pass hat, kann nicht wählen gehen. Foto: JA

Seit 20 Jahren gibt es eine russischsprachige Zuwanderung in den Gemeinden. Und jetzt das. Die Gemeinde Koblenz schließt Mitglieder, die keinen deutschen Pass haben, von der Vorstandswahl aus. Das ist respektlos. Und es bedeutet potenziell den Todesstoß für die Gemeinden. Viele Zuwanderer kennen ihre Religion kaum, lautet ein Ausschluss-Argument. Dann muss man ihnen eben helfen, diese Kenntnisse zu erwerben! Viele wollen sich nicht integrieren, lautet ein zweites. Dann ist es Aufgabe der Gemeinde, entsprechende Angebote zu machen. Niemand hat gesagt, dass die Integration ein Zuckerschlecken bedeutet.

Satzung Der Zuzug ist ein Glücksfall für die jüdische Gemeinschaft. Was wäre sie denn ohne Zuwanderer? Vermutlich ein immer kleiner werdendes Häufchen. Dank Zuwanderung gibt es volle Jugendzentren, die zu 80 Prozent von russischsprachigen Jugendlichen geleitet werden. Lebendige Gemeinden, die zu 65 Prozent Vorsitzende aus der Ex-Sowjetunion haben. So funktioniert jüdisches Leben heute, daran wird man sich auch in Koblenz gewöhnen müssen. Und ist man denn mit einem deutschen Pass jüdischer als ohne? Gewiss, die Gemeinden können autonom entscheiden, aber sie sollten sich mal fragen, ob sie bei einer solchen Einstellung in zehn Jahren überhaupt noch etwas zu wählen haben. Dann vielleicht doch lieber die Satzung ändern.

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