Forderung

Ruf nach besserem Schutz für jüdische Feiertage

Josef Schuster, Praesident Zentralrat der Juden in Deutschland Foto: picture alliance/dpa

Jüdische Feiertage müssen in Deutschland aus Sicht des Zentralrats der Juden und der nordrhein-westfälischen Antisemitismusbeauftragten besser gesetzlich geschützt werden.

»Zur freien Religionsausübung gehört auch, dass die Gläubigen entsprechend ihrem Glauben die Feiertage begehen können«, schreiben Zentralratspräsident Josef Schuster und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger in einem Gastbeitrag in der »Rheinischen Post« (Dienstag). Sie weisen darauf hin, dass an hohen Feiertagen für Juden ein Werkverbot herrsche. »Das bedeutet, dass an solchen Tagen nicht gearbeitet oder geschrieben werden darf.«

Verwehrter Ausweg Schüler hätten in allen Bundesländern die Möglichkeit, an diesen Tagen dem Unterricht fern zu bleiben. »Fallen allerdings Klausuren auf einen der Feiertage, sind die Schüler gezwungen, den Nachschreibetermin wahrzunehmen.«

Dieser Ausweg bleibt laut Schuster und Leutheusser-Schnarrenberger Studenten mit dem Ziel Staatsexamen jedoch verwehrt. »Sie müssen im Ernstfall ein halbes Jahr oder länger auf die nächste Prüfung warten, die vor allem im Fach Medizin im Frühjahr in die Zeit von Pessach und im Herbst auf Rosch Haschana oder Jom Kippur fallen kann.«

Als positiv werten die Autoren Signale des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen, das die bundesweiten Termine für medizinische, pharmazeutische und psychotherapeutische Staatsexamina festlegt, jüdische Feiertage mit Werkverbot genauso zu berücksichtigen wie gesetzliche Feiertage. »Um eine solche Berücksichtigung künftig zu gewährleisten und in diesem Sinne Grundlagen zu schaffen, plädieren wir in diesem Bereich für klare und eindeutige gesetzliche Regelungen - für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.«

Immer wieder wird kritisiert, dass jüdische Feiertage und der Schabbat in Deutschland nicht oder zu wenig beachtet würden. Das Berliner Tikvah Institut, das sich gegen Antisemitismus einsetzt, hatte kürzlich Vorschläge für eine Neuregelung des nordrhein-westfälischen Feiertagsrechts veröffentlicht.

Demnach sollen bekenntniszugehörige Schüler an jüdischen Feiertagen und am Schabbat auch ohne Antrag freibekommen, Studierende Ersatztermine für Prüfungen erhalten und Beschäftigte unbezahlt der Arbeit fernbleiben dürfen.

Das Institut veranstaltet am Mittwoch in Düsseldorf eine Diskussion über Religionsfreiheit für jüdische Feiertagspraxis in NRW. Daran sollen auch Leutheusser-Schnarrenberger sowie Vertreter der Landtagsfraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP teilnehmen. kna

München

Steinwurf auf israelisches Generalkonsulat: Beschuldigter in U-Haft

Am Wochenende soll ein Mann Steine auf das israelische Generalkonsulat in München geworfen und mit einer Sprengstoff-Explosion gedroht haben. Die Staatsanwaltschaft hat nun einen Haftbefehl erwirkt

 12.03.2026

Türkei

Wadephul fordert diplomatisches Ende des Iran-Kriegs

Der deutsche Außenminister und sein türkischer Kollege sind sich einig: Der Krieg im Iran muss so bald wie möglich enden - nur wie?

 12.03.2026

Teheran

Irans neuer Oberster Führer fordert Rache für Kriegsopfer

Der neue Regime-Chef will Rache an Israel und formuliert weitere Forderungen

 12.03.2026

Teheran

Viele Bewohner Teherans harren in ihren Wohnungen aus

Seit Ende Februar führen Israel und die USA Krieg gegen den Iran. Die Lage in der Hauptstadt fühlt sich für viele Bewohner zunehmend unsicher an

 12.03.2026

Teheran

Ist Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad doch noch am Leben?

Zahlreiche Medien meldeten den Tod des Ex-Präsidenten. Doch »The Atlantic« zufolge, soll Ahmadinedschad untergetaucht sein

 12.03.2026

Tel Aviv

Israels Armee meldet Angriff auf iranische Nuklearanlage bei Teheran

An der Atomanlage Taleghan entstanden bei den Luftangriffen erhebliche Schäden

 12.03.2026

Teheran

Schweiz schließt Botschaft im Iran, die auch US-Interessen vertritt

Die Eidgenossenschaft vertritt als Schutzmacht der Vereinigten Staaten auch deren Interessen im Iran. Wegen anhaltender Angriffe bringt die Regierung in Bern ihre Mitarbeiter vorübergehend außer Landes

 12.03.2026

Analyse

Der strategische Fehler Teherans – und die Chance auf eine neue Ordnung im Nahen Osten

Wie der Krieg gegen das iranische Regime die Machtverhältnisse der Region dauerhaft verändern könnte

von Sacha Stawski  12.03.2026

Nahost

Zahl verletzter US-Soldaten nach Drohnenangriff in Kuwait steigt

Nach dem Vorfall war von sechs getöteten amerikanischen Soldaten und fünf Verletzten die Rede gewesen. Nun stellt sich heraus: Es waren weitaus mehr

 12.03.2026