»Kein Platz für Antisemitismus an Hochschulen!«

Professoren veröffentlichen Offenen Brief gegen Judenhass an Hochschulen

Dutzende Wissenschaftler haben einen Offenen Brief gegen Antisemitismus an Universitäten in der Bundesrepublik unterzeichnet. Die Headline lautet »Aus aktuellem Anlass: Kein Platz für Antisemitismus an Hochschulen!«.

»Wir, als Lehrende an deutschen Hochschulen und Universitäten sowie Forschende an außeruniversitären Forschungseinrichtungen, stellen uns ohne Wenn und Aber vor unsere jüdischen Studierenden und Kolleginnen und Kollegen«, heißt es in dem Schreiben. »Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, damit sie unversehrt und sicher an unseren Einrichtungen studieren und arbeiten können und sich Jüdinnen und Juden in Deutschland sicher fühlen können.«

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Die Unterzeichner verurteilen in dem Brief »antisemitische Ausgrenzung, das Verwenden von Terror-Symbolen, die Infragestellung des Existenzrechtes Israels, jegliche Form von Gewalt und Verwüstungen in Universitätsgebäuden.« Die Professoren stellen klar: »Deshalb ist es auch in unserem Sinne, dass Judenhass an unseren Einrichtungen geächtet und gegebenenfalls geahndet wird.«

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»Protestcamps« und Gebäudebesetzungen

»Mit großer Sorge beobachten wir auch die Entwicklungen zum Boykott israelischer Universitäten und der Ausgrenzung israelischer Kolleginnen und Kollegen auf wissenschaftlichen Konferenzen und durch wissenschaftliche Publikationsorgane«, so die Wissenschaftler. »Wir stellen uns klar gegen diese Formen der Ausgrenzung und setzen uns weiterhin für die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen an israelischen Universitäten oder Forschenden mit israelischer Staatsangehörigkeit ein.«

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Zu den Unterzeichnern gehören Professoren an Unis in der gesamten Republik – darunter Hochschulen wie etwa die Freien Universität Berlin, an denen es in den vergangenen Wochen zu »Protestcamps« und Gebäudebesetzungen durch Terrorunterstützer gekommen war.

In diesem Rahmen hatten die meisten Teilnehmer den palästinensischen Terror verherrlicht, zu einer neuen Intifada aufgerufen und die Auslöschung Israels gefordert. Die Demonstranten verbreiteten zudem Verschwörungstheorien über den jüdischen Staat und dessen Vorgehen im Krieg gegen den Terror.

Fördern und schützen

Einer der Unterzeichner, Georg Weizsäcker (Fachbereich: Mikroökonomische Theorie und Ihre Anwendungen) erklärte gegenüber der Jüdischen Allgemeinen: »Dass wir das jüdische Leben in Deutschland nicht nur im Allgemeinen, sondern im Besonderen die jüdischen Studierenden fördern und sie im Bedarfsfall auch schützen, ist eine Selbstverständlichkeit. Wir freuen uns, dass sie da sind!«

Bernd Ladwig, Politikprofessor an der FU Berlin, sagte: »Alle Hochschulangehörigen müssen sich frei von Angst und Einschüchterung auf dem Campus aufhalten und ausdrücken können. Damit sind Aktionen unvereinbar, die das begründete Bedrohungsgefühl unter jüdischen und proisraelischen Hochschulangehörigen verstärken.« Ladwig wende sich mit seiner Unterschrift auch »gegen Aufrufe zur Zerstörung des Staates Israel und zum Boykott israelischer Kolleginnen und Kollegen«.

Clemens Fuest vom Ifo-Institut, ein Experte für Steuer- und Finanzpolitik, schrieb dieser Zeitung, er habe den Offenen Brief unterschrieben, da er es für unerträglich halte, wenn es in Wissenschaft und Forschung zu Antisemitismus komme.

»Das hat auch im Rest der Gesellschaft nichts zu suchen, aber gerade die Wissenschaft hat eine besondere Verpflichtung, Ausgrenzung und Diskriminierung entgegenzutreten«, so Fuest. Wissenschaft bedeutet Aufklärung, Rationalität und Dialog. Antisemitismus ist damit unvereinbar. Deutschland hat darüber hinaus selbstverständlich eine besondere Verantwortung, Antisemitismus zu bekämpfen.» im

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