Einspruch

Probates Propagandamittel

Alexander Friedman

Einspruch

Probates Propagandamittel

Alexander Friedman ist besorgt über die Zunahme antisemitischer Kampagnen in Belarus

von Alexander Friedman  12.08.2021 09:12 Uhr

Am 9. August beging Belarus den ersten Jahrestag der gefälschten Präsidentschaftswahl, die eine überwältigende Protestwelle hervorgerufen hatte. Lukaschenko konnte zwar die Straßenproteste niederknüppeln und die Repressionen skrupellos vorantreiben, die andauernde Belarus-Krise hat sich jedoch eher zugespitzt und spätestens nach der Flugzeugentführung im Mai eine internationale Dimension bekommen.

Obwohl die Staatspropaganda Lukaschenko als Sieger feiert, fühlen sich dessen Anhänger weiterhin verunsichert. So liegen bei der Malerin Svetlana Zhigimont am Vorabend des ersten Jahrestages die Nerven blank.

hetze In sozialen Netzwerken greift sie »die Juden« an, die bei den Protesten eine wichtige Rolle gespielt haben sollen, nunmehr einen neuen »Brand« in Belarus entzünden und dann in »geschlossenen Reihen« in ihre »Heimat« Israel abhauen wollten. Die Hetze verbreitet sich im Netz, wobei manche von Lukaschenkos Sympathisanten die »mutige« Künstlerin preisen, während sich Regimegegner über die krude Verschwörungstheoretikerin lustig machen. Eine deutliche Kritik ist aber nicht zu vernehmen.

Der Fall Zhigimont ist keine Ausnahme. Antisemitismus wird von der belarussischen Diktatur längst als probates Propagandamittel verwendet, um die demokratische Opposition zu diffamieren: Ausländische Juden gelten als Hintermänner der Protestbewegung. Juden, die sich für den demokratischen Wandel einsetzen, werden verleumdet.

instrumentalisierung Das Regime schreckt nicht vor der Instrumentalisierung der Schoa zurück. Aufgrund seiner wiederholten antisemitischen Bemerkungen wird Lukaschenko vom Staat Israel kritisiert.

Als Sprachrohr der antisemitischen Kampagne fungiert die vom Präsidialamt herausgegebene Zeitung »SB. Belarus Segodnja«, die vor einigen Wochen etliche »Verräter« und »ausländische Agenten« in jüdischen Organisationen des Landes »entlarvte«, auf eine »Säuberung« in perfider stalinistischer Manier drängte und Judenhasserin Zhigimont hofiert. Antisemitismus ist in Belarus längst zur Normalität geworden.

Der Autor ist Historiker in Düsseldorf.

Berlin

Söder warnt SPD und Grüne vor Koalition mit Linkspartei

Nach der Wahl in Berlin mit dem Sieg der Linkspartei ist noch immer unklar, wer künftig regieren wird. Der CSU-Chef hat eine klare Erwartung für den Umgang mit dem Wahlsieger

 25.09.2026

Kassel/Heidenau

Stadt stoppt Stolpersteine – Künstler: War zu erwarten

Der Stadtrat von Heidenau bei Dresden lässt keine neuen Stolpersteine im Straßenraum zu. Der Initiator der Gedenksteine, Gunter Demnig, warnt vor Unsichtbarkeit der NS-Opfer und will weitermachen

 25.09.2026

Berlin

Schuster: Seit Hamas-Angriff kaum Kontakte zu muslimischen Verbänden

Er hat muslimische Freunde. Doch offizielle Beziehungen zwischen der jüdischen Gemeinde und muslimischen Verbänden gibt es kaum noch. Der Zentralratspräsident kritisiert dies und hofft auf Besserung

 25.09.2026

USA

Rennpferd muss wegen Hitler-Bezug umbenannt werden

Der Jockey Club erhält eine formale Beschwerde, woraufhin der Name des Tieres verboten wird. Wie hieß das Pferd? Und wie heißt es jetzt?

 25.09.2026

New York

Susan Sarandon bei Demo gegen Israel festgenommen

Zwei Proteste gegen Israel fanden während der Rede von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor der UNO statt. Bei einer davon wurde zum Mord an ihm aufgerufen

 25.09.2026

New York

Netanjahu vor der UNO: »Israel hat keinen anderen Weg als zu gewinnen«

Der israelische Ministerpräsident spricht über Iran, Katar, die Türkei. Er konfrontiert Kritiker seines Landes, inklusive Bürgermeister Zohran Mamdani

 25.09.2026

Berlin

Berliner Linken-Chefin: »sehr überrascht« über Kritik

Seit der Berlin-Wahl am Sonntag wird bundesweit heftig über Antisemitismus bei der Linkspartei diskutiert. Sieht die Landesvorsitzende Kerstin Wolter ein strukturelles Problem in ihrer Partei?

 25.09.2026

Nach der Wahl

Berliner SPD will mit Linken und CDU sondieren

Die Sozialdemokraten wollen mit dem Wahlsieger Linke und der CDU über eine mögliche Regierungsbildung sprechen. Parteichef Krach nennt eine »rote Linie«

 25.09.2026

New York

Berichte: Iran legt Sieben-Tage-Plan zur Beendigung des Kriegs vor

Die USA und der Iran verhandeln mit Hilfe von Vermittlern über die Zukunft der Straße von Hormus. Nun will die iranische Seite einen Vorschlag ins Spiel gebracht haben

 25.09.2026