Jerusalem

Israels Präsident verurteilt Haftbefehle gegen Netanjahu und Gallant

Auch der israelische Präsident Isaac Herzog hat sich zu dem Attentat in Washington D.C. geäußert. Foto: copyright (c) Flash90 2023

Israels Präsident Isaac Herzog hat die Haftbefehle des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) gegen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sowie seinen früheren Verteidigungsminister Yoav Gallant scharf kritisiert. Heute sei ein »düsterer Tag für die Gerechtigkeit«, schrieb Herzog auf »X«.

In seiner Erklärung warf Herzog dem Gericht vor, die universelle Gerechtigkeit in eine »universelle Lachnummer« verwandelt zu haben. Er betonte, dass diese Entscheidung die Opfer und den Einsatz all jener verhöhne, die für Gerechtigkeit kämpfen – von der Niederlage der Nazis bis heute.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Herzog kritisierte, dass der IStGH das Schicksal der 101 israelischen Geiseln, die von der Hamas brutal in Gaza gefangen gehalten werden, ignoriere. Zudem verurteilte er die zynische Taktik der Hamas, ihre eigenen Bürger als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen.

Rechtssystem missbraucht

Der Präsident hob hervor, dass Israel das Recht und die Pflicht habe, sich gegen den barbarischen Angriff der Hamas zu verteidigen, während es gleichzeitig als demokratischer Staat internationalem humanitären Recht Folge leiste.

Lesen Sie auch

Der Präsident warf dem Gericht vor, »die Seite des Terrors und des Bösen« gewählt zu haben, indem es das internationale Rechtssystem als Schutzschild für die Verbrechen der Hamas gegen die Menschlichkeit missbrauche.

Herzog rief zur moralischen Klarheit angesichts des iranischen Einflusses auf, der seiner Meinung nach die regionale und weltweite Stabilität gefährde und die Institutionen der freien Welt zu zerstören versuche.

Minister sehen Antisemitismus

Minister von Netanjahus Regierung kritisierten den Erlass ebenfalls scharf. Itamar Ben-Gvir, der rechtsextreme Chef des Ressorts Nationale Sicherheit, erklärte der Internationale Strafgerichtshof habe erneut gezeigt, dass er »antisemitisch durch und durch« sei.

Er sprach sich für eine »Antwort« aus, die eine Erklärung der Souveränität für das Westjordanland, ein Ende der Beziehungen zur Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) und Sanktionen gegen dieselbe beinhalten würde.

Von einer »juristischen Absurdität« sprach Transportministerin Miri Regev. Der IStGH demonstriere hier »modernen Antisemitismus im Gewand der Gerechtigkeit«. Regev schrieb: »Israel wird sich nicht dafür entschuldigen, seine Bürger zu schützen. Dies ist kein Verbrechen, sondern unsere nationale und moralische Pflicht.«

Erlaubnis aus Den Haag

Resilienz-Minister Yitzhak Wasserlauf interpretierte den Erlass der Haftbefehle als »antisemitische Beschuldigung gegen alle Bürger Israels«. Der jüdische Staat werde davon nicht abgeschreckt. Vielmehr werde er weiterhin den mörderischen Terrorismus bekämpfen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Das Knesset-Mitglied Avi Maoz warf dem Gerichtshof in Den Haag »Heuchelei der schlimmsten Art« vor. Der ». Der IStGH wolle sich «bei mörderischen Diktaturen einschmeicheln» und ignoriere «schwere globale Korruption», um gegen ein Land vorzugehen, das sich mitten in einem «existenziellen Krieg» befinde.

Amichai Eliyahu, der Minister für das Kulturerbe, äußerte sich ebenfalls: «Zum Glück musste sich Churchill keine Erlaubnis aus Den Haag holen, bevor er Europa vor den Nazis gerettet» habe.

Oppositionsführer Yair Lapid warf dem Strafgerichtshof vor, die Haftbefehle stellten eine Belohnung für Terrorismus dar. Sein Kollege Benny Gantz bescheinigte Den Haag eine «moralische Blindheit» vor sowie einen «beschämenden Fleck von historischen Proportionen, der nie vergessen werden wird».

Zustimmung zu den Haftbefehlen kam indes von der Hadasch-Partei, die die stärkste arabische Fraktion im israelischen Parlament, der Knesset, stellt. Der IStGH habe auf Grundlage «eindeutiger Beweise» entschieden. Der Gaza-Krieg sei «ein Krieg voller schwerer Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.»

Netanjahu und Gallant seien «für die totale Zerstörung des Gazastreifens und den Massenmord an seinen Bewohnern verantwortlich. Sie müssen dafür bezahlen», so die Partei.

Auf X schrieb der Buchautor Saul Sadka, man könne nun offiziell den Tod des «Völkerrechts» verkünden. «Sie haben alles für einen PR-Stunt zugunsten der Hamas niedergebrannt.» ja

London

Sie »fischten« mit Geld nach Juden: Zwei Männer verurteilt

»Fishing for Jews« mit einer Angel, an der ein Geldschein hängt: Im Stadtteil Stamford Hill, in dem viele Charedim wohnen, werden die Verdächtigen von den Shomrim gestellt und später festgenommen

 13.05.2026

Teheran

Weitere Hinrichtung im Iran nach Spionagevorwürfen

Die iranische Justiz hat in den vergangenen Wochen viele Männer exekutieren lassen. Nun wird wieder ein Todesurteil vollstreckt

 13.05.2026

Bern

Mengele-Akten endlich öffentlich

Der Schweizer Nachrichtendienst blockierte den Zugang zu diesen Unterlagen jahrzehntelang. Nun wird diese Sperre aufgehoben

von Nicole Dreyfus  13.05.2026

New York

Jüdische Gruppen planen Demonstration gegen »New York Times«

Die Organisatoren sprechen von »antizionistischen Verleumdungen«, für die das Blatt verantwortlich sei

 13.05.2026

Washington D.C./New York

Bericht: Iran hat weiterhin erhebliche Raketenkapazitäten

Neue Einschätzungen der US-Geheimdienste zeichnen ein deutlich anderes Bild der militärischen Lage Irans, als es die US-Regierung öffentlich vermittelt

 13.05.2026

Harrisburg

US-Richter verlässt Demokratische Partei wegen Judenhass

David Wecht warnt zudem vor einer zunehmenden Verharmlosung antisemitischer Tendenzen im gesamten linken Spektrum

 13.05.2026

Wien

Jüdische Hochschüler können ESC nicht öffentlich übertragen

Die Studentenorganisation JöH warnt vor einer angespannten Sicherheitslage für Jüdinnen und Juden und plant eine Protest- und Solidaritätsveranstaltung

 13.05.2026

Washington D.C.

Trump droht Iran mit vollständiger Niederlage

Die Vereinigten Staaten würden den Konflikt »friedlich oder eben auf andere Weise« gewinnen, sagt der amerikanische Präsident vor seiner Abreise nach China

 13.05.2026

Barcelona

Flick distanziert sich von Yamals Palästina-Flaggen-Aktion

Jungstar Yamal sorgt meistens auf dem Platz für Aufsehen. Bei der Meisterparty des FC Barcelona setzt er nun auch abseits des Rasens ein Zeichen - ein politisches, das aber nicht allen gefällt

 13.05.2026