Berlin

»Plattform von Antisemitismus und Israel-Hetze«

Teilnehmer der Al-Quds-Demonstration in Berlin 2014 Foto: dpa

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hat im Vorfeld der am Samstag in Berlin geplanten Al-Quds-Demonstration kritisiert, dass der Marsch alljährlich als Plattform von Antisemitismus und Hetze gegen Israel genutzt werde. »Mitten in unserer Hauptstadt propagieren Anhänger von islamistischen Terrorgruppen den bewaffneten Kampf gegen den jüdischen Staat«, sagte Schuster der Jüdischen Allgemeinen.

Der Zentralrat begrüße es sehr, dass sich ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis diesem antisemitischen Aufmarsch entgegenstellt. »Wir rufen dazu auf, dass sich möglichst viele Menschen an dieser Gegendemo beteiligen. Es darf keinen Platz für Antisemitismus in unserem Land geben – nicht am ›Al-Quds-Tag‹ und auch an keinem anderen Tag.«

Er hoffe und vertraue darauf, so Schuster, dass Polizei und Sicherheitskräfte alles dafür tun werden, dass bereits im Vorfeld jegliche antisemitische und verfassungsfeindliche Aktion vereitelt und bei Missachtung sofort dagegen eingeschritten werde.

Kurfürstendamm Am kommenden Samstag soll aus Anlass des sogenannten Al-Quds-Tags die antiisraelische Demonstration für ein »freies Palästina« auf dem Berliner Kurfürstendamm stattfinden. Nach Polizeiangaben sind für den um 14.30 Uhr auf dem Adenauerplatz beginnenden Marsch 2500 Teilnehmer angemeldet.

Mehrere Organisationen planen Gegendemonstrationen entlang der Aufmarschstrecke. Ein »Bündnis gegen den Quds-Marsch« ruft zur Versammlung ab 13.30 Uhr auf dem Wittenbergplatz auf. Zu den Unterstützern gehören neben dem Zentralrat der Juden auch das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus, die Amadeu Antonio Stiftung, das American Jewish Committee und die Deutsch-Israelische Gesellschaft. »Wir stellen uns gegen die Menschenrechtsverletzungen in der Islamischen Republik Iran und gegen jede Form von antisemitischer, islamistischer und homophober Propaganda«, heißt es in einer Erklärung des Bündnisses.

Der Al-Quds Tag wurde 1979 vom damaligen iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini ausgerufen und dient dazu, das Existenzrecht Israels infrage zu stellen. Hinter den Aufmärschen in Europa steckt nach Angaben der Sicherheitsbehörden die schiitische Terrororganisation Hisbollah.

Bei der alljährlichen Veranstaltung kommt es immer wieder zu schweren antiisraelischen und antisemitischen Ausfällen. Im vergangenen Jahr wurden auf dem Kurfürstendamm Parolen wie »Kindermörder Israel«, »Israel vergasen!« und »Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!« skandiert.

Polizei Berlins Innensenator Frank Henkel hat die Teilnehmer der Al-Quds-Demonstration unterdessen aufgefordert, das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht zu missbrauchen. »In unserer Stadt gibt es keinen Platz für antisemitische und volksverhetzende Parolen. Wir werden uns stets mit aller Macht gegen diejenigen stellen, die gegen Juden hetzen, Gewalt verherrlichen oder Aktionen gutheißen, die auf die Vernichtung eines Volkes gerichtet sind.«

Die Polizei habe nach der Erfahrung des vergangenen Jahres die Auflagen konkretisiert und verschärft. Sie werde auch in diesem Jahr alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Hasspropaganda zu unterbinden und die Auflagen konsequent umsetzen. »Antisemitische Hetze wird Berlin nicht hinnehmen«, sagte Henkel. ja/epd

Umwidmung

Kein Zeitplan für Yad-Vashem-Straße in Berlin

Nach der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem soll ein Straßenabschnitt im Herzen von Berlin benannt werden. Bislang ist unklar, wann dies erfolgt

 03.02.2026

USA

Trump will eine Milliarde Dollar von Elite-Uni Harvard

Der Präsident wirft der Fakultät antisemitisches Verhalten vor. Ein Bericht der »New York Times« bringt neuen Schwung in den Streit

 03.02.2026

Teheran

Regime fürchtet Eskalation: US-Schlag könnte Machtapparat ins Wanken bringen

Externer Druck könnte einen erneuten landesweiten Aufstand begünstigen, heißt es aus dem Umfeld hochrangiger Entscheidungsträger im Iran

 03.02.2026

USA

Massiver Anstieg antisemitischer Straftaten in New York

Im Vergleich zum Vorjahresmonat verdoppelt sich die Zahl der durch Judenhass motivierten Taten fast

 03.02.2026

Washington D.C./Teheran

Können Gespräche zwischen den USA und Iran eine Eskalation verhindern?

In den kommenden Tagen könnte es in Istanbul zu hochrangigen Gesprächen über das iranische Atomprogramm kommen. Regionalmächte vermitteln zwischen dem Teheraner Regime und den USA

 03.02.2026

Kommentar

Antisemitismus im »Safe Place«: Die Kunstakademie Düsseldorf macht’s möglich

Eine Kunstakademie sollte Räume für kritisches Denken öffnen - aber nicht für Ideologien, die Menschenfeindlichkeit salonfähig machen

von Nicole Dreyfus  02.02.2026

Washington D.C.

Vize-Justizminister: Keine weiteren Anklagen in Epstein-Fall

Das veröffentlichte Material im Fall des Sexualstraftäters enthält viel Verstörendes. Für weitere Anklagen reicht es offenbar trotzdem nicht

 02.02.2026

Berlin

Staatsanwaltschaft: Hunderte neue antisemitische Straftaten

Für das Jahr 2025 werden 820 neue Vorfälle registriert. Antisemitische Parolen bei Demonstration sind eingerechnet

 02.02.2026

Düsseldorf

Terror-Sympathisantin an Kunstakademie: Stadt zieht Konsequenzen

Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) tritt nicht bei der traditionellen Werkschau auf, nachdem die palästinensische Terrorunterstützerin Basma al-Sharif Teil einer Veranstaltung der Akademie war

 02.02.2026