Washington D.C.

Opfer-Namen in Epstein-Akten: US-Ministerin räumt Fehler ein

Justizministerin Pam Bondi am Mittwoch in der Kongressanhörung zum Fall Epstein Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

US-Justizministerin Pam Bondi hat ihren viel kritisierten Umgang mit den Epstein-Akten vor einem Kongressausschuss verteidigt, aber auch Fehler eingeräumt. »Versehentlich« seien zum Teil Namen von Opfern des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht worden, gab sie in einer hitzigen Anhörung im Repräsentantenhaus zu. Diese seien nach entsprechenden Hinweisen »umgehend« geschwärzt worden. 

Mitte Dezember hatte ihr Ministerium damit begonnen, Ermittlungsakten aus dem Fall Epstein zu veröffentlichen. Kurz danach waren mehr als ein Dutzend Dateien überraschend wieder verschwunden. Bondis Stellvertreter Todd Blanche sagte damals, dass die plötzliche Löschung auf Bitten von Betroffenen erfolgt sei. Die entfernten Fotos zeigten potenzielle Opfer, die zuvor nicht als solche identifiziert worden seien, hieß es. 

Der jüdische Investor Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem viele junge Frauen und auch Minderjährige zum Opfer fielen. 

»Unzulässige Schwärzungen«

Der demokratische Kongressabgeordnete Jamie Raskin kritisierte das Versäumnis, die Namen von Opfern zu schwärzen, während die Namen von Tätern und Komplizen unkenntlich gemacht worden seien. Einige der Opfer hätten sich öffentlich zum Missbrauch geäußert, viele jedoch nicht. »Viele hatten ihre Peinigung geheim gehalten, sogar vor Familie und Freunden« - das Justizministerium habe dennoch ihre Namen und Identitäten mit der Welt geteilt, kritisierte Raskin. 

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Sein Parteikollege Dan Goldman kritisierte Bondi und ihr Ministerium ebenfalls für »unzulässige Schwärzungen«, die aus seiner Sicht US-Präsident Donald Trump und »andere in Verbindung zu Epstein stehende Täter« schützten - während den Opfern der Taten »genau das Gegenteil« angetan worden sei. »Deren Identifikationsdaten waren das Einzige, was hätte geschwärzt werden müssen - und dies ist nicht geschehen.« 

Goldman bemängelte weiter, dass diese Fehler nicht an mangelnder Zeit gelegen haben könnten. So habe sich Bondis Haus 75 Tage Zeit gelassen, obwohl ihm nur 30 Tage eingeräumt worden waren.

Drastische Worte

Pam Bondi äußerte sich in der Anhörung mit drastischen Worten über Ghislaine Maxwell. Die langjährige Vertraute Epstein werde »hoffentlich im Gefängnis sterben«, sagte die Ministerin.

Zuvor hatte Maxwell vor einem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses von ihrem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Laut US-Verfassung darf niemand in einem Strafverfahren zur Aussage gegen sich selbst gezwungen werden. Maxwells Anwalt hatte allerdings in Aussicht gestellt, dass sie im Falle einer Begnadigung bereit sei, öffentlich auszusagen.

Maxwell (64) wurde 2022 verurteilt. Sie soll Epstein Mädchen und junge Frauen zugeführt haben. Derzeit verbüßt sie ihre 20-jährige Haftstrafe in einem Gefängnis in Texas. Zuvor war sie in Florida inhaftiert. dpa/ja

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