Meinung

Olympischer Geist made in Iran

Der Gottesstaat und das Logo für London 2012

von Martin Krauss  15.03.2011 12:01 Uhr

Das Logo der olympischen Spiele 2012 in London

Der Gottesstaat und das Logo für London 2012

von Martin Krauss  15.03.2011 12:01 Uhr

Weniger kreative Betrachter denken bei Londons Olympia-Logo für 2012 an Ausschussware der Lego-Werke, an Kartoffelstempel oder an den Bauplan eines Libeskind-Museums. Doch der Ehrenpreis für die gewagteste Interpretation geht nicht an intelligente Spötter, sondern an die Macht, die weder Humor noch Zweifel kennt: den Iran. In Wirklichkeit, so haben die Weisen von Teheran jetzt herausgefunden, stehen die von den Grafikern dick und eckig gestalteten Jahreszahlen Zwei, Null, Eins und Zwei für das Wort »Zion«!

Logik Das mag man dumm oder durchgeknallt finden. Aber es hat doch einen ganz besonderen Sinn. Wer sich, wie die Mullahs in Teheran, Händchen haltende Teenager nur als Marionetten eines halluzinierten Ostküstenkapitals erklären kann oder bei schlechtem Wetter stets an die Machenschaften des »zionistischen Gebildes« denkt und hinter jeder umgefallenen Teheraner Mülltonne einen Mossadagenten vermutet, der hat auch bei diesem Logo die Logik auf seiner Seite. Also kann die »Islamische Republik« gar nicht anders, als an einen Boykott der Olympischen Spiele denken.

»Sie müssen damit rechnen, dass einige Länder den Spielen fernbleiben werden, insbesondere Iran«, heißt es in einem Schreiben an das Londoner Organisationskomitee. Sonst ist der iranische Sport im internationalen Vergleich nicht allzu erfolgreich. Also wollen die Funktionäre wenigstens im inneriranischen Wettbewerb nicht als schmähliche Verlierer dastehen. Der lautet: Wer wird am meisten von Israel unterdrückt? Dabei sein ist auch den Mullahs alles. Nur nicht bei Olympia.

Bundespräsidenten-Wahl

Linken-Kandidat irritiert mit Vergleich zwischen Geflüchteten und verfolgten Juden

Gerhard Trabert: »Mir geht es ums Hinschauen«

 16.01.2022

Berlin

Salzborn verteidigt Ruf nach Umbenennungen von Straßen mit antisemitischen Bezügen

Antisemitismusbeauftragter: »Ein Stadtplan ist kein Museum«

 16.01.2022

Corona-Proteste

Zentralrat der Juden kritisiert Nazi-Vergleiche

Josef Schuster: »Ich habe dafür überhaupt kein Verständnis. Die Vergleiche sind schlicht falsch«

 15.01.2022

Geschichte

Bundespräsident erinnert an Wannsee-Konferenz

Frank-Walter Steinmeier besucht am Dienstag die Gedenk- und Bildungsstätte »Haus der Wannsee-Konferenz«

 14.01.2022

Religionsfreiheit

»In der Außenpolitik muss man auch Kompromisse eingehen«

Frank Schwabe über die Zusammenarbeit mit palästinensischen NGOs und Diskussionen um religiöse Praktiken

von Michael Thaidigsmann  14.01.2022

Debatte

Islamforscherin: Ampel gehorcht islamischen Lobbygruppen

Susanne Schröter: »Es geht allein um islamistische Dominanz«

 13.01.2022

Bayern

Schoa-Verharmlosung: Justiz ermittelt gegen AfD-Politiker

Auf Facebook verglich ein ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Partei die Coronamaßnahmen mit den NS-Pogromen gegen Juden 1938

 13.01.2022

50 Jahre danach

Erinnerung an das Olympia-Attentat wachhalten

München wird die Opferfamilien einladen. Die offizielle Gedenkveranstaltung findet am 5. September in Fürstenfeldbruck statt

 13.01.2022

Debatte

Die CDU geht auf Distanz zu Maaßen

Die Kritik am Ex-Verfassungsschützer wächst

von Patrick Gensing  13.01.2022