Unabhängigkeit

»Ohne Wenn und Aber«

Foto: imago images/photothek

Frau Strack-Zimmermann, Israel feiert den 74. Unabhängigkeitstag. Teilen Sie die Auffassung, dass nur eine starke Armee das Bestehen des jüdischen Staates sichert?
Ein starker Staat braucht eine starke Armee. Das gilt nicht nur unter den Eindrücken der aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen, sondern insbesondere für Israel, das sich ständigen Angriffen ausgesetzt sieht.

Verändert der Blick auf die Ukraine die Einschätzung in Bezug auf Israels Sicherheitsinteressen?
Ich würde nicht sagen, dass der Krieg in der Ukraine die Einschätzung verändert, denn die Sicherheit Israels ist weiter deutsche Staatsräson und für Deutschland insbesondere, aber nicht nur, aus historischen Gründen nicht verhandelbar. Was aber sicher richtig ist, ist, dass durch den aktuellen Krieg der Blick für die Sicherheit unserer Partner – und da hat Israel eine besondere Rolle – geschärft wird.

Sie haben die bisherige deutsche Russlandpolitik als »blauäugig und naiv« bezeichnet. Könnte die deutsche Nahostpolitik im Rückblick ebenso erscheinen?
Nein, ich denke, das kann man nicht miteinander vergleichen, vor allem mit Blick auf Abhängigkeiten. Wie ich aber bereits sagte, ist der Krieg in der Ukraine auch für uns eine Mahnung, den Blick noch stärker auf die berechtigten Sicherheitsinteressen unserer wichtigsten Partner zu lenken und diese auch entsprechend zu unterstützen. Da gehört Israel natürlich absolut dazu.

Israels Sicherheit ist Deutschlands Staatsräson: Wenn es kaum Möglichkeiten für Waffenhilfen der Bundeswehr für die Ukraine gibt, wie optimistisch sind Sie, dass Deutschland im Notfall sein Versprechen gegenüber Israel einlösen kann?
Sehr optimistisch. Der Krieg in der Ukraine hat dazu geführt, dass auch wir diese Fragen mit einem realistischen Blick auf die aktuelle Weltlage neu beantworten müssen und werden.

Sie waren Ende März in Israel. Wie wichtig ist der jüdische Staat inzwischen für die Sicherheit und die Verteidigungsbereitschaft Deutschlands?
Die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel sind besonders und bilden einen wichtigen Teil des Fundaments deutscher Außenpolitik. Deutschland steht ohne Wenn und Aber ein für das Existenzrecht des Staates Israel. Das erfordert auch, dass Deutschland über die entsprechende Ausstattung und die Mittel verfügt, dieses Versprechen an den Staat Israel im Notfall auch einzuhalten. Es ist im Übrigen beeindruckend, wie eng die israelische Armee und die Bundeswehr zusammenarbeiten.

Die Ukraine kämpft um ihr Überleben, für Freiheit und Demokratie. Gilt das auch für Israel?
Solange es keinen Frieden im Nahost-Konflikt gibt, gilt das.

Das Interview mit der Vorsitzenden des Bundestags-Verteidigungsausschusses führte Detlef David Kauschke.

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  10.07.2026

Bundesrat

Länder: Aufrufe zur Vernichtung Israels sollen strafbar werden

Der Bundesrat hat am Freitag einen Vorschlag Hessens gebilligt, wonach die öffentliche Leugnung des Existenzrechts Israels bestraft werden soll. Ob ihn die Bundesregierung aufgreift, ist noch unklar

von Michael Thaidigsmann  10.07.2026

Warschau

Vor 85 Jahren wurden die Juden von Jedwabne ermordet

Ein Massaker 1941 belastet das Verhältnis von Juden und Polen: Anstifter waren Deutsche, doch die Täter waren Polen. Ein Ex-Präsident hat zu dem Gedenktag eine klare Botschaft

 10.07.2026

Ramallah

Abbas kündigt Wahlen an

Der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde legt den 28. November als Termin für die Neuwahl des Parlaments fest, 2027 soll auch über die Präsidentschaft neu abgestimmt werden.

 10.07.2026

Großbritannien

»Wir haben das nicht richtig gemacht«

Andy Burnham, designierter Nachfolger von Keir Starmer als Labour-Chef und Premierminister, kündigt eine Kurskorrektur in der britischen Nahostpolitik an

von Michael Thaidigsmann  10.07.2026

Hamburg/Haifa

Netanjahu bremst Milliarden-Fusion von Hapag Lloyd und Zim

Hapag-Lloyd würde die israelische Reederei gerne übernehmen. Doch der israelische Ministerpräsident hat Sicherheitsbedenken

 10.07.2026

Hamburg

Ein Jahr nach Beginn des Block-Prozesses kein Ende in Sicht

Am 11. Juli 2025 startete am Landgericht der spektakuläre Prozess um die Entführung der Block-Kinder. 63 Verhandlungstage gab es seither. Was ist noch offen?

 10.07.2026

Tirana

Albaniens Premier gibt Millionen für Kanye-Konzert aus

Ein geplanter staatlich geförderter Auftritt spaltet das Land – und verstärkt die ohnehin seit langem wachsende Kritik an Ministerpräsident Rama. Die jüdische Gemeinde will eine Absage

 10.07.2026

New York

Bericht: Israel warnte Trump vor neuem iranischem Anschlagsplan gegen ihn

Seit der Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani Anfang 2020 droht der Iran Trump mit Vergeltung

 10.07.2026