Atomprogramm

»Nukleare Eskalation im Iran«

Übung der iranischen Revolutionsgarden in der Nähe des Atomkraftwerkes Bushehr im Dezember 2021 Foto: imago images/ZUMA Wire

Im Streit um den richtigen Umgang mit dem iranischen Atomprogramm haben sich die Fronten weiter verhärtet. Der Iran kündigte am Dienstag an, in seiner unterirdischen Atomanlage in Fordo im Zentrum des Landes Uran auf 60 Prozent Reinheitsgrad anreichern und dabei einen neuen Typ von Zentrifugen einsetzen zu wollen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Mohammed Eslami, der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, sagte laut Nachrichtenagentur Isna am Mittwoch, der Schritt sei als Reaktion auf eine Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vergangene Woche getroffen worden. Das IAEA-Lenkungsgremium hatte darin dem Iran mangelnde Transparenz in Bezug auf das Atomprogramm vorgeworfen und indirekt mit der Einschaltung des UN-Sicherheitsrats gedroht. Teheran hatte kurz danach mit »angemessenen Gegenmaßnahmen« gedroht.

STATEMENT Deutschland, Großbritannien und Frankreich erklärten gestern in einer gemeinsamen Stellungnahme, für das iranische Nuklearprogramm gebe es »keine zivile Begründung«. Irans Schritt berge ein »signifikantes Risiko« einer militärischen Nutzung von Atomtechnologie, und die angekündigten Aktivitäten in Fordo seien »besonders besorgniserregend«, so die Erklärung.

»Dieser Schritt Irans stellt eine Herausforderung für das globale Nichtverbreitungssystem dar. Dieser Schritt, der mit erheblichen Verbreitungsrisiken verbunden ist, hat keine glaubwürdige zivile Rechtfertigung.« Man werde nun, so die drei Regierungen, »gemeinsam mit internationalen Partnern darüber beraten, wie wir am besten auf die fortgesetzte nukleare Eskalation im Iran reagieren können.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Für die zivile Nutzung der Kernenergie ist ein Reinheitsgrad von rund 4 Prozent ausreichend. Dennoch betont Teheran weiter, sein Atomprogramm sei rein ziviler Natur. Eslami wies Vorwürfe über »Geheimanlagen« im Land erneut zurück. »Die IAEA erklärt einen Kuhstall und einen Schuppen für Altmetall als Standort für eine geheime Atomanlage«, sagte der Atomchef weiter. Hintergrund sind Fragen der IAEA zu radioaktiven Spuren an drei bisher nicht deklarierten Standorten. Iran weigert sich seit Jahren, darüber Auskunft zu geben.

Darüber hinaus hat das Regime bereits so viel hochangereichertes Uranium produziert, dass es schon bald in der Lage sein könnte, eine Atombombe zu bauen. Als Vergeltung für die US-Sanktionen hatte Teheran vor zwei Jahren angekündigt, man arbeite an der Anreicherung von Uran auf 20 Prozent. Einige Monate später erreichte eine der iranischen Anlagen schon die 60-Prozent-Marke. Im Rahmen des Abkommens von 2015 hatte die Islamische Republik zugestimmt, die Aktivitäten in Fordo einzufrieren.

WAFFENFÄHIGKEIT Am Montag sagte der Chef des israelischen Militärgeheimdienstes, Aharon Haliva, der Iran stehe kurz davor, zu 90 Prozent angereichertes Uran herzustellen, was allgemein als »waffenfähiges« Spaltmaterial gilt. In einer Rede auf einer Konferenz des Instituts für Nationale Sicherheitsstudien der Universität Tel Aviv erklärte Haliva, der Moment werde kommen, »wenn der Iran die Anreicherung auf 90 Prozent in Erwägung zieht, wenn auch nur symbolisch.« Er sagte, dies werde die bislang größte »Prüfung für die internationale Gemeinschaft« sein.

In Israel wird das 2015 auch mit deutscher Unterstützung ausgehandelte Atomabkommen JCPOA sehr kritisch gesehen. Aber auch andere Aktivitäten bereiten Jerusalem große Sorgen. »Der Iran ist auf dem ganzen Feld aktiv, von der Atomenergie bis hin zu Unruhen«, sagte Haliva und fügte hinzu, Teheran habe sogar in Erwägung gezogen, die Fußballweltmeisterschaft in Katar durch Anschläge zu stören. »Das Einzige, was sie davor zurückhält, ist die Reaktion der Katarer«, betonte er. mth/dpa

Brandenburg

Brandanschlag: Jüdische Gemeinden stellen sich hinter Büttner

Im Fall des Brandanschlags auf das Anwesen des brandenburgischen Antisemitismusbeauftragten gibt es viele offene Fragen. Die örtliche jüdische Gemeinde solidarisiert Sicherheit mit Andreas Büttner

 15.05.2026

Belgien

Uni-Rektorin: »Haben bereits viele Partnerschaften verloren«

Die Besetzer verlangen einen vollständigen Boykott Israels und wollen weitermachen - obwohl die Uni-Leitung ihnen nun erneut entgegenkam

von Michael Thaidigsmann  15.05.2026

USA

Gericht setzt Sanktionen gegen Francesca Albanese aus

Ein Richter in Washington hat Sanktionen der Trump-Regierung gegen die UN-Berichterstatterin vorerst gestoppt. Die USA werfen ihr Voreingenommenheit und Antisemitismus vor

 15.05.2026

London

König Charles besucht Opfer der Messerattacken in Golders Green

Der Monarch spricht auch mit dem 76-jährigen Norman Shine, der im April bei einer antisemitisch motivierten Mersserattacke an einer Bushaltestelle am Hals verletzt worden war

 15.05.2026

Würzburg

Schuster sieht Gleichgültigkeit bei Judenhass - Zivilcourage gefragt

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, warnt vor einem Wegsehen bei Antisemitismus in Deutschland. Und gibt konkrete Tipps, wie man auf judenfeindliche Sprüche reagieren sollte

 15.05.2026

Peking

Trump erhöht Druck auf Iran

»Ich werde nicht mehr besonders lange geduldig sein«, sagt der amerikanische Präsident

 15.05.2026

Spanien

FC Barcelona distanziert sich von Jungstar Yamal – Entschuldigung an israelische Fans

»Wir möchten betonen, dass der betreffende Moment im Vorfeld von keiner mit dem FC Barcelona verbundenen Partei geplant war«, schreibt der Verein auf Hebräisch

 15.05.2026

Bern

Mengele-Akten endlich öffentlich

Der Schweizer Nachrichtendienst blockierte den Zugang zu diesen Unterlagen jahrzehntelang. Nun wird diese Sperre aufgehoben

von Nicole Dreyfus  14.05.2026

Mittelmeer

Gaza-Hilfsflotte sticht von Türkei aus erneut in See

Israel wirft einigen Aktivisten Verbindungen mit der islamistischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen vor

 14.05.2026