Rom

NS-Kriegsverbrecher Priebke in Italien bestattet

Transport von Priebkes Leichnam zum Militärflughafen in Pratica de Mare bei Rom im Oktober Foto: dpa

Der im Oktober mit 100 Jahren gestorbene deutsche NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke ist nach Angaben der römischen Tageszeitung »La Repubblica« auf dem Friedhof eines italienischen Gefängnisses beigesetzt worden. Das Grab befinde sich auf einem jahrzehntelang ungenutzten Areal innerhalb der Gefängnismauern, berichtete die Zeitung am Donnerstag in ihrem Online-Dienst. Der genaue Ort werde geheim gehalten. Priebkes Geburtsort Hennigsdorf in Brandenburg und andere Orte hatten zuvor eine Beisetzung abgelehnt.

Priebkes Leichnam wurde den Angaben zufolge Ende Oktober vom Militärflughafen in Pratica di Mare bei Rom in die mehrere Autostunden entfernte Haftanstalt überführt. Auf dem Holzkreuz am Grab des ehemaligen SS-Offiziers sei nicht sein Name, sondern eine Nummer zur Identifizierung verzeichnet. Priebke war am 11. Oktober in Rom gestorben. Die Stadt hatte eine Beisetzung auf ihrem Territorium verboten. Bei einer von der konservativen katholischen Piusbruderschaft organisierten Trauerfeier in der Nähe von Rom war es zu teils gewalttätigen Protesten gekommen.

Verurteilung
Priebke war 1998 wegen eines Massakers an den Ardeatinischen Höhlen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Aus Rache für einen Angriff von Partisanen gegen die deutschen Besatzer waren 1944 auf dem Gelände am Stadtrand von Rom 335 Geiseln erschossen worden, darunter zahlreiche Juden.

Nach Kriegsende lebte er fast 50 Jahre unbehelligt in Argentinien. 1995 wurde er an Italien ausgeliefert. Der Prozess gegen ihn und andere Beteiligte an dem Massaker kam in Gang, nachdem in den 90er-Jahren im Keller der römischen Militärstaatsanwaltschaft vergessene Ermittlungsakten aufgetaucht waren. Priebke wies die Verantwortung für das Massaker bis an sein Lebensende mit dem Argument von sich, er habe nur Befehle ausgeführt. Da er nie Reue zeigte, wurde Priebke nicht begnadigt. Aufgrund seines hohen Alters wurde die Haftstrafe in Hausarrest umgewandelt. epd

Lesen Sie mehr zum Thema:
http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/17268

Nach Berlin-Wahl

Generalstaatsanwältin: Kriminelle suchen Kontakt zur Politik

Ein Clan-Oberhaupt feiert nach dem Wahlerfolg der Linken mit der Partei. Ein Zufall? Die Chefin der Berliner Staatsanwaltschaften sieht ein typisches Muster

 30.09.2026

Rostock

Internationaler Polizeieinsatz gegen Nazi-Musik

Zahlreiche Polizisten durchsuchen zahlreiche Objekte. Die Beamten sind in mehreren Bundesländern im Einsatz

 30.09.2026

Passagiere am Flydubai-Schalter am Ben-Gurion-Flughafen Tel Aviv, 30. September

Saudi-Arabien/Israel

Passagierflugzeug auf dem Weg nach Tel Aviv notgelandet: Was bisher bekannt ist

Ein Überblick

 30.09.2026 Aktualisiert

Jahrestag

Terrorunterstützer planen für den 7. Oktober israelfeindliche Demos

In Duisburg, Frankfurt, Hannover und Köln sind Kundgebungen vorgesehen. Aufrufe zur Teilnahme enthalten unverblümte Terroraufrufe

von Imanuel Marcus  30.09.2026 Aktualisiert

Erfurt

Kerkeling und Maaßen bei erster Anhörung zu AfD-Verbot dabei

Thüringens AfD mit Björn Höcke an der Spitze gilt als besonders radikal. Ist das der Grund, warum erstmals ein Landesparlament Juristen und einen Promi zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren anhört?

von Simone Rothe  30.09.2026

Hessen

Mutmaßlicher IS-Kämpfer festgenommen

In Nordhessen wird ein Mann festgenommen, der für den IS gekämpft haben soll. So lautet der Vorwurf der Bundesanwaltschaft. Jetzt soll ein Richter über die U-Haft entscheiden

 30.09.2026

Rathaus Neukölln

Berlin

Hillel zieht seine Chanukkia aus dem Rathaus Neukölln ab

Der jüdische Bildungsverein will seine Chanukka-Feier künftig an einem »neutralen Ort« abhalten. Für den scheidenden Bürgermeister Martin Hikel ist die Entscheidung ein Schock

 30.09.2026 Aktualisiert

Ramallah

Palästinensische Parlamentswahl könnte verschoben werden

Die für den 28. November geplante Abstimmung steht auf der Kippe. Sie wird möglicherweise auf unbestimmte Zeit vertagt

 30.09.2026

New York

Rebeca Grynspan baut Vorsprung im Rennen um UN-Spitze aus

In einer vierten informellen Abstimmung des Sicherheitsrats erhielt sie zehn Stimmen. Was das bedeutet

 30.09.2026