Düsseldorf

NRW beruft Antisemitismusbeauftragten

Alle Abgeordneten stimmten für den Antrag und beauftragten die Landesregierung damit, zeitnah einen Antisemitismusbeauftragten zu berufen. Foto: dpa

Der nordrhein-westfälische Landtag hat am Donnerstag einstimmig beschlossen, einen Antisemitismusbeauftragten zu berufen. »Es muss in diesem Land möglich sein, ohne Furcht eine Kippa zu tragen, genauso wie es möglich sein muss, ein Kreuz oder ein Kopftuch zu tragen«, sagte Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) im Parlament in Düsseldorf.

Die Landesregierung sei sehr dankbar dafür, dass sich mit einem gemeinsamen Antrag der Fraktionen CDU, SPD, FDP und Grüne eine so große Mehrheit im Landtag verständigt habe, gemeinsam zu handeln. Alle Abgeordneten stimmten für den Antrag und beauftragten die Landesregierung damit, zeitnah einen Antisemitismusbeauftragten für Nordrhein-Westfalen zu berufen.

Gewalt Vor dem Hintergrund gestiegener antisemitischer Gewalttaten hatten neben der Bundesregierung auch Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern Beauftragte gegen Antisemitismus eingesetzt. In Nordrhein-Westfalen verzeichnete die Polizei 2017 insgesamt 324 antisemitische Straftaten, heißt es in dem fraktionsübergreifenden Antrag. Das sei eine Steigerung um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums hat es sich bei den Straftaten mehrheitlich um Volksverhetzung, die Verbreitung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen oder eine Störung des öffentlichen Friedens gehandelt. In drei Fällen sei es zu körperlichen Übergriffen gekommen.

In den vergangenen drei Jahren wurden insgesamt 61 antisemitische Übergriffe an nordrhein-westfälischen Schulen registriert. 47 dieser Straftaten sind laut Bildungsministerium rechtsmotivierter Gewalt zuzuordnen. Bei zehn dieser antisemitischen Übergriffe gehe es mutmaßlich um islamistisch motivierte Gewalttaten durch Ausländer.

Aufgaben Der nordrhein-westfälische Antisemitismusbeauftragte soll laut Antrag präventive Maßnahmen koordinieren und Ansprechpartner für Opfer von antisemitischen Taten sein. Zudem ist geplant, dass er jährlich einen Bericht vorlegt und Maßnahmen zur Bekämpfung des Antisemitismus empfiehlt.

Der Antisemitismusbeauftragte soll darüber hinaus ein Netzwerk aufbauen und die Präventionsarbeit an Schulen vorantreiben. Denn gerade unter Jugendlichen würden sich die Fälle antisemitischen Mobbings häufen, heißt es in dem Antrag. epd/ja

Ramallah

Palästinensische Parlamentswahl könnte verschoben werden

Die für den 28. November geplante Abstimmung steht auf der Kippe. Sie wird möglicherweise auf unbestimmte Zeit vertagt

 30.09.2026

New York

Rebeca Grynspan baut Vorsprung im Rennen um UN-Spitze aus

In einer vierten informellen Abstimmung des Sicherheitsrats erhielt sie zehn Stimmen. Was das bedeutet

 30.09.2026

Moskau

In Putins Falle: US-Reporter Evan Gershkovich erzählt seine Story

Vor gut zwei Jahren kam der als »Spion« gefasste jüdische US-Journalist bei einem großen Gefangenen-Austausch frei. Nun erzählt er in einem Buch, wie er Putins Agenten in die Falle ging

von Ulf Mauder  30.09.2026

New York

Mamdani legt Antisemitismus-Plan vor, jüdische Organisationen üben scharfe Kritik

Das Konzept des Bürgermeisters blende den Zusammenhang zwischen der Gewalt gegen Juden in New York und antiisraelischer Propaganda bewusst aus, sagt einer der Kritiker

 30.09.2026

Berlin

Linke geht rechtlich gegen weitere Politiker vor

Die Berliner Linkspartei sieht sich nach der gewonnenen Wahl mit Vorwürfen des Antisemitismus und der Nähe zu kriminellen Clans konfrontiert. Sie wehrt sich politisch - und auch juristisch

 30.09.2026

Kiew

85. Jahrestag: Selenskyj gedenkt ermordeter Kyjiwer Juden

Vor 85 Jahren besetzten deutsche Truppen die heutige ukrainische Hauptstadt. Sie ermordeten zehntausende Menschen. Präsident Selenskyj stellt bei einer Gedenkfeier den Bezug zur Gegenwart her

 30.09.2026

Erfurt

Kerkeling und Maaßen bei erster Anhörung zu AfD-Verbot dabei

Thüringens AfD mit Björn Höcke an der Spitze gilt als besonders radikal. Ist das der Grund, warum erstmals ein Landesparlament Juristen und einen Promi zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren anhört?

von Simone Rothe  30.09.2026

Luftfahrt

Passagierflugzeug setzt auf Weg nach Tel Aviv Notrufsignal ab: Was geschah an Bord?

Der Notfallcode »7500« wurde registriert, der auch bei Flugzeugentführungen gesendet wird. Der Vorfall löste einen israelischen Abfangalarm aus

von Imanuel Marcus  30.09.2026 Aktualisiert

Berlin

Antisemitische Vorfälle mit islamistischem Hintergrund oft mit Gewalt

Eine neue Analyse von RIAS zeichnet ein alarmierendes Bild

 30.09.2026