Corona-Pandemie

»Nachdenken wäre besser als Querdenken«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: picture alliance/dpa

»Aggression und Hetze« haben laut dem Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, während der Corona-Pandemie zugenommen. Und dies ausgerechnet durch Menschen, die sich als Querdenker bezeichnen, sagte Schuster der »Augsburger Allgemeinen« (Dienstag). Er forderte mehr Anstrengungen gegen gesellschaftliche Verrohung: »Für die nahe Zukunft wünsche ich mir etwas, was im ersten Moment altmodisch klingt: Respekt und Anstand.«

MINDERHEITEN Es sei an der Zeit, dass die immer stärker verbreitete Herabsetzung von Menschen wieder aufhört, sagte Schuster: »Ob im Sportverein oder in der Kneipe, ob in der Bahn oder im Internet«, dies treffe vor allem Minderheiten: »Juden, Muslime, homosexuelle oder behinderte Menschen, häufig aber auch Frauen.«

Hass schlage überdies oft Polizisten, Feuerwehrleuten oder Rettungssanitätern entgegen, »ausgerechnet jenen Menschen, die für unsere Sicherheit und Gesundheit den Kopf hinhalten«.

Der Zentralratsräsident sagte der Zeitung: »Nachdenken wäre besser als Querdenken«. Die Menschen sollten sich alle wieder an die Regel erinnern: »Was dir selbst zuwider ist, das tue deinem Nächsten nicht an.« epd

Berlin

Brandenburger Tor leuchtet als Zeichen der Solidarität mit Iran-Protesten

»Die gewaltsame Niederschlagung der Proteste ändert nichts daran, dass der Drang nach Freiheit bleibt«, sagt Kai Wegner (CD), der Regierende Bürgermeister

 13.02.2026

Augsburg

Gericht kippt Redeverbot für Höcke im Allgäu

Am Wochenende sollte Thüringens AfD-Landtagsfraktionschef in zwei Hallen in Bayern als Gastredner auftreten. Die Gemeinden wehren sich – aber vorerst nur in einem Fall mit Erfolg

 13.02.2026

Meinung

Danke, Herr Minister!

Johann Wadephul hat sich von Francesca Albanese distanziert und ihren Rücktritt gefordert. Doch jetzt muss Deutschland auch den nächsten Schritt gehen und ihre Absetzung beantragen

von Michael Thaidigsmann  13.02.2026

Meinung

Jeffrey Epstein: Ein schlechter Mensch

Der verurteilte amerikanische Sexualstraftäter ist und bleibt ein beliebig formbares Vehikel für jedweden Verschwörungsmythos

von Sophie Albers Ben Chamo  13.02.2026

Diplomatie

Berichte: USA schicken weiteren Flugzeugträger nach Nahost

Der Schritt ist eine Drohung an das Regime im Iran, mit dem US-Präsident Donald Trump gerne ein Atom-Abkommen abschließen möchte

 13.02.2026

Berlin

Internationales Auschwitz Komitee fordert AfD-Verbotsverfahren

Eva Umlauf, die Präsidentin des Komitees sagt, die Partei müsse »endlich vor die Schranken des Bundesverfassungsgerichts« gebracht werden

 13.02.2026

Analyse

Historiker: Dirigent von Karajan kein Hitler-Sympathisant

Opportunist oder Gesinnungsnazi? Das historische Bild des Dirigenten Herbert von Karajan leidet seit Längerem unter seiner NSDAP-Mitgliedschaft. Der Historiker Michael Wolffsohn will ihn nun von mehreren Vorwürfen freisprechen

von Johannes Peter Senk  13.02.2026

Ramallah

Scharia und Unterstützung für »Märtyrer«: PA veröffentlicht Verfassungsentwurf

In dem Entwurf, den Palästinenserpräsident Mahmud Abbas publizieren ließ, wird Jerusalem als »Hauptstadt des Staates Palästina« bezeichnet. Jüdische Bezüge werden im gesamten Text nicht erwähnt

 13.02.2026

München

Lauder fordert Abberufung von Francesca Albanese

Die UNO-Sonderberichterstatterin stehe für eine ideologische Agenda, die Verschwörungstheorien und spaltende, antisemitische Botschaften transportiere, sagt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses

von Imanuel Marcus  13.02.2026