Debatte

KZ-Gedenkstätte Dachau antwortet auf Bidens Kritik

Joe Biden in der Gedenkstätte Yad Vashem (2010). Von seinem privaten Besuch in Dachau sind keine Fotos überliefert. Foto: picture alliance / dpa

Der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller, hat dem künftigen US-Präsidenten Joe Biden schriftlich auf dessen Kritik an der KZ-Gedenkstätte Dachau geantwortet. Zugleich lud er ihn in einem am Dienstag in München veröffentlichten Brief ein, als amtierender Präsident die Gedenkstätte, die jährlich rund eine Million Besucher verzeichnet, erneut zu besichtigen: »Sie würden in jeder Hinsicht ein weltweit großes Ausrufezeichen setzen!«

Anlass für das Schreiben war ein Bericht des »Spiegel« über einen privaten Besuch Bidens mit seiner Familie im Jahr 2015 in der Gedenkstätte. Das sei eine große Ehre gewesen und von den Mitarbeitern als hohe Anerkennung ihrer Arbeit an einem hochbelasteten Ort empfunden worden, schreibt Freller.

»ERSCHROCKEN« Damals habe Biden sich auch mit »positiven Worten« ins Gästebuch eingetragen. Umso mehr sei man erschrocken, in dem Artikel den Vorwurf Bidens zu lesen, dass die Gedenkstätte umgestaltet worden sei, »um es für die Besucher weniger bedrückend zu machen«.

Unbestritten sei, dass auf dem Gelände nach 1945 vieles verändert worden sei.

Dem widersprach Freller nun. Er befürchte, dass bei der Führung vor sechs Jahren der Hinweis untergegangen sei, dass es die Gedenkstätte mit Dokumentation als solche erst seit 1965 gebe. Unbestritten sei, dass auf dem Gelände nach 1945 vieles verändert worden sei.

»Erst wurden dort die NS-Täter interniert, dann nutzte die bayerische Regierung einen Großteil des ehemaligen Häftlingslagers, um Vertriebene unterzubringen.« Die Baracken seien umgebaut und später abgerissen worden.

MUSEAL Zwei Baracken sind laut Freller in den 1960er-Jahren nachgebaut worden, auch die Inneneinrichtung und die bis heute unlackierten Stockbetten, um eine Grundvorstellung zu ermöglichen. Originale Betten mit eingeritzten Namen habe es damals schon nicht mehr gegeben. »Schrecken und Gewalt, Enge und Schmutz, Gerüche und Kälte museal darzustellen, ist medial bedingt und gegenständlich, zumal ohne historische Originalteile, kaum möglich.«

»Ich werde darauf achten, dass vor allem die Orte der Opfer besonders berücksichtigt werden«, so der Direktor.

Bayern und die Stiftung Bayerische Gedenkstätten täten alles, um Gedenkstätten als Zeugen für die Verbrechen des Nationalsozialismus, als Orte der Erinnerung an die Leiden der Opfer und als Lernorte für künftige Generationen zu erhalten und zu gestalten, versicherte Freller. Es gelte, das Wissen über das historische Geschehen im Bewusstsein der Menschen wachzuhalten.

In den kommenden Jahren werde Bayern eine dreistellige Millionensumme in die Erinnerungskultur investieren. »Und ich werde darauf achten, dass vor allem die Orte der Opfer besonders berücksichtigt werden«, so der Direktor. kna

Dresden

Im Landtag: AfD-Abgeordneter festgesetzt

Polizeibeamte führten den Abgeordneten Jörg Dornau aus dem Plenarsaal und befragten ihn

 04.02.2026

Jerusalem

Machado wirbt für Neustart der Beziehungen zwischen Venezuela und Israel

Das Gespräch der venezolanischen Oppositionsführerin mit Außenminister Gideon Sa’ar steht im Zeichen eines möglichen politischen Neuanfangs in ihrem Land

 04.02.2026

Düsseldorf

Antisemitismus an Hochschulen: Forscher fordert mehr Aufklärung

Der Leiter der Zentralen Beratungsstelle zu Antisemitismus an Hochschulen in NRW fordert außerdem, Studentenvertretungen Mittel zu entziehen, wenn sie antisemitische Inhalte verbreiten

 04.02.2026

Thüringen

Höcke tritt bei Misstrauensvotum gegen Voigt an

Der Chef der rechtsextremistischen Landes-AfD fordert den Ministerpräsidenten heraus

 04.02.2026

Umfrage

Israelis uneins über Schlag gegen Teheran und Netanjahus Rolle in Trumps Gaza-Initiative

Eine knappe Mehrheit der Befragten plädiert in Zusammenhang mit dem Iran für Zurückhaltung

 04.02.2026

Arabisches Meer

US-Kampfjet schießt iranische Drohne nahe Flugzeugträger ab

Aus dem Weißen Haus heißt es, an den geplanten Gesprächen mit Teheran werde trotz des Zwischenfalls festgehalten

 04.02.2026

London

Epstein-Affäre: Britische Polizei ermittelt gegen früheren Minister

E-Mails aus Epstein-Akten bringen den Labour-Politiker Peter Mandelson in Bedrängnis. Reichte Epsteins Einfluss bis in die Downing Street?

 04.02.2026

USA

Fall Epstein: Clintons sagen vor Kongress aus

Im Zusammenhang mit dem Skandal um den jüdischen Investor taucht immer wieder auch sein Name auf: Bill Clinton. Lange hatte der ehemalige Präsident eine Aussage dazu verweigert - nun steht ein Datum dafür

 04.02.2026

Diplomatie

Jens Spahn reist nach Israel

Der Unions-Fraktionschef wird am Mittwoch unter anderem Gespräche in der Knesset führen

 03.02.2026