Justiz

Münchner Imam wegen Terrorverharmlosung vor Gericht

Gegen den Strafbefehl der Generalstaatsanwaltschaft legte der Angeklagte Einspruch ein Foto: imago images/Fotostand

»Jeder hat seine Art, den Oktober zu feiern«. So kommentierte der in München lebende Imam Mohamed I. auf seiner Facebook-Seite am frühen Nachmittag des 7. Oktober 2023 die Hamas-Massaker in Israel, die am Morgen desselben Tages stattgefunden hatten. Der Post war in arabischer Sprache verfasst und mit einem Smiley versehen.

Der ägyptische Geistliche, der auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, wurde dafür einige Wochen später von seiner Gemeinde, dem Islamischen Zentrum München (IZM), suspendiert. Als »deutsche muslimische Gemeinschaft und als Gesellschaft« toleriere man nicht, dass »Hass und Gewalt aus dem Nahen Osten auf Juden und Muslime in Deutschland übertragen werden«, so das IZM.

Der Imam rechtfertigte sich für seinen Post zunächst damit, er habe zwar den im Arabischen geläufigen Ausdruck »Oktober feiern« verwendet, als er von Freunden über die Taten der Palästinenser gegen Israel gehört habe. Er sei sich des Ausmaßes der Massaker zu diesem Zeitpunkt aber nicht bewusst gewesen.

Gegen einen Strafbefehl der Generalstaatsanwaltschaft, der wegen Billigung schwerer Straftaten nach Paragraf 140 des Strafgesetzbuches gegen ihn verhängt wurde, legte I. aber Einspruch ein. Am Montag wird der Fall nun vor dem Amtsgericht München verhandelt.

Die Anklage wirf dem Imam vor, mit seinem Facebook-Post »den Mord und die Geiselnahme der Hamas in hundertfachen Fällen« gutgeheißen zu haben. Zumindest habe Mohamed I. billigend in Kauf genommen, dass seine auf den ersten Blick mehrdeutige Formulierung so von seinen Facebook-Kontakten verstanden würde.

Der Post, so die Generalstaatsanwaltschaft München in ihrem Strafbefehl, sei »geeignet, das Sicherheitsgefühl großer Teile der Gesellschaft zu erschüttern«. mth

Berlin

Özdemir: »An die Linke muss derselbe Maßstab angelegt werden wie an die AfD«

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Bündnis90/Die Grünen) hat seine Partei vor einer Regierungskoalition in Berlin mit der Linkspartei gewarnt. Als Grund nannte er antisemitische Tendenzen

 24.09.2026

Debatte

Hamburgs zweite Bürgermeisterin warnt vor Linken in Berlin

Katharina Fegebank (Grüne): »Eine Regierung, die abhängig ist von Antisemiten und Terrorunterstützern darf es in Deutschland niemals geben«

 24.09.2026

Berlin

»Diese Flut an Anschuldigungen zielt darauf ab, andere Meinungen zu unterdrücken und das internationale Völkerrecht auszuhöhlen«

Jüdische Aktivisten kritisieren den Umgang mit der von zahlreichen Antisemitismusvorfällen geprägten Linkspartei

 24.09.2026

Gedenkstunde

In Auschwitz geboren: Holocaust-Überlebende spricht im Bundestag

Angela Orosz-Richt wurde 1944 im NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau geboren. Im Januar wird sie in der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag sprechen

 24.09.2026

München

Haft für mehrfach vorbestraften Holocaustleugner

Selbst im Gerichtssaal tätigte der Verurteilte weitere strafrechtlich relevante Äußerungen

 24.09.2026

Gespräch

Antisemitismusbeauftragter: Linke muss sich von Antisemiten trennen

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner fordert von der Linken einen entschlosseneren Umgang mit Antisemitismus. Im Interview spricht der frühere Linken-Politiker darüber, was die Partei ändern müsse

 24.09.2026

Berlin-Wahl und ihre Folgen

Katherina Reiche: Linke-Regierung in Berlin gefährlich für Standort

Enteignungen und Judenhass seien für den Investitionsstandort Deutschland gefährlich, sagt die Bundeswirtschaftsministerin

 24.09.2026

Berlin

CDU bringt Verfassungsschutz-Prüfung der Linken ins Spiel

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Alexander Throm, begründete seinen Vorstoß mit Verbindungen einzelner Linken-Politiker zur organisierten Kriminalität sowie mit Antisemitismus

 24.09.2026

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität. Ein Kommentar von JA-Schweiz-Korrespondentin Nicole Dreyfus

von Nicole Dreyfus  24.09.2026