#StopRepeatingStories

Mit KI gegen Antisemitismus

Mithilfe von künstlicher Intelligenz wurden die Gesichter und Stimmen der Sprecher künstlich gealtert Foto: Zentralrat der Juden

In einer neuen Video-Reihe des Zentralrats der Juden in Deutschland berichten Jüdinnen und Juden über persönlich erlebte antisemitische Angriffe. Die Kampagne »#StopRepeatingStories« zeige, »dass Antisemitismus kein Problem der Vergangenheit ist, sondern im Hier und Heute passiert - täglich«, teilte der Zentralrat am Donnerstag in Berlin mit. Sie solle über das Ausmaß antisemitischer Vorfälle aufklären und zum Handeln motivieren.

Die Personen, die über Antisemitismus berichten, erscheinen in den Videos als alte Menschen. Eine Künstliche Intelligenz habe sie altern lassen, sodass sie wie Zeitzeugen aus den 1930er Jahren wirkten, erklärte der Zentralrat. Im Verlauf der Videos erscheinen sie zunehmend jünger. Dadurch werde klar, dass sie nicht von lange Vergangenem erzählten, sondern von aktuellen Ereignissen.

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»Wir wollen mit dieser Kampagne zeigen, dass Antisemitismus keine Sache der Geschichtsbücher ist«, so der Zentralrat. Geschichte wiederhole sich zwar nicht, aber Geschichten erinnerten an sie.

In den Videos geht es beispielsweise um eine junge Frau, die berichtet, an ihre Tür sei ein Davidstern geschmiert worden. In den kommenden Wochen werden nach Angaben des Zentralrats sukzessive weitere Videos veröffentlicht.

Zentralratspräsident Josef Schuster beklagte, häufig würden Jüdinnen und Juden, die Antisemitismus erlebten, nicht ernst genommen. Ihre Erfahrungen würden relativiert und teilweise heruntergespielt. Er erhoffe sich durch die Kampagne mehr Empathie der Gesamtgesellschaft, sagte Schuster.

Der Geschäftsführer des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS), Benjamin Steinitz, machte darauf aufmerksam, dass sich die Zahl antisemitischer Vorfälle zwischen dem 7. Oktober - dem Tag des Überfalls des Hamas auf Israel und dem 9. November vervierfacht habe. Diese Vorfälle ereignen sich demnach in allen Lebensbereichen, sie reichen von Schmierereien über antisemitische Beleidigungen im öffentlichen Raum bis hin zu Markierungen im Wohnumfeld.

Der Zentralrat teilte mit, schon vor dem 7. Oktober sei ein Anstieg antisemitischer Vorfälle aus allen Richtungen sowie aus der Mitte der Gesellschaft spürbar geworden. epd

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