Gmund

Merz: Selbstverteidigungsrecht Israels endet nicht an eigener Grenze

Friedrich Merz, CDU-Vorsitzender Foto: picture alliance / Wolfgang Maria Weber

CDU-Chef Friedrich Merz hält israelische Angriffe gegen den Iran auch auf dessen Staatsgebiet für legitim. »Das Selbstverteidigungsrecht Israels endet nicht an seinen Staatsgrenzen. Wenn die Bedrohung von außerhalb kommt, hat Israel das Recht, sich gegen diese Bedrohung zur Wehr zu setzen«, sagte Merz im Interview der Deutschen Presse-Agentur am Rande des Ludwig-Erhard-Gipfels in Gmund am Tegernsee.

Niemand habe ein Interesse daran, dass der Konflikt im Mittleren Osten eskaliere. »Ich gehe davon aus, dass sich die israelische Regierung klug und auch sehr bedächtig in den nächsten Tagen und Wochen verhalten wird.«

Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge soll Israel den Iran angegriffen haben. Die Sender ABC News, MSNBC und Fox News und andere Medien berichteten unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, Israel habe in der Nacht zum Freitag eine Militäroperation im Iran durchgeführt. Dies sei eine Reaktion auf die iranischen Luftangriffe auf Israel am Wochenende gewesen.

Eskalationsdominanz

Die Rede war von einer oder mehreren israelischen Drohnen, die ein Ziel im Iran angegriffen hätten. Das Pentagon bestätigte die Berichte zunächst nicht. Von iranischer Seite gab es zunächst keine direkten Schuldzuweisungen.

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»Der Iran hat es ausschließlich und allein in der Hand, ob sich dieser Konflikt ausweitet oder nicht«, betonte Merz. Israel habe ein Recht auf Selbstverteidigung, und dieses Recht werde der Staat auch in Zukunft nutzen müssen, um sich zu schützen.

»Das Existenzrecht des Staates Israel ist die Grundvoraussetzung dafür, dass Frieden im Nahen Osten entsteht. Die Eskalationsdominanz liegt allein beim Mullah-Regime in Iran.«

Revolutionsgarden

Die Unionsfraktion werde das Thema in der kommenden Woche im Bundestag erneut im Plenum auf die Tagesordnung setzen, kündigte Merz an. »Wir haben seit Anfang letzten Jahres im Deutschen Bundestag den Versuch unternommen, mit der Koalition einmal über die Iranpolitik zu sprechen.«

Deutschland müsse »jetzt klarer werden gegenüber dem Iran und gegenüber diesem Mullah-Regime. Und das heißt im Klartext: Es kann nicht sein, dass Deutschland immer noch eine der führenden Wirtschaftsnationen im Handel mit dem Iran ist.«

Zudem könne es nicht sein, »dass dieses Mullah-Regime und seine sogenannten Revolutionsgarden bis heute nicht als Terrororganisation eingestuft sind. Das muss jetzt stattfinden.« dpa

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