Ehrung

Margot Friedländer erhält Preis des Westfälischen Friedens

Margot Friedländer (1921–2025) Foto: picture alliance/dpa

Mit einem Sonderpreis des Westfälischen Friedens soll die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer geehrt werden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier werde ihn bei der 2. Westfälischen Friedenskonferenz in Münster an die 103-Jährige überreichen, wie die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) am Donnerstag mitteilte. Zu der Konferenz am 4. April werden demnach Politiker, Unternehmer, Wissenschaftler und andere internationale Gäste erwartet. Sie wollen das Auseinanderdriften der westlichen Partner und eine damit verbundene Stärkung einer europäischen Verteidigungsfähigkeit thematisieren.

In Würdigung des Westfälischen Friedens von 1648

2023 gab es die Westfälische Friedenskonferenz erstmals, anlässlich des Jubiläums des Westfälischen Friedens. Dieser wurde 1648 in Münster und Osnabrück geschlossen und beendete den Dreißigjährigen Krieg. Historiker sehen in dem Kontrakt eine erste Grundlage für eine europäische Staatengemeinschaft.

Die WWL organisiert die Konferenz und vergibt bereits seit 1998 alle zwei Jahre den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens. An Margot Friedländer wird erstmals ein Sonderpreis verliehen. Friedländer überlebte als einzige ihrer direkten Familie die Schoah. Nach mehr als sechs Jahrzehnten in New York kehrte sie im Alter von 88 Jahren in ihre Heimat Berlin zurück und engagiert sich für Demokratie sowie gegen Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung.

Hochkarätige Gästeliste

Erwartet werden jetzt der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz, der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil, Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), EU-Kommissar Magnus Brunner, Portugals Außenminister Paulo Rangel, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sowie die ehemaligen Minister Joschka Fischer (Grüne), Sigmar Gabriel (SPD), Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Peer Steinbrück (SPD) sowie Luxemburgs Ex-Außenminister Jean Asselborn.

Auf der Konferenz wird laut Veranstalter auch Swetlana Tichanowskaja sprechen, die 2020 bei der Präsidentschaftswahl in Belarus gegen Amtsinhaber Alexander Lukaschenko antrat. Sie ist eines der bekanntesten Gesichter des gewaltfreien Widerstands gegen die belarussische Diktatur und lebt im Exil im Baltikum. Die Konferenz wird vom Fernsehsender Phoenix live übertragen.

Nahost

Test für den Pakt

Was bedeuten die jüngsten Huthi-Angriffe für das Verteidigungsabkommen, das Saudi-Arabien mit Pakistan und der Türkei unterzeichnet hat?

von Reinhard Schulze  10.10.2026

Das eingeschaltete Blaulicht ist auf dem Dach von einem Einsatzfahrzeug der Polizei am 28.02.2026 bei einem Polizeieinsatz zu sehen.

Deutschland

Berlin-Kreuzberg: Aushänge gegen Judenhass - Jugendliche greifen Geschäftsinhaber an

Der Staatsschutz ermittelt

 10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Eklat in Halle

AfD-Mann Tillschneider will an Anschlags-Gedenken teilnehmen

Aktivisten der Jüdischen Studierendenunion Deutschland verhinderten, dass der Landtags-Vizepräsident die Synagoge betrat

von André Anchuelo  09.10.2026

Meinung

Nein, Frau Pillay hat den Friedensnobelpreis nicht verdient!

Die Südafrikanerin hat Israel vorverurteilt und Antisemitismus in den Reihen ihrer Kommission nicht ernstgenommen. Ihre Auszeichnung durch das Nobelpreiskomitee ist ein großer Fehler, meint der Direktor von UN Watch

von Hillel Neuer  09.10.2026

Sachsen-Anhalt

Zentralratspräsident Josef Schuster: Tillschneider »verhöhnt die Opfer« von Halle

Der rechtsextreme Politiker hatte am Freitag versucht, am Gedenken für die Opfer des Anschlags von Halle teilzunehmen

 09.10.2026

Oslo

Israel-Kritikerin Navanethem Pillay erhält den Friedensnobelpreis

Für ihren Einsatz gegen Menschenrechtsverletzungen und für das Völkerrecht: Mit dem Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay geehrt

 09.10.2026

Magdeburg

Landtagspräsident Rausch plant außenpolitische Initiativen

Mit Tobias Rausch ist erstmals ein AfD-Politiker zum Präsidenten eines deutschen Landtags gewählt. Während noch über die Hintergründe seiner Wahl diskutiert wird, plant der 35-Jährige bereits außenpolitische Initiativen

 09.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026