Bundesregierung

Made in Israel?

Die EU fordert eine korrekte Etikettierung. Foto: cc

Die Bundesregierung hat sich dafür ausgesprochen, dass im Westjordanland hergestellte Produkte nicht länger die Kennzeichnung »Made in Israel« tragen dürfen. Dies geht aus ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hervor.

Allein »für Produkte aus dem israelischen Staatsgebiet innerhalb der Grenzen von vor 1967« sei die Etikettierung »Made in Israel« zulässig, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. Ihre Haltung habe nichts mit einem Boykott von Produkten aus Siedlungen zu tun, es gehe vielmehr um die »korrekte Anwendung geltenden EU-Rechts zum Verbraucherschutz«. Maßgeblich sei die vollständige Information des Verbrauchers.

Proteste In ihrer Kleinen Anfrage Ende April hatten die Grünen eine gesonderte Etikettierung von Waren aus dem Westjordanland gefordert. Dies hatte zu massiven Protesten geführt: Die israelische Botschaft in Berlin bezeichnete die Anfrage als »weiteren Versuch, Israel negativ herauszuheben und dabei zu einem wirtschaftlichen Boykott aufzurufen«.

Auch führende Politiker der Regierungsparteien waren über die Forderung empört. »Die Grünen zeigen hinter der Multikulti-Öko-Fassade ein hässliches Gesicht, das schlimme Erinnerungen weckt«, sagte Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP). Philipp Mißfelder, außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, sah in der Anfrage der Grünen einen Boykottaufruf, von dem sie sich öffentlich wieder distanzieren müssten. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt bezeichnete die Position der Grünen als beschämend. »Mit dieser Anfrage kommen offensichtlich antiisraelische Ressentiments zum Ausdruck«, so Dobrindt.

China Nach diesen Protesten stößt nun auch die Erklärung der Bundesregierung beim Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft auf Unverständnis. »Offensichtlich hat es einigen politischen Akteuren gefallen, Israel an dieser Stelle vorzuführen«, sagte Reinhold Robbe. »Was ich nicht verstehe, ist die offensichtliche Tatsache, dass es in diesem Fall ausschließlich um Israel geht«, so Robbe weiter. Bei anderen Staaten wie China und Tibet werde keine Kennzeichnungspflicht gefordert.

Besorgnis über die Haltung der Bundesregierung gibt es laut »Jerusalem Post« auch im israelischen Außenministerium. Eine Etikettierungspflicht für Waren aus Siedlungen sei womöglich der erste Schritt zu einem europäischen Boykott israelischer Produkte, zitiert die Zeitung hochrangige Diplomaten.

Berlin

Söder warnt SPD und Grüne vor Koalition mit Linkspartei

Nach der Wahl in Berlin mit dem Sieg der Linkspartei ist noch immer unklar, wer künftig regieren wird. Der CSU-Chef hat eine klare Erwartung für den Umgang mit dem Wahlsieger

 25.09.2026

Kassel/Heidenau

Stadt stoppt Stolpersteine – Künstler: War zu erwarten

Der Stadtrat von Heidenau bei Dresden lässt keine neuen Stolpersteine im Straßenraum zu. Der Initiator der Gedenksteine, Gunter Demnig, warnt vor Unsichtbarkeit der NS-Opfer und will weitermachen

 25.09.2026

Berlin

Schuster: Seit Hamas-Angriff kaum Kontakte zu muslimischen Verbänden

Er hat muslimische Freunde. Doch offizielle Beziehungen zwischen der jüdischen Gemeinde und muslimischen Verbänden gibt es kaum noch. Der Zentralratspräsident kritisiert dies und hofft auf Besserung

 25.09.2026

USA

Rennpferd muss wegen Hitler-Bezug umbenannt werden

Der Jockey Club erhält eine formale Beschwerde, woraufhin der Name des Tieres verboten wird. Wie hieß das Pferd? Und wie heißt es jetzt?

 25.09.2026

New York

Susan Sarandon bei Demo gegen Israel festgenommen

Zwei Proteste gegen Israel fanden während der Rede von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor der UNO statt. Bei einer davon wurde zum Mord an ihm aufgerufen

 25.09.2026

New York

Netanjahu vor der UNO: »Israel hat keinen anderen Weg als zu gewinnen«

Der israelische Ministerpräsident spricht über Iran, Katar, die Türkei. Er konfrontiert Kritiker seines Landes, inklusive Bürgermeister Zohran Mamdani

 25.09.2026

Berlin

Berliner Linken-Chefin: »sehr überrascht« über Kritik

Seit der Berlin-Wahl am Sonntag wird bundesweit heftig über Antisemitismus bei der Linkspartei diskutiert. Sieht die Landesvorsitzende Kerstin Wolter ein strukturelles Problem in ihrer Partei?

 25.09.2026

Nach der Wahl

Berliner SPD will mit Linken und CDU sondieren

Die Sozialdemokraten wollen mit dem Wahlsieger Linke und der CDU über eine mögliche Regierungsbildung sprechen. Parteichef Krach nennt eine »rote Linie«

 25.09.2026

New York

Berichte: Iran legt Sieben-Tage-Plan zur Beendigung des Kriegs vor

Die USA und der Iran verhandeln mit Hilfe von Vermittlern über die Zukunft der Straße von Hormus. Nun will die iranische Seite einen Vorschlag ins Spiel gebracht haben

 25.09.2026