Meinung

Le Pens Maskerade

Nach einem Rechtsextremismus mit menschlichem Antlitz muss man lange suchen. Aber ein telegenes Gesicht haben sich die französischen Nationalisten zugelegt: Jüngst wurde die blonde und schneidige Marine Le Pen als Nachfolgerin ihres berüchtigten Vaters zur Vorsitzenden der Front National gekürt. Die 42-Jährige präsentiert sich modern: für Abtreibung, für Schwulenrechte und für die Trennung von Staat und Religion. Offenen Antisemitismus lässt sie außen vor. Aber was als Einsatz für eine moderne Gesellschaft erscheint, entpuppt sich als Aktivismus gegen Muslime. Besonders gefährlich ist dies, weil Präsident Nicolas Sarkozy ein Bündnis mit den aufgehübschten Rechten als letzte Option für den Machterhalt ziehen könnte. Der künftige Front-Ehrenpräsident Jean-Marie Le Pen hat sich indes standesgemäß vom Vorsitz verabschiedet: Nachdem ein jüdischer Journalist beim Parteitag hinausgeworfen worden war, rief der Senior seinen johlenden Anhängern zu: »Ob er jüdisch war oder nicht, haben weder sein Ausweis noch seine Nase verraten.«

Der Autor arbeitet als Lektor und Übersetzer in Berlin.

Hamburg

Senator Grote unterstützt Prüfung von AfD-Verbotsverfahren

Nach dem Wahlerfolg der rechtsextremistischen AfD in Sachsen-Anhalt könnte die Partei an die Regierung kommen. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz hält es für einen logischen Schritt, nun ein Verbot zu prüfen

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

Tel Aviv

Antisemitische 9/11-Verschwörungsmythen tauchen zum 25. Jahrestag wieder auf

Die israelische Organisation CyberWell dokumentiert entsprechende Beiträge auf mehreren großen Social-Media-Plattformen

 11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026

Washington D.C.

Trump verteidigt Iran-Krieg und kündigt weiteren wirtschaftlichen Druck an

»Wenn ich es noch einmal tun müsste, würde ich genau das tun, was ich getan habe«, sagt der amerikanische Präsident

 11.09.2026

Peenemünde

»Gibt nichts umsonst«: Merkel fordert Einsatz für Demokratie

Die frühere Bundeskanzlerin hat eine 700 Seiten starke Autobiografie über ihr politisches Leben geschrieben. Bei einer Sonderlesung in Mecklenburg-Vorpommern findet eine Passage besonderen Widerhall

 11.09.2026

Washington D.C./New York

25 Jahre nach 9/11 – USA gedenken der Terroropfer

Zum 25. Jahrestag erinnern zahlreiche Zeremonien an die fast 3000 Opfer der Terroranschläge vom 11. September – und an Menschen, die bis heute an den Folgen der Anschläge sterben

von Anne Pollmann  11.09.2026

Deutschland

Nach AfD-Sieg: Cem Özdemir rief sofort jüdische Gemeinden an

Der Ministerpräsident gab den Juden in Baden-Württemberg ein persönliches Versprechen

 10.09.2026

Bayern

Jugendlicher bestreitet Anschlagspläne auf Synagoge

Ein 16-Jähriger steht in Augsburg wegen Planung eines Anschlags vor Gericht. Ihm werden schwere Straftaten vorgeworfen. Das Verfahren läuft unter Ausschluss der Öffentlichkeit

 10.09.2026