Meinung

Le Pens Maskerade

Nach einem Rechtsextremismus mit menschlichem Antlitz muss man lange suchen. Aber ein telegenes Gesicht haben sich die französischen Nationalisten zugelegt: Jüngst wurde die blonde und schneidige Marine Le Pen als Nachfolgerin ihres berüchtigten Vaters zur Vorsitzenden der Front National gekürt. Die 42-Jährige präsentiert sich modern: für Abtreibung, für Schwulenrechte und für die Trennung von Staat und Religion. Offenen Antisemitismus lässt sie außen vor. Aber was als Einsatz für eine moderne Gesellschaft erscheint, entpuppt sich als Aktivismus gegen Muslime. Besonders gefährlich ist dies, weil Präsident Nicolas Sarkozy ein Bündnis mit den aufgehübschten Rechten als letzte Option für den Machterhalt ziehen könnte. Der künftige Front-Ehrenpräsident Jean-Marie Le Pen hat sich indes standesgemäß vom Vorsitz verabschiedet: Nachdem ein jüdischer Journalist beim Parteitag hinausgeworfen worden war, rief der Senior seinen johlenden Anhängern zu: »Ob er jüdisch war oder nicht, haben weder sein Ausweis noch seine Nase verraten.«

Der Autor arbeitet als Lektor und Übersetzer in Berlin.

»Wir dürfen nicht dulden, dass Ausländerkriminalität, Judenhass an der Tagesordnung sind. Dieses Land muss sich dagegen wehren«

 17.09.2026

Wahlkampf im Nordosten

Ex-CDU-Politiker Michel Friedman wirbt für die Grünen

 17.09.2026

Brandanschlag auf Synagoge Wuppertal

Nach ersten Erkenntnissen handelte der polizeibekannte Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit allein

 17.09.2026 Aktualisiert

Berlin-Wahl

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und Linke

Neue Umfrage sieht eine Partei wieder knapp in Führung

 17.09.2026

München

Drinnen redet ein Palästinenser, draußen wird er mit »Free Palestine«-Rufen niedergebrüllt

In der bayerischen Landeshauptstadt fand eine Medienkonferenz mit prominenten Teilnehmern statt, gegen die es im Vorfeld Boykottaufrufe gab. Redner beklagten die zunehmende Polarisierung

von Michael Thaidigsmann  17.09.2026

Karlsruhe

Iraker plante Anschlag in Bremen

Der 24-jährige Islamist soll eine Kirche in Bremen als Anschlagsziel ausgewählt und schon eine Schusswaffe beschafft haben. Die Ermittler werfen ihm mehrere schwere Straftaten vor

 17.09.2026

Synagoge in Mailand (Archiv)

Mailand

»Niemand wird mich hier erniedrigen«

Nach antisemitischer Attacke: Jetzt spricht der angegriffene Rabbiner

 17.09.2026 Aktualisiert

Berlin-Wahl

»Stimmen Sie gegen Antisemitismus!«

Die Vorsitzende der DIG Berlin Brandenburg, Cerstin Richter-Kotowski ruft Wähler dazu auf, Parteien zu wählen, die Judenhass bekämpfen

 17.09.2026

München

Rabbiner: Plan gegen islamistischen Terror ist Vorbild für Europa

Mit einem Zehn-Punkte-Plan sollen in Deutschland Radikalisierung und islamistischer Terror bekämpft werden. Zustimmung kommt von Rabbinern, die über die Landesgrenzen hinaus denken. Allerdings wird auch Kritik laut

von Leticia Witte  17.09.2026