Hannover

Landtag mit Hamas-Dreieck beschmiert

Der Landtag in Hannover ist in der Nacht zu Samstag mit terrorverherrlichenden Hamas-Symbolen und »Free Gaza«-Graffiti beschmiert worden. »Das Landtagsgebäude wurde mit politischen Parolen und Symbolen einer radikal-islamistischen Terrororganisation beschmiert«, erklärte Landtagspräsidentin Hanna Naber (SPD) laut Mitteilung. »Ich verurteile diese Tat auf das Schärfste.«

Die Täter schmierten auch ein rotes Dreieck auf die Wand des Parlaments. Damit markieren die Terroristen der Hamas ihre Ziele

Unbekannte haben den Angaben zufolge in der Nacht zwischen 3 und 4 Uhr die Parolen in roter Farbe angebracht. Die Täter sprühten auch ein rotes Hamas-Dreieck an die Wand. Mit dem Symbol markiert die Terroroganisation in ihren Propagandavideos Feinde, die getötet werden. Die Polizei habe Spuren gesichert und Ermittlungen aufgenommen.

Auch interne Untersuchungen des Landtags seien angelaufen. »Wir werden alles daran setzen, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden«, sagte Naber. »Der Niedersächsische Landtag steht für die demokratische Debatte und - bei allem Streit in der Sache - für den fairen Umgang miteinander.«

Der Vorfall ereignete sich direkt vor dem Tag der offenen Tür im Landtag. Dieser wurde dennoch abgehalten.

Der Antisemitismus-Beauftragte des Landes, Gerhard Wegner, zeigte sich empört. »Texte wie ‚Free Gaza‘ irgendwo an eine Wand zu schmieren, ist überall intolerabel«, sagte Wegner am Montag in Hannover. »Aber dies gilt besonders für den Landtag, der als zentraler Ort unserer Demokratie mehrfach über die Situation in Israel und Gaza diskutiert und dazu richtungsweisende Beschlüsse gefasst hat.«

Statt sich damit auseinanderzusetzen, versuchten die Täter auf diese Weise, die Öffentlichkeit in rechtswidriger Form zu beeinflussen. »Niemand hat das Recht zu solch einer Aktion«, betonte der Theologieprofessor.

Besonders scharf verurteilt er das Aufsprühen des roten Dreiecks, des Kennzeichens der palästinensischen Terrororganisation Hamas: »Die Hamas ist völlig zu Recht in Deutschland verboten«, sagte Wegner. »Deswegen sollte auch die Nutzung ihrer Symbole verboten sein und zur Anzeige gebracht werden.« dpa/ja

Prag

Tschechisches Außenministerium bestellt nach Drohungen iranischen Botschafter ein

Irans Militär nennt persischsprachige Exilmedien als mögliche Angriffsziele. Wie der EU- und Nato-Mitgliedstaat Tschechien auf die neue Bedrohungslage reagiert

 27.08.2026

Sachsen-Anhalt

Mehrere Siegmund-Vertraute haben Nazi-Vergangenheit und damit kein Problem

Nach Berichten von »Welt« und »Spiegel« waren mehrere enge Vertraute von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in der 2009 verbotenen Neonazi-Organisation »Heimattreuer Deutsche Jugend« (HDJ) aktiv. Nach der Wahl könnten sie Minister werden

 27.08.2026

»Artgemeinschaft«

Durchsuchungen bei Unterstützern von rechtsextremem Verein

Bei den Razzien in fünf Bundesländern wurden auch Wohnungen von zwei AfD-Kandidaten zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt durchsucht

 27.08.2026

Schweiz

Gewalt-Demo gegen Israel in Basel verboten

Die Polizei hält die geplante Anti-Israel-Demo, bei der die Organisatoren »Tod dem Zionismus« wünschen, für nicht bewilligungsfähig

von Nicole Dreyfus  27.08.2026

Magdeburg

AfD legt weiter zu

In einer neuen Wahlumfrage von Infratest dimap steht die Rechtsaußenpartei in Sachsen-Anhalt bei 42 Prozent

 27.08.2026

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  27.08.2026

Nahost

Sechs Monate Iran-Krieg: Eskalation oder Frieden?

Bombardierungen, Sanktionen, Verhandlungen: Ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn zeichnet sich zwischen den USA und dem Iran kein Frieden ab. Wo der Konflikt heute steht - und wie es weitergehen könnte

von Arne Bänsch, Jan Christoph Freybott  27.08.2026

Gesetzesinitiative

Bundesregierung distanziert sich von Hessens Vorstoß, Israel-Leugnung zu kriminalisieren

Vielleicht gut gemeint, aber nicht gut gemacht - so blickt die Bundesregierung auf einen Bundesratsvorschlag zur Strafbarkeit der Leugnung des Existenzrechts Israels. Aus Hessen kommt Widerspruch

 27.08.2026

Nahost

Weiterer Tanker in der Straße von Hormus angegriffen

Der Iran blockiert den Schiffsverkehr durch die für den globalen Ölhandel wichtige Meerenge immer noch weitestgehend. Erneut wird ein Tanker zum Ziel eines Angriffs

 27.08.2026