Meinung

Keine Visa für Hasssänger und Terrorfans

Volker Beck Foto: Marco Limberg

An diesem Mittwoch sollte vor dem Brandenburger Tor ein Konzert mit Shadi Al-Bourini und Shadi Al-Najjar, zwei palästinensischen Hasssängern, stattfinden. Die beiden sind bereits durch terrorverherrlichende Lieder und Videos bekannt. Die »Bombardierung von Tel Aviv« und das »Zertreten von Juden« gehören zu ihrem Repertoire. Ihre Songs haben auf YouTube Hunderttausende Aufrufe.

Im deutschen Vertretungsbüro in Ramallah ist man ahnungslos. Denn dort hat man ihnen Schengenvisa ausgestellt. Hinweise auf öffentliche Auftritte seien in den eingereichten Unterlagen nicht enthalten, teilte das Bundesinnenministerium auf Anfrage der Jüdischen Allgemeinen mit. Die deutsche Vertretung war allerdings erst vor Kurzem wegen antiisraelischer Social-Media-Aktivitäten in der öffentlichen Kritik.

schlamperei Die Schlamperei ist jedoch kein Einzelfall. Sie hat System: So war die bekannte PFLP-Terroristin Rasmea Odeh im März zu Agitationszwecken nach Berlin gekommen. Die Deutsche Botschaft in Amman hatte geschlafen. Eine einfache Suche im Internet hätte gezeigt, wer da ein Visum beantragt.

Die Schlamperei ist kein Einzelfall. Sie hat System.

Und im Juni letzten Jahres reiste Hojatoleslam Mohammad Hadi Mofateh mit Arbeitsvisum für seine Tätigkeit als Geistlicher in der Blauen Moschee ein, dem berüchtigten Islamischen Zentrum Hamburg, von wo aus der Iran seine Propaganda in Europa steuert. Eine Abfrage der Teheraner Botschaft bei Sicherheitsbehörden ergab keinen Befund. Erst Recherchen der »Bild«-Zeitung brachten ans Licht, dass es sich um ein Mitglied der iranischen Revolutionsgarden, eine Terrororganisation, handelte.

naivität Die Berliner Behörden sind inzwischen zu Recht genervt, dass sie die schlampige Arbeit und Naivität der Sicherheitsbehörden und Botschaften auszubaden haben und die Berliner Polizei immer wieder Veranstaltungsverbote und aufenthaltsbeendende Maßnahmen durchsetzen muss.

Es ist höchste Zeit, dass bekannte Terroristen und Verherrlicher von Terrorismus durch unsere Sicherheitsbehörden in den einschlägigen Dateien gespeichert und auch im Schengensystem zur Nichteinreise ausgeschrieben werden. Die den Terror begünstigende Schludrigkeit muss ein Ende haben. Hier müssen die Minister Seehofer und Maas gemeinsam ihre Hausaufgaben machen.

Volker Beck ist Lehrbeauftragter des Centrums für Religionswissenschaftliche Studien CERES der Ruhr‐Universität Bochum.

Armin Laschet im Deutschlandfunk

»Jetzt kommt wieder Ihre Israelphobie«

Im Interview wies der CDU-Politiker mit harschen Worten DLF-Moderator Thielko Grieß zurecht, welcher zuvor Israel scharf kritisiert hatte

von Michael Thaidigsmann  10.04.2026

Washington

Warum jetzt? Melania Trumps rätselhafter Epstein-Auftritt

Melania Trump tritt kaum allein vor die Presse. Doch jetzt spricht sie über ein Thema, das ihr Ehemann so gern umschiffen wollte: den Epstein-Skandal

 10.04.2026

Beirut

Hisbollah-Chef: Machen weiter »bis zum letzten Atemzug«

Während die libanesische Regierung an Verhandlungen mit Israel arbeitet, zeigt sich die Hisbollah unbeeindruckt: Es sei nicht die Zeit, um Zugeständnisse zu machen, betont ihr Anführer

 10.04.2026

Berlin

Urteil zu Angriff auf Lahav Shapira erwartet

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Berlin ist der Fall neu vor Gericht verhandelt worden. Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht die Höhe der Strafe. Ein Urteil wird am Montag erwartet

 10.04.2026

Kiew

Selenskyj: Haben Drohnen über Golfstaaten zerstört

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hat die Ukraine Drohnenexperten in die Region geschickt. Dort hat Kiew laut Präsident Selenskyj seine Erfahrung in der Abwehr iranischer Drohnen demonstriert

 10.04.2026

Video

Aufruf zur Solidarität nach Angriff auf Restaurant

Nach dem Anschlag auf das israelische Restaurant »Eclipse« ist ein Mitglied der jüdischen Gemeinde Münchens vor Ort und appelliert an die Gesellschaft

von Jan Feldmann  10.04.2026

Halle

Fall Liebich: Tschechische Polizei will Auslieferungsantrag

In Deutschland und später auch europaweit war seit August 2025 nach der verurteilten Rechtsextremistin gesucht worden. Nun wurde sie in Tschechien gefasst. Wie es jetzt weitergehen soll

 10.04.2026

Weimer

Gericht untersagt Demo vor Buchenwald-Gedenkstätte

Die Initiative »Kufiyas in Buchenwald« darf nicht vor der Gedenkstätte protestieren. Was das Verwaltungsgericht Weimar zur Verknüpfung von Holocaustgedenken und aktuellen Konflikten sagt

 10.04.2026

Iran-Krieg

Hält die Waffenruhe?

In Pakistan wollen die USA und der Iran ab heute über eine dauerhafte Friedenslösung beraten. Doch vorab gibt es bereits Streit über wichtige Punkte

 10.04.2026 Aktualisiert